Forum: Kultur
Erklärung der Vielen: "Künstler müssen nicht neutral sein"
DPA

140 Berliner Kulturinstitutionen haben eine "Erklärung der Vielen" vorgestellt - und treten für die Freiheit der Kunst ein, gegen Angriffe von rechts. Ihre Warnung: Vor allem auf dem Land wachse die Bedrohung.

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vox veritas 09.11.2018, 17:18
1.

Eine mutige Stellungnahme. Gegen Angriffe von Links kann man sich ja auch hervorragend wehren, in dem man deren Lied singt. Man sollte doch probeweise mal eine künstlerische Aktion gegen den Einen oder Anderen Punkt linker Politik machen, z.B. die hoffungslose Staatsverschuldung, die von linke Parteien vorangetrieben wird. Mit großer Sicherheit würde Künstler sich dann ebenfalls linken Angriffen ausgesetzt sehen.

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k-d.hollbecher 09.11.2018, 17:35
2. Freiheit der Kunst

ist ein ganz wichtiges, schützenswertes Gut. In einer so gespaltenen Gesellschaft, wie der unseren derzeit noch wichtiger. Allerdings erhöht das auch die Verantwortung der Künstler selbst, für ihr Produkt: das Kunstwerk.Es sollte das Ziel des Künstlers sein, dass er mit seiner Kunst auch den durchschnittlich Gebildeten erreicht, denn sonst bleibt er/sie im eigenen Kosmos gefangen und bewirkt nichts, im schlimmsten Fall das Gegentiel ("Ist das Kunst, oder kann das weg"). Abgehobene, elitäre Kunst, die nur noch der Schöpfer selbst begreift oder ein kleiner Kreis Gleichgesinnter, ist wirkungslos. Der Künstler braucht Publkum, und das sollte herterogen und zahlreich sein. Kunst kommt von "Können" und um etwas zu können, muß man vorher etwas gelernt oder erfahren haben. Schwierig wird es, wenn diese Voraussetzungen fehlen und nur nach den Fördermitteln geschielt wird. Dann muß es in der Demokratie möglich sein zu sagen:"Aber das ist doch keine Kunst", sonst wird ihre Freiheit mißbraucht.

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KuGen 09.11.2018, 17:36
3. Künstler müssen nicht neutral sein

Sehr wahr.

Sie müssen aber auch nicht gefördert werden. Insbesondere, wenn sie Linksextrem sind. Und / oder andere diffamieren oder herabsetzen.

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serbskisokol2 09.11.2018, 18:13
4. Paßt sonst nirgends, eben hier 11.11. -11Uhr elf -Stimmung,Konfetti

Zitat von k-d.hollbecher
ist ein ganz wichtiges, schützenswertes Gut. In einer so gespaltenen Gesellschaft, wie der unseren derzeit noch wichtiger. Allerdings erhöht das auch die Verantwortung der Künstler selbst, für ihr Produkt: das Kunstwerk.Es sollte das Ziel des Künstlers sein, dass er mit seiner Kunst auch den durchschnittlich Gebildeten erreicht, denn sonst bleibt er/sie im eigenen Kosmos gefangen und bewirkt nichts, im schlimmsten Fall das Gegentiel ("Ist das Kunst, oder kann das weg"). Abgehobene, elitäre Kunst, die nur noch der Schöpfer selbst begreift oder ein kleiner Kreis Gleichgesinnter, ist wirkungslos. Der Künstler braucht Publkum, und das sollte herterogen und zahlreich sein. Kunst kommt von "Können" und um etwas zu können, muß man vorher etwas gelernt oder erfahren haben. Schwierig wird es, wenn diese Voraussetzungen fehlen und nur nach den Fördermitteln geschielt wird. Dann muß es in der Demokratie möglich sein zu sagen:"Aber das ist doch keine Kunst", sonst wird ihre Freiheit mißbraucht.
daichvergeblich danach suchte, und es am besten unterKultur paßt, wollte ich Euch allen, der Redaktion in Hamburg und Berlin, den vielen Postern etc. nur zurErinnerung sagen, daß in zwei Tagen der Elfte Elfte Elf Uhr elf für uns da ist.Relaxt mal bitte und entspannt Euch vom Job.Schwer genug ist ja die gegenwärtige Zeit mit Kanzlerdämmerung, Neuaufstellung der CDU, dem Ertragen der Dauerlügen und trotzdem Fortbestand der Ego-First aus Übersee usw.Mal kurz die Seele baumeln lassen. Grüsse allen Mitstreitern von SPIEGEL/SPON

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Horst-Güntherchen 09.11.2018, 18:23
5. Kein Neuigkeitswert

Also Rechtsextremismus im Kulturbereich ist meiner Meinung nach das geringste Problem. Ich habe in vielen Veranstaltungen (sei es nun Theater, Museum etc.) eher den gegenteiligen Eindruck gewonnen.

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issodu 09.11.2018, 20:46
6. Kunstfreiheit

Die Kunstfreiheit ist wohl kaum gefärdet, allenfalls die staatliche Förderung,die aber ihrerseits durch Auswahl schon zwangsweise manche Künstler in ihrer Förderung beschneiden müssen (die Fördergelder sind ja schließlich auch begrenzt). Statt zu jammern sollten Künstler sich an den Wünschen der jeweiligen Konsumenten orientieren oder im Rahmen ihrer Schaffenskraft ein Begehren an ihrer Kunst am Konsumenten wecken. Man sollte nicht vergessen, dass viele große Kunstwerke und Musikstücke nicht aus der reinen Wonnelust ihrer Urheber entstammen, sondern gezielt für ein Publikum angefertigt wurden: z.B. Opern, Bilder usw. Offensichtlich führen wirtschaftliche Zwänge und Konsumentenorientierung zu solchen Werken wie das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach oder zu Bildern eines Rubens oder Rembrandts oder zu Statuen wie bei Lehmbruck. Also ihr Künstlern, weniger Selbstverwirklichung und mehr Interessenverwirklichung in euren Werken und es klappt auch mit dem Geld. Die Allgemeinheit ist nicht eure Melkkuh.

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dasfred 10.11.2018, 04:30
7. Zu Nr.6 issodu

Sehr schön beschrieben. Ich stehe auch eher auf der Seite, die sagt, Kunst kommt von können und nicht auf der Seite, die sich als Künstler definiert, weil sie sonst nix kann. Beim Thema Gesang wird es auch für den Laien offensichtlich, dass Defizite bestehen, wenn es in den Ohren weh tut. Was in Malerei und Plastik auf den Markt geworfen wird, löst schon eher Diskussionen aus. Was heutzutage zeitweise auf die Bühne gebracht wird, ist schon sehr speziell und auf einen sehr engen Kreis beschränkt. Das wiederum macht es schwer, sich auch politisch verständlich zu machen, wenn das Publikum die Intention nicht versteht. Nahezu jede Kunst ist politisch, denn, abgesehen von streng umrissenen Auftragsarbeiten, sie ist das Produkt der politischen Einstellung ihres Schöpfers.

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konterspieler 10.11.2018, 07:07
8. Vom Schwanz aufgezäumt...!

Ein schwerer politischer Fehler ist, wenn man die "offene, aufklärende Diskussion" proklamiert, dann aber mit einer Initiative an die Öffentlichkeit tritt, die in Hinterzimmern von Institutionen ausgehandelt wurde, anstatt von ANFANG AN DIE ÖFFENTLICHE DEBATTE herzustellen und so tatsächlich eine politische Mobilisierung "der Vielen" gegen den neuen Faschismus in Europa zu erreichen.
Jetzt hat man nichts weiter produziert, als eine "pseudodemokratische Gegen-Manipulation" von Institutionen, gegen die neue wie alte rechte Manipulation, die sich mit demagogischen Strategien politischen Einfluss unter "den Vielen", der Masse der Bevölkerung, zu verschaffen versucht. Unzureichend sind die Zielbestimmung und die Analyse der heutigen Situation, und es ist keine brauchbare politische Strategie benannt, die Menschen wirklich mobilisieren kann. Ein absoluter Konstruktionsfehler dieser Initiative der angeblich "Vielen" ist ihre ausschließliche Bezogenheit auf Kulturinstitutionen, die sich vor allem gerne in der Praxis hervortun, freie Künstler durch allerlei "Vorbedingungen" zu bevormunden und "die vielen Ideen", die es gibt, zu behindern oder zu verhindern.
Wenn man aber der "neuen Rechten" den Wind in der Kultur aus den Segeln nehmen will, muss man zuallererst die überall herrschende Bevormundung der Künstler aller Sparten in Deutschland beenden, sonst bleibt nur Pulverdampf aus Rohrkrepierern.

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rkuenzli60 10.11.2018, 10:09
9. Kulturhasser

Interessant im Forum die Meinungen der Kulturhasser zu lesen. Wenn sich Kunstausübende apolitisch geben heisst es abgehobenes Pack, stellen sie sich auf die eine Seite werden sie von der anderen Seite angegriffen.
Es ist auch mühsam immer wieder lesen zu müssen, das man am Publikum vorbei arbeitet, an welchem Publikum? Es ist nicht unsere Aufgabe es jedem recht zu machen, auch ist es nicht unsere Aufgabe in Wettbewerb mit Frau Fischer oder Andre Rieu zu treten, sondern zu versuchen neues zu finden, und das auch in
alten Dingen. Mozart wäre heute Hip-Hop, Shakespeare schriebe Drehbücher.
Das Theater ist links...na sowas...rechts ist in sich konservativ, und Kunst will progressiv sein. Es ist wahrlich schwer etwas Neues wagen indem man Altes wiederkäut.
Natürlich klappt das Neue nicht immer, aber historisch gesehen muss man sagen, dass das damals unerkannte und oft unerwünschte sich oft als das länger währende bewiesen hat.
Wir deffamieren nicht, wir haben aber das Recht uns gegen gesellschaftliche Missstände zu wehren, deshalb werde wir subvenzioniert, damit wir unabhängig bleiben können. Und übrigends, da wir immer noch im theater mit 85% und mehr ausgelastet sind, die Menschen sich in Museen wagen, kann man den Kulturbetrieb wohl immer noch als erfolgreich sehen. Aber wie AFD Anhänger bei 13% von : wir sind das Volk skandieren, muss man wohl auch die Kulturhasser als Minderheit ankzeptieren.

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