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Essayband von Toni Morrison: Eine Frage der Hautfarbe
AFP

Woher kommt Rassismus? Dieser Frage geht Nobelpreisträgerin Toni Morrison in ihrem Buch "Die Herkunft der anderen" nach. Dabei wird deutlich, dass sich Geschichte nicht einfach überwinden lässt.

omanolika 21.07.2018, 14:24
1. Was uns dennoch alle verbindet

Wäre es nicht so traurig, könnte man kichern,
weil sich jene die eigene Normalität versichern,
welche die Anormalität eben personifizieren,
"minderwertiges Leben" richtig malträtieren,
und andre Menschen ja machen zum Objekt,
damit man sich nicht vor sich selbst erschreckt.

Toni Morrisons neues Buch,
betrachtet grade den Fluch,
der uns gar auferlegt wurde,
ob Deutscher, Latino, Kurde,
Jude, Schwarzer oder welche Gruppe auch immer,
nur kaum etwas im Menschen ist wohl schlimmer!

Die große Gemeinsamkeit sollte uns klar sein, in jedem Falle,
nämlich, dass wir hier einfach Menschen sind - und zwar alle!

Wan kommt der Moment in dem man erkennt,
es zählt eben nicht, was uns scheinbar trennt,
sondern doch nur das, was uns alle verbindet?
Allerdings ist der Moment fern, in dem man "Altes" überwindet.

Wer über mein "Gereime" verbreitet Spott und Hohn,
und sich nur ganz fröhlich beteiligt an der Diskussion,
ob man Flüchtlinge in Seenot nun wirklich retten soll,
der zeigt den Aspekt der Entmenschlichung ganz toll!

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baronejo 21.07.2018, 14:35
2.

Eine sehr treffende Erfahrung, die Frau Morisson dort schildert. Die erste wirkliche Ausgrenzung in Deutschland erlebte ich als Kind in einem indischen Restaurant in Schwaben anlässlich eines Familientreffens. Wir ( die Feiergesellschaft) waren als gebürtige Inder zu dunkelhäutig für den ebenfalls indischen Gastronomen, was er uns auch unmissverständlich mitteilte. Wir waren seines Erachtens unter seiner Kaste angesiedelt und dazu noch Christen, was dazu führte, dass er uns die Bewirtung verweigerte und wir in ein gut bürgerliches aber sicher dem Anlass nicht entsprechendes deutsches Gasthaus ausweichen mussten. Mit Europäern hätte der Restaurantbesitzer kein Problem gehabt, mit minderwertigen Landsleuten schon. Ausgrenzung bezieht sich immer in Relation zur eigenen Ethnie, diese wird als Referenz herangezogen und dem entsprechend wird dann auch geurteilt.
Daher verwehre ich mich auch gegen den ausgrenzenden Begriff People of Colour, da dieser Weiß als Referenz definiert, und somit alle anderen Menschen ausgrenzt. Für mich ist bezogen auf meine Familie und Herkunft die weiße Hautfarbe eben nicht die überwiegende, damit empfinde ich den Begriff of Colour auf mein Umfeld bezogen eher auf hellhäutig zutreffend.

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Frust 21.07.2018, 15:55
3. Andere Gründe

Ich denke, das trifft nicht die Ablehnung der aktuellen Migrantenströme. Jede afrikanische Familie mit nicht kopftuchtragenden Frauen hat gute Chancen, akzeptiert zu werden. Von Zuwanderern aus Asien oder Südamerika ganz zu schweigen. Abgelehnt werden aber Horden von jungen islamischen Männern und vom politischen Islam geprägte oder von ihren Männern unterdrückte Frauen - symbolisiert durch das Kopftuch .

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helisara 22.07.2018, 19:53
4.

Zitat von baronejo
Daher verwehre ich mich auch gegen den ausgrenzenden Begriff People of Colour, da dieser Weiß als Referenz definiert, und somit alle anderen Menschen ausgrenzt. Für mich ist bezogen auf meine Familie und Herkunft die weiße Hautfarbe eben nicht die überwiegende, damit empfinde ich den Begriff of Colour auf mein Umfeld bezogen eher auf hellhäutig zutreffend.
Sind Sie ganz allgemein gegen den Begriff "People of colour" (den ich persönlich übrigens schwachsinnig finde) oder nur dagegen, daß sich "People of Colour" auf Menschen nichtweißer Hautfarbe bezieht? Da ich als Weiße in einem eher von Weißen (die natürlich nicht alle Deutsche sind) geprägten Umfeld lebe, würde der Begriff of Colour in meinem Fall dann tatsächlich auf Dunkelhäutigere zutreffen, obwohl ich ihn nie benutze.

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob man das von Ihnen beschriebene Erlebnis als "rassistisch" einstufen kann, da die Diskriminierung hier nicht von einem Weißen bzw. Deutschen ausging. In dem Fall wäre es eher ein Fall von "Klassendiskrimierung".

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