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Feminismus und Film: Warum auf #metoo eine Stiftung folgen muss
DPA

Die Filmbranche ist durch #metoo aufgerüttelt worden. Viele Einzelinitiativen können nicht den nötigen Wandel bringen. Eine Stiftung muss her, fordern die Autorinnen Jutta Brückner und Claudia Lenssen.

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noalk 08.08.2018, 14:53
1. Gratwanderung

Mir fehlt da noch was: Wie soll gewährleistet werden, dass die künstlerische Freiheit unangetastet bleibt und keine Werkzeuge für versteckte zensorische Maßnahmen entstehen?

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fredfeuerstein 08.08.2018, 15:16
2. Spiegel

Gut dass mit diesem Text keine klassischen Rollenbilder verstärkt werden und er über das was er der Filmindustrie vorwirft erhaben ist!

"Die männliche Dramaturgie sagt: divide and conquer. Die weibliche sagt: combine and grow. Der weiblichen Dramaturgie gehört die Zukunft."
(Ja es ist ein Zitat aber der Text macht es sich zu eigen)

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dasfred 08.08.2018, 15:29
3. Über den Erfolg entscheidet der Zuschauer

Wenn es funktioniert, bitte gerne. Aber macht keine gute Geschichte kaputt, nur um dem Frauenbild eine neue tiefe zu geben. Ich kann mir eine Menge Plots vorstellen, in denen Männer im Hintergrund bleiben und Frauen realistische Rollen übernehmen. Frauen, mit Alltagssorgen oder Neuanfang zwischen dreißig und fünfzig finden kaum statt, obwohl sie ein enormes Potenzial bieten.

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benmartin70 08.08.2018, 15:38
4.

Es interessiert mich nur am Rande wer einen Film gemacht hat (bei deutschen Filmen schon dreimal nicht). Der Film als solches muss mich interessieren.

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arminpillhofer 08.08.2018, 16:18
5. Linker Feminismus im Film

Es ist typisch, dass der linke Spiegel dieser linksfeministischen Initiative eine Plattform gibt. Und typisch ist es auch, dass die Feministinnen hier eine 50% Quote auf allen Ebenen fordern. Das ist ein klarer Eingriff in die Freiheit der Kunst und bringt auch völlig unfähige Frauen in für sie nicht geeignete Positionen. Dass Frauen im Film unterrepräsentiert sind, liegt nicht an der bösen Männerwelt, sondern am oft nicht vorhandenen Selbstbewusstsein der Frauen. Frauen müssen also zuerst an sich selbst arbeiten und sich nicht auf völlig ungerechte Quoten verlassen.

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h_jahn 08.08.2018, 16:38
6. Bitte, was?

Also den Bogen von der in den USA initiierten #metoo-Bewegung zu einer in Deutschland zu gründenden und aus Steuergeldern zu finanzierenden Frauenförderstiftung in der Filmbranche zu schlagen, ist schon ziemlich gewagt. Es ist ja nicht so, dass sich Frauen in der Branche nicht durchsetzen könnten. Das hat schon Leni Riefenstahl vor fast 100 Jahren bewiesen und das können auch andere Frauen schaffen. Leider stellen die Autorinnen eben nicht die Frage, weshalb so viele der Absolventinnen am Ende eben nicht Regisseurin werden. Das kann ja nicht nur mit Sexismus zu tun haben. Ich könnte mir da auch eine geänderte Lebensplanung vorstellen. Das wird aber ignoriert, sondern gleich wieder die Unterdrückungskeule ausgepackt. Ich bin der Überzeugung, dass eine solche Stiftung nicht den talentierten Frauen hilft, sondern weniger talentierten Frauen Aufträge, ergo Geld verschaffen würde. Und da sehe ich als Steuerzahler ein Problem. Qualität setzt sich durch, dafür braucht es keine Stiftung. Und wenn doch, dann mögen doch die jeweiligen Interessenten ihr eigenes Geld stiften, um die Frauen zu unterstützen. Eine gesellschaftliche Aufgabe sehe ich hier nicht. Letztendlich wird hier #metoo auch noch ein Bärendienst erwiesen. Es wird nicht wenige geben, die auf der Basis dieses Artikels feststellen, dass es nur ein neuer