Forum: Kultur Eurovision und Menschenrechte: Unser Eklat für Baku
Beitrag melden

Begründen Sie knapp, warum es mit diesem Beitrag ein Problem gibt.

AP Zu Gast bei Schurken? Party beim Diktator? Aserbaidschan gilt als autoritäres Regime, doch die Verantwortlichen des Eurovision Song Contest wollen davon wenig wissen. Der deutsche Grand-Prix-Chef vom NDR schießt lieber gegen jene, die sich um die Menschenrechte dort sorgen. zum Artikel Antworten
Seite 3/3
#21 16.02.2012, 21:16 von bene_lava

Kein Vergleich möglich!

Zitat von Anthrophilus
... könnte oder wollte, aber hierzulande können Enteignungen immer noch gerichtlich angefochten werden. Daß Besucher nicht abgeknallt werden, war zu erwarten - aber was ist mit der aserbaidschanischen Bevölkerung, wenn keiner guckt? Wenn morgens die Staatsmacht die Tür eintritt - was sie hierzulande eher selten tut? Und suchen Sie mal ein Forum wie dieses hier in Aserbaidschan! Und sonst? "Am 4. August 2003 wurde ?lham ?liyev zum Premierminister Aserbaidschans . In den Wahlen vom 15. Oktober 2003 wurde er, Die Wahl wurden von der OSZE und weiteren Organisationen nicht als frei und fair bezeichnet." (Wikipedia) Also eher Potentaten-Stil wie in Nordkorea und vergleichbaren Regimen - bis hin zum Versuch, eine Dynastie zu gründen Versuchen Sie mal in Aserbaidschan, etwas gegen ihn zu sagen oder zu schreiben - und achten Sie mal darauf, wie kritisch hierzulande mit dem höchsten Mann im Staate - Bundespräsident Wulff - umgegangen wird. Sie werden den Riesen-Unterschied nicht sehen wollen, denn Sie halten sich die Augen (mit Geldscheinen?) zu. Aber dann schreiben Sie doch bitte nicht solchen Mist hier - Sie verbrennen doch nur einen eventuell vorhandenen Rest Ihrer Glaubwürdigkeit damit!
Woher haben Sie die Info, dass in Aserbaidschan Enteignungen nicht gerichtlich angefochten werden können? Woher haben Sie die Info, dass in Aserbaidschan Bürger "abeknallt" werden, wenn keiner "hinguckt".

Was die Wahlen angeht...Aserbaidschan ist keine Demokratie in unserem Sinne. Ein orientalisches Land, dass mehr als ein halbes Jahrhundert unter der Sowjetdiktatur gelitten hat. Aber es macht langsame Fortschritte. Die letzen Wahlen wurde deutlich positiver von der OSZE und den Wahlbeobachtern des Europarates bewertet. Gibt es Politikerdynastien nicht auch in den USA? Haben die Filme von Michael Moore nicht gezeigt, dass auch in den USA die Wahlen alles andere als in Orndung waren.

Sie machen einen Riesenfehler! Sie vergleichen Aserbaidschan mit Deutschland 2012! Das geht nicht. Wie lange hat Deutschland gebraucht um dem heutigen demokratischen Standard zu erreichen? Hat der Spiegel nicht gerade erst berichtet, dass Ohnesorg höchstwahrscheinlich gezielt erschossen wurde? Die Entwicklung von Demokratie ist ein schwieriger Prozess. In Deutschland hat dieser Prozess viele Jahrzehnte gedauert. Diese Arroganz ist nervig. Kritik an Aserbaidschan ist berechtigt. Es hilft dem Staat bei der Transformation. Aber übertreiben sollten Sie es auch nicht und Aserbaidschan mit Nordkorea vergleichen etc... Aserbaidschan fühlt sich wie die Türkei zu Europa hingezogen. Sollte dieses Land eine allzustarke Ablehnung erfahren, dann wird es sich politisch nach Russland orientieren....na dann sage ich "Gute Nacht" Menschenrechte!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#22 16.02.2012, 21:41 von Dok_Tor

1936

fanden die Olympischen Spiele in Nazi-Deutschland statt.

