Forum: Kultur
Erfolgreichster Autor der Slowakei: "Der Westen ist osteuropäisiert worden"
AP

Der Mord an dem Journalisten Ján Kuciak rückte Medien und Macht in der Slowakei in den Blickpunkt. "Troll", der neue Roman von Michal Hvorecky, handelt von Manipulationen und Propaganda.

kochra8 07.09.2018, 08:42
1.

Mir war, als seien das alles als Verlierer der damaligen Regimes hervorgegangene Frustrierte, die sich nun erneut gegen alles Autoritäre zusammenballen. Aber die Intellektuellen kann man damit nich bemessen. Sie sind das ständige Zünglein an der Waage, die zum Glück gleich Alarm schlagen. Leider kann sich die Mitte (der Ausgleich) der Waage auch verschieben. Die Identitätsfindung nach der kommunistischen (im Osten) und nach der kapitalistischen (im Westen) Erdrückung scheint erst angegangen zu sein. Momentan teilen sich ein politischer Kapitalismus und ein gelenktes Demokratiegebaren die Spielfläche. Die Menschen gingen deshalb bislang immer noch leer aus und suchen sich momentan ihre eigene Welt zusammen: Im Internet, im TV, bei dem, der am süssesten Singt. Das Denken scheint verlagert an die Intellektuellen, die man gerne ab- und ausschalten will...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
clochard185 10.09.2018, 09:07
2. Hvoreky

versucht komplexe Zusammenhänge wieder in die vereinfachte Schwarz/weiss-Malerei runterzurechnen. Natürlich darf auch der Seitenhieb in Richtung AFD und Seehofer nicht fehlen und die Einwanderung in die Slovakei funktioniert auch wunderbar. Im Jahr 2017 wurde die Slovakei dazu gezwungen Flüchtlinge aufzunehmen, da sie gegen eine Quotenverteilung durch die EU war (Euer eigener Artikel vom 1.08.17).

http://www.spiegel.de/politik/ausland/slowakei-nimmt-60-fluechtlinge-auf-a-1160930.html

In dem Artikel steht auch, dass gerademal 60 weitere Flüchtlinge aufgenommen wurden nachdem die Slovakei von der EU unter Druck gesetzt wurde. Wenn zwei Vertreter der schreibenden Zunft sich über Ethik und Moral unterhalten kommt eine ähnlich subjektives Konstrukt zusammen wie wenn sich zwei Reichtspopulisten über die Hetzjagd/Diffamierungen durch die Presse ereifern. Auf beiden Seiten ist allerdings immer ein Körnchen Wahrheit zu finden aber das kann die überwiegend einseitige Sichtweise nicht neutralisieren. Eins weiss ich ganz sicher: über die Mainstreammedien kommt man nicht an die Wahrheit. Dagegen ist das Internet ein großer Fundus um sich umfangreicher bestimmte Sachverhalte erklären zu können. Es gibt dort natürlich auch sehr viele Lobbyisten aber die eigene emotionale Intelligenz oder Intuition und die Hinterfragung bestimmter Aussagen lenken ein eher auf den wahren Sachverhalt. Ein fünfmitnütiges Zeitfenster der Nachrichtenübermittlung z.B. von der ARD kann nur ein ganz geringen Teil zur Wahrheitfindung übermitteln und wenn der Moderator einen meinungsverpflichtenden Vertrag unterschrieben hat ist dieses Körnchen Wahrheit gar nichts mehr wert. Wir leben in einer Zeit in der sachliches Vorgehen keine allumfassende Richtline zur Wahrheitsfindung mehr ist. Man hat eher das Gefühl einem verbalen Krieg beizuwohnen indem Emotionen die Wahrheit ersetzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren