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ESC-Siegerin Netta: Für Israel. Für die Vielfalt
DPA

Zum vierten Mal hat Israel beim Eurovision Song Contest gewonnen, Netta Barzilai überzeugte Europa mit dem Lied "Toy": Es schließt an die #MeToo-Debatte an, feiert Außenseiter - und geht enorm ins Ohr.

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mwroer 13.05.2018, 10:51
1.

Geht enorm in's Ohr? Ehrlich gesagt ich hab das Lied schon wieder vergessen.

Wirklich hängen geblieben sind die Italiener, der deutsche Beitrag und - okay das ist wenig überraschend, unser eigener Beitrag von Waylon. Nicht dass es nun qualitativ überragend war aber es läuft hier oft im Radio :)

Alles in allem war der ESC okay und ich schaue ihn jedes Jahr, einfach um zu gucken was so in den anderen Ländern populär ist. Morgens lese ich dann wer gewonnen hat :)

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Malto Cortese 13.05.2018, 10:56
2.

Lässt sich eigentlich ein Zeitpunkt ausmachen, ab dem der ESC zur Freak-Show mutiert ist, oder war das ein schleichender Prozess? Waren wir es? Denn schließlich haben Signale aus Deutschland langfristig viral wirkenden Charakter.

War es am Ende Gildo?

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alabama110 13.05.2018, 11:02
3. Danke....

.....für dieses europäische Festival. Jedes Jahr wieder gerne. Und Glückwünsche an Netta "You laugh at me for being different. I laugh at you for being the same" ;P

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oceang 13.05.2018, 11:07
4. Vielfalt sieht anders aus

Also wenn das als Vielfalt gefeiert wird...naja.
Konformer zum (aktuellen) Mainstream gehts eigentlich nicht. Nun lässt sich das heute leicht sagen. Ich schwöre aber, dass ich schon beim Halbfinale vorhergesagt habe, dass dieser Song gewinnen wird, eben weil er geschickt und bewusst auf den #MeeToo Mainstreamzug zugeschnitten ist. Wenn es wirklich um Vielfalt geht, hätte Russland weiter kommen müssen. Deren Song war übrigens auch besser. Das ist kein Zufall. Im ESC gewinnen eh meist Songs bzw. Darbietungen die am besten zum gerade aktuellen Trend abgestimmt und geplant sind bzw. ihn aufnehmen. Musik ist egal dabei. Diesmal traten in Konkurrenz zueinander folgende Themen an
- MeeToo (Isreal)
- Vielfalt(Russland)
- Gay/Lesbian (Irland)
- Krieg/Frieden (Italien)
- Flüchtlingsituation (Frankreich)
- Konsum (Slowenien)
Durch die #MeToo Dauerpräsens in den Medien, waren die Zuhörer diesmal halt bei diese Themen am meisten im Kopf durchgespült und noch frisch auf Linie.
Kritischer vom Thema her, war imho Slovenien..auch vom Grundsound her war das interessanter. (Hvala Ne Ne)
Bleibt noch ein kleiner Bonmot: Es ist imho nur eine Frage der Zeit, dass jemand ein Gegenvideo macht und dabei im Refrain Boy und Toy vertauscht. ;-) Strophe kann sogar bleiben. Macht trotzdem Sinn, dreht sich nur in der Bedeutung um 180 Grad. Ob Netta das vorher bewusst war?

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ColynCF 13.05.2018, 11:07
5.

Wenn man Netta sieht, fällt einem als erstes gleich mal Beth Ditto von Gossip ein. In den so gelobten Nach-68ern, den Siebziger / Achtzigern hätte man mit so einer Figur in der Tat keinerlei Chancen auf einer Bühne gehabt. Der/die erste, die das verändert hat war Divine (leider früh verstorben).

Ich finde aber, dass man die Musik an sich trotzdem schrecklich finden darf, ohne gleich in eine reaktionäre Ecke gestellt zu werden. Die Musik-Ästhetik ist nun mal Geschmacksache und den sollte man nicht politisieren. Ich finde das Lied allerdings nicht schlecht, klingt ja auch ein bißchen nach Gossip. Die mochte ich auch immer.

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goethestrasse 13.05.2018, 11:32
6. ESC ein spiegel der Zeit

Zitat von oceang
Also wenn das als Vielfalt gefeiert wird...naja. Konformer zum (aktuellen) Mainstream gehts eigentlich nicht. Nun lässt sich das heute leicht sagen. Ich schwöre aber, dass ich schon beim Halbfinale vorhergesagt habe, dass dieser Song gewinnen wird, eben weil er geschickt und bewusst auf den #MeeToo Mainstreamzug zugeschnitten ist. Wenn es wirklich um Vielfalt geht, hätte Russland weiter kommen müssen. Deren Song war übrigens auch besser. Das ist kein Zufall. Im ESC gewinnen eh meist Songs bzw. Darbietungen die am besten zum gerade aktuellen Trend abgestimmt und geplant sind bzw. ihn aufnehmen. Musik ist egal dabei. Diesmal traten in Konkurrenz zueinander folgende Themen an ...
die Vielfalt in den Beiträgen war schon enorm . Wer versteht schon durchweg die Texte und Botschaften ?? .... ich möchte unterhalten werden. Für den Rest der Alltagsprobleme lese ich hier. Auch das Geschiebe der Punkte hielt sichin Grenzen. Vielleicht auch weil Griechenland, Russland und einige ex-Sowjetstaaten nicht mehr dabei und auch der Balkan arg dezimiert war.

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m.yopinion 13.05.2018, 11:35
7. Bitterer Beigeschmack

Ein Lied, das für Toleranz und Vielfalt stehen will, wird von Politikern instrumentalisiert, die für Spaltung und Unversöhnlichkeit stehen - es bleibt ein bitterer Beigeschmack.

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Aberlour A ' Bunadh 13.05.2018, 11:40
8. Popular Vote

Zitat von ColynCF
Wenn man Netta sieht, fällt einem als erstes gleich mal Beth Ditto von Gossip ein. In den so gelobten Nach-68ern, den Siebziger / Achtzigern hätte man mit so einer Figur in der Tat keinerlei Chancen auf einer Bühne gehabt. Der/die erste, die das verändert hat war Divine (leider früh verstorben). Ich finde aber, dass man die Musik an sich trotzdem schrecklich finden darf, ohne gleich in eine reaktionäre Ecke gestellt zu werden. Die Musik-Ästhetik ist nun mal Geschmacksache und den sollte man nicht politisieren. Ich finde das Lied allerdings nicht schlecht, klingt ja auch ein bißchen nach Gossip. Die mochte ich auch immer.
Naja, Meat Loaf hat auch in den Spätsiebzigern seinen Siegeszug auf den Bühnen angetreten. Der Siegertitel ist zwar überhaupt nicht meine Musik, aber lieber so eine verrückt- dadaeske Pop-Nr. gewinnt, als eine dieser fürchterlichen Schmachtballaden. Ganz schlimm diese estnische Opernsängerin. Dafür müsste es eigentlich Schmerzensgeld geben.

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hpkeul 13.05.2018, 11:44
9.

Zitat von oceang
Also wenn das als Vielfalt gefeiert wird...naja. Konformer zum (aktuellen) Mainstream gehts eigentlich nicht. Nun lässt sich das heute leicht sagen. Ich schwöre aber, dass ich schon beim Halbfinale vorhergesagt habe, dass dieser Song gewinnen wird, eben weil er geschickt und bewusst auf den #MeeToo Mainstreamzug zugeschnitten ist. Wenn es wirklich um Vielfalt geht, hätte Russland weiter kommen müssen. Deren Song war übrigens auch besser. Das ist kein Zufall. Im ESC gewinnen eh meist Songs bzw. Darbietungen die am besten zum gerade aktuellen Trend abgestimmt und geplant sind bzw. ihn aufnehmen. Musik ist egal dabei. Diesmal traten in Konkurrenz zueinander folgende Themen an ...
Netta wird es ziemlich egal sein. So wie fidler on the roof versucht jeder eine einschmeichelnde Melodie zu spielen. Das taten auch schon Verdi, Puccini, Mozart, Beethoven.... Ich finde diese Anti-Mainstream - Frau grandios.

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