Vielleicht hilft der Contest ja dabei Baku und das Land Aserbeidschan stärker in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu bringen. Muss nicht immer nur Nachteile haben...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#23 16.02.2012, 21:41 von ginfizz53

Jetzt die Idee...

Zitat von sysop
Zu Gast bei Schurken? Party beim Diktator? Aserbaidschan gilt als autoritäres Regime, doch die Verantwortlichen des Eurovision Song Contest wollen davon wenig wissen. Der deutsche Grand-Prix-Chef vom NDR schießt lieber gegen jene, die sich um die Menschenrechte dort sorgen.
... wir schicken Stefan Raab, Dieter Bohlen und Florian Silbereisen als offizielle Leiter der Delegation dort hin.

Damit wird jedem Aserbeidschaner klar, wie wir das Regime verachten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#24 16.02.2012, 22:33 von Kvert

Zitat von sappelkopp
Sich für Schwache in der Welt einsetzen, ist ja nunmal nicht eine deutsche Tugend. Aber wenn ich so richtig drüber nachdenke, es ist so gar keine Tugend, die man einer Nation zusprechen kann.
Entschuldigung aber was gehen uns fremde Länder an. Denken Sie ein afrikanisches oder asiatisches Land würde Deutschland helfen wenn es uns hier einmal schlecht gehen würde? Überlegen Sie mal wie unsere Rentensituation ab 2040/2050 aussehen wird, wieviele prekär lebende Rentner es einmal geben wird, wir haben genug eigene Hausaufgaben zu machen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#25 16.02.2012, 23:06 von fordp

das ist doch nicht wirklich ihr ernst, oder?

Zitat von Kvert
Entschuldigung aber was gehen uns fremde Länder an. Denken Sie ein afrikanisches oder asiatisches Land würde Deutschland helfen wenn es uns hier einmal schlecht gehen würde? Überlegen Sie mal wie unsere Rentensituation ab 2040/2050 aussehen wird, wieviele prekär lebende Rentner es einmal geben wird, wir haben genug eigene Hausaufgaben zu machen!
so ein ekliger egoismus ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. mal abgesehen von der historischen verantwortung deutschlands und da meine ich nicht nur die ns-zeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#26 17.02.2012, 09:19 von mitten-in-bayern

Ich bin...

Zitat von iskin
in Aserbaidshan gewesen. Baku ist ein hübsche Stadt am Meer. Überall wird gebaut und renoviert. Aber, alles passiert mit einem ekelhaften Protz, man soll sehen, dass hier Geld im Überfluß zu Hause istl. Aber kaum geht man drei Straßen weiter, ist alles abgewrackt und in bitterster Armut. In der Provinz gar sieht man verfallene Dörfer, bettelnde Kinder, denen die Mangelernährung ins Gesicht geschrieben steht. Insbesamt hatte unsere Reisegruppe den Eindruck, dass man hier nicht tot überm Zaun hängen möchte. Und der Präsident grüßt von überall her überlebensgroß. Er und seine Familie haben politisch und wirtschaftlich das sagen, ihnen gehören große Betriebe, und sie bestimmen auch, ob jemand ein Business machen darf oder nicht. Herausgeberin der Vogue: Des Präsidenten Töchterchen usw., usw.
1988 in der DDR gewesen. Berlin oder Dresden waren aufgehübschte Städte. Bei Prestigeobjekten wurde gebaut und renoviert. Aber, alles passierte mit einem ekelhaften Protz, man soll sehen, dass hier Geld im Überfluß zu Hause istl.
Aber kaum ging man drei Straßen weiter, war alles abgewrackt und in bitterster Armut. In der Provinz gar sah man selbt nach der Wende verfallene Dörfer. Insbesamt hatte unsere Reisegruppe den Eindruck, dass man hier nicht tot überm Zaun hängen möchte.
Und Honecker und Marx grüßten....
Tja, und heute war es für manche in der Linkspartei noch das bessere Deutschland.

