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Emma Thompson über ihre Karriere: "Ich wollte nie irgendwas erreichen"
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Emma Thompson hat klare Vorstellungen, wie wir die Welt ein wenig besser machen können. Die doppelte Oscar-Preisträgerin über männliche Übermacht, falsch verstandenen Ehrgeiz und den Reiz von feministischen Streitgesprächen.

.patou 04.09.2018, 11:51
1.

Ich fand Emma Thompson ja schon immer klasse - auf positive Weise anstrengend und streitbar. Aber in diesem Interview simplifiziert sie etwas.

Ist nicht gerade ihre Vorstellung, dass bspw. Fußball ein Sport nur für Männer sei, genauso antiquiert wie die Strukturen, die sie anprangert? Vor die Wahl gestellt, ein interessantes Fußballspiel oder "Fernsehnachmittage mit stundenlangen feministischen Streitgesprächen" zu sehen, würde ich mich jedenfalls immer für Ersteres entscheiden. Was gar nicht mal unbedingt am Thema Feminismus liegt.

Auch ihre Argumentation, etwas erreichen oder bewirken zu wollen sei patriarchalisch, halte ich für nicht besonders überzeugend, bedient sie doch gerade das Klischee der zurückhaltenden Frau, die sich nicht durchsetzen kann oder will. Sie möchte doch als Feministin auch einen Wandel erreichen. Was völlig in Ordnung ist und nicht zwangsläufig bedeutet, dass es einem nur um die "eigenen Spuren" geht.

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gruebi01 04.09.2018, 12:15
2. Menschen, die behaupten...

...ihre Erfolge seien ihnen einfach nur so zugeflogen, glaube ich kein Wort. Da ist mir selbst Madonna lieber, die immer klar macht, wieviel Arbeit sie in Karriere und Körper steckt(e).

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kategorien 04.09.2018, 12:34
3. Sicher

Deswegen arbeitet sie so hart, in so vielen Produktionen? Immer dieser scheinheilige Mythos, dass zwei Oscars oder große Erfolge einem nicht durch harte Arbeit (oder das Bequatschen von Bekannten) zustandekommen würde. Es ist ja, wie ein Philosoph einst sagte, die Hoffnung mancher Menschen, dass ihnen der Erfolg "zufliegt", weswegen sie so quatschen, wobei sie geflissentlich ihren Ehrgeiz und ihre Gier außenvor lassen, als wären sie Heilige. Wer solche Märchen braucht...

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selfrandom 04.09.2018, 12:57
4.

Hier haben mal wieder einige nicht verstanden worum es geht. Emma Thompson hat nie gesagt, dass sie nicht viel investiert oder ihr Sachen gar zugeflogen seien. Sie hat nur gesagt, dass sie die Arbeit nicht reingesteckt hat um etwas zu erreichen, z.B. um einen Oscar zu gewinnen. Sie hat soviel in ihre Arbeit investiert weil sie gute Arbeit leisten wollte. Um der guten Arbeit willen sozusagen. Scheinbar ist das wirklich ein Prinzip dass einige Männer nicht verstehen können oder wollen.

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selfrandom 04.09.2018, 12:57
5.

Hier haben mal wieder einige nicht verstanden worum es geht. Emma Thompson hat nie gesagt, dass sie nicht viel investiert oder ihr Sachen gar zugeflogen seien. Sie hat nur gesagt, dass sie die Arbeit nicht reingesteckt hat um etwas zu erreichen, z.B. um einen Oscar zu gewinnen. Sie hat soviel in ihre Arbeit investiert weil sie gute Arbeit leisten wollte. Um der guten Arbeit willen sozusagen. Scheinbar ist das wirklich ein Prinzip dass einige Männer nicht verstehen können oder wollen.

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sam3112 04.09.2018, 13:28
6. Tolle Kuenstlerin

Ich finde ET einfach Klasse.
Und ich hab keine maskulinen Aengste, sie bringts auf den Punkt.
Wir alle muessen umdenken.

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quark2@mailinator.com 04.09.2018, 14:01
7.

Zitat von selfrandom
Hier haben mal wieder einige nicht verstanden worum es geht. Emma Thompson hat nie gesagt, dass sie nicht viel investiert oder ihr Sachen gar zugeflogen seien. Sie hat nur gesagt, dass sie die Arbeit nicht reingesteckt hat um etwas zu ......
Im Gegenteil - ich, männlich, habe es immer exakt so gesehen und gelebt - und das kommt von meinem Vater, der das auch so hielt und sehr erfolgreich und geachtet in Rente ging. Insofern ist das kein weibliches Rezept.

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Newspeak 04.09.2018, 14:10
8. ...

Ich finde das Interview erstaunlich nichtssagend und oberflaechlich. Z.B. "Trump schafft es, vergessene Bevölkerungsgruppen anzusprechen, so wie es bei uns in Großbritannien Nigel Farage tut. Sie haben doch auch so eine Partei in Deutschland. Das Einzige, was hilft, ist mitzureden." Ja, und was heisst das nun? Wer soll den Mitreden? Die Vergessenen? Wieso wurden sie vergessen? Sorry, intelligente Frauen wollen ernstgenommen werden, aber doch nicht mit so einem seichten Gerede. Und die Bildunterschriften tun ihr auch keinen Gefallen. "Unter so viel Druck gesetzt, tut Fiona etwas für sie außergewöhnliches: Bei einem Auftritt am Klavier lässt sie endlich ihren Emotionen freien Lauf und zeigt, wie verletzlich sie ist." Ist es das, was Frauen wollen? Das ist doch pures Klischee. Waere die Rolle die eines Mannes, dann koennte man noch sagen, Verletzlichkeit zu zeigen erfordere Mut oder sei etwas Spannendes (wobei sich das inzwischen vielfach kopiert langsam totlaeuft, sogar James Bond zeigt schon Verletzlichkeit). Aber bei einer Frau? Mir scheint hier gilt der Spruch von Shakespeare...much ado about nothing.

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