Forum: Kultur
"Dunkirk" von Christopher Nolan: Die Erfahrung des Krieges
Warner Bros.

Kein Antikriegsfilm, kein Historienfilm und auch kein humanistischer Film: In Christopher Nolans "Dunkirk" über die Massenevakuierung britischer Soldaten während des Ersten Weltkriegs geht es allein um Leben und Tod.

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Dumme Fragen 25.07.2017, 11:56
1. Frage

Kann ich mir das so vorstellen wie den Anfang der Strandszene bei Saving Private Ryan, nur über Spielfilmlänge?

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observerlbg 25.07.2017, 12:10
2. Das klingt, als hätte Nolan.....

die 15 minütige Steadycam-Szene aus Saving Private Ryan von Spielberg auf den ganzen Film ausgedehnt. Das muss man erst mal aushalten können.

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hegoat 25.07.2017, 12:18
3.

Klingt als Kinoerlebnis interessant, auch wenn man als Zuschauer nach diesem Review wohl er keine klassische Geschichte mit Einleitung, Steigerung und Klimax erwarten darf. Von Identifikationspersonen und ausgefeilten Nebencharakteren ganz zu schweigen.

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lilacrose 25.07.2017, 12:34
4. Rausch

Der Film ist ein einziger Rausch, der nahezu ausschließlich von der brillanten Filmmusik getragen wird.
@Dumme Fragen: Ja, in der Tat. Ich habe mich beim Anschauen auch sehr an die erste Szene aus Saving Private Ryan erinnert. Die Intensität wurde hier allerdings durch die aufwühlende Filmmusik noch erheblich gesteigert und das hohe Adrenalin-Niveau wurde durchgehend bin zum Ende gehalten.
Die Musik trifft einen mit Wucht und man bleibt am Ende nahezu erschöpft zurück, so, als wäre man selbst dabei gewesen.

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ol5ke 25.07.2017, 12:34
5.

@Dumme Fragen
Das war auch mein erster Gedanke und die Eindrücke der Anfangsminuten befördern diese "Befürchtung". Doch dann entfaltet der Film mit dem Blick auf den Strand und die schlangestehenden, sich vor angreifenden Bombern auf den Boden werfenden Soldaten eine ganz eigene Dynamik. Auch die verschiedenen Perspektiven (Soldaten am Strand, zivile Fischer in ihren Booten, Jägerpiloten der Royal Air Force) und die verwobenen Zeitebenen sorgen für eine ganz andere, sehr eigenständige Filmerfahrung. Ich wage die Prognose, dass Dunkirk sich einen Platz unter den großen (Anti-)Kriegsfilmen sichern wird bzw. dies schon getan hat.

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spon-facebook-10000253305 25.07.2017, 13:04
6. Review gesehen: Schlechter Film

Der Spiegel Journalist beschreibt gut, was dieser Film ist: eine einander Reihung von Einzelszenen in denen de "Feind" eher abstrakt immer schon aus der Distanz gezeigt wird. Es ist eher die Klaustrophobie am Strand, die die Soldaten verzweifeln lässt. Super inszeniert am Anfang...ABER dann macht Nolan Fehler, wo man sich fragt, was ihn da geritten hat: Abstruße Dramatik (Achtung Spoiler) weil einer der Jugendlichen an Bord einen Unfall erleidet, dann das Darstellen der Rettung als wenn es eine Yachtausfahrt örtlichen Clubs wäre (histroisch wurden die Schiffe übrigens von der Marine gefahren und nicht Privatpersonen), dazu noch die ordentliche Portion britischer Patriotismus den er in der ersten Hälfte des Films sehr gut meidet und quasi das Thema Krieg recht abstrakt erscheinen lässt. Weitere Steigerung dieser Unlogik ist die Szene im Schiffsinnern: Sie werden beschoßen und es kommt in der dt. Übersetzung nur: "Schau dir das Muster an! Die machen nur Schießübungen"...Schießübungen während der Schlacht? Wtf? Höhepunkt ist die letzte Szene wo man in einem Blockbuster die Containerterminals sieht...das ist doch bei solchen Budgets ein handwerklicher Witz!
Mir haben die letzten 45min den ganzen Film versaut und ich kann ihn nicht weiterempfehlen

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cybernic 25.07.2017, 13:11
7. Sie beschreiben den Film im Stile eines Feuilletonisten der 70er/80er

Das liest sich richtig gut und wäre ein wünschenswertes Revival in der Filmberichterstattung. Und Nolan scheint da tatsächlich einen guten Wurf hingelegt zu haben, nach all seinen Realitätsebenenverzerrenden Sperenzchen. Da hatten Sie beide einen guten Tag.

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Freifrau von Hase 25.07.2017, 13:40
8.

Es gibt (aus deutscher Sicht) nur sehr wenige gute Kriegsfilme, da man als Deutsche(r) eben fast nie Identifikationsfiguren finden kann. Dunkirk könnte aber tatsächlich gut sein, wenn er tatsächlich plumpe "Guter Engländer/böser Deutscher"-Klischees umschifft.

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benmartin70 25.07.2017, 13:56
9.

Zitat von cybernic
Und Nolan scheint da tatsächlich einen guten Wurf hingelegt zu haben, nach all seinen Realitätsebenenverzerrenden Sperenzchen. Da hatten Sie beide einen guten Tag.
Inception? Toller Film!

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