Was soll eigentlich dieser Artikel uns sagen? Dass man bei kleinen Ländern einen auf Moral macht? Dass man aber mit China gerne Geschäfte macht? Dass Olympia in Moskau und Peking stattfinden konnte, und nix dabei fand? Wie verlogen gehts eigentlich noch?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#27 17.02.2012, 09:21 von mitten-in-bayern

Niggemann..

Zitat von xvulkanx
... sie erst so ein Ereignis brauchen, um kritisch zu berichten. Kritische Berichterstattung ...
...wusste wahrscheinlich nicht mal, dass Baku die Hauptstadt von A... ??? wie??? ist. :-)
naja- man treibt ja auch lieber hier irgendeine Sau durchs dorf...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#28 17.02.2012, 09:25 von mitten-in-bayern

Vorschlag...

Zitat von manschu
Ich finde, man sollte ein Mittelmaß finden. So ein Event kann auch immer der Verständigung dienen. Im Vordergrund steht hier die Musik. Und das sollte kein blöder Herrscher kaputt machen dürfen. Gleichzeitig darf man aber auch nicht zulassen, dass so ein Land sich unwidersprochen inszeniert. Es muss bei dem Zuschauer ankommen, was das für ein Land ist. Z.B. durch eine Reportage unmittelbar vorher und/oder hinterher. Wenn ich mich recht erinnere, kam in der ARD auch so etwas direkt im Anschluss. (von dem deutschen Teilnehmer, vermutlich Roman, ist nichts außergewöhnliches zu erwarten. Ich schätze, er wird sein Lied singen, im Mittelfeld landen und fertig)
Für unsere Moralapostel hab ich einen Vorschlag. Die ARD sendet anstatt der üblichen Einspielfilmchen zwischen den Liedern ein Kurzinterview mit Regimekritikern in Asserbaidschan. Dann haben wir ein reines Gewissen- auch wenns drüben keiner Sau hilft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#29 17.02.2012, 09:34 von drrandom

Woher kommt eigentlich der hochmütige Glaube, wir hätten die Möglichkeit und das Recht, undemokratische Regime zu demokratisieren? Wie soll das gehen? Mit Einmarsch, Flächenbombardement und Umerziehung?
Kommt die "historische Verantwortung", mit der dies bemäntelt werden soll, daher, dass wir vor sechzig Jahren erst die halbe Welt in ein Schlachthaus verwandelt haben und nach der vernichtenden Niederlage dann aus Gnade und strategischem Kalkül von den Amerikanern als Pufferzone gegen den Stalinismus wieder hochgepäppelt wurden?

Aus den misslungenen Demokratisierunsgversuchen von "Schurkenstaaten" der letzten zwei Jahrzehnte sollten wir eigentlich gelernt haben, dass Länder nur aus sich selbst heraus demokratisch werden können. Durch den Willen und den Impuls der Bevölkerung.

Unsere "historische Verantwortung" sollte eher darin liegen, keine Waffendeals mit solchen Regimen abzuschließen. Wenn es ums Geschäft geht, hört dann aber leider das ethische Bewusstsein bei vielen auf ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#30 18.02.2012, 02:04 von Ragnarrök

Zitat von mitten-in-bayern
1988 in der DDR gewesen. Berlin oder Dresden waren aufgehübschte Städte. Bei Prestigeobjekten wurde gebaut und renoviert. Aber, alles passierte mit einem ekelhaften Protz, man soll sehen, dass hier Geld im Überfluß zu Hause istl. Aber kaum ging man drei Straßen weiter, war alles abgewrackt und in bitterster Armut.
Unsinn.

DDR Bürger mussten nie hungern.
Jeder hatte Arbeit. Naja ...Beschäftigung. Kein Lohndumping. Kein ausbleibendes Geld vom Arbeitgeber / Leiharbeitsfirma. Keine Überfälle (mit Messer) am hellichten Tag. Kita Plätze für alle (wenn auch ökonomisch bedingt).
Im Gegenteil wenn die DDR in den 80er Jahren z. B. neben Guatemala gelegen hätte wären viele Leute IN die DDR geflohen.
Relative Rechtssicherheit, keine Todesschwadronen.

Schauen sie sich Drittwelt Länder an. Da finden Sie bitterste Armut.
Nicht das ich die DDR schönreden will

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3/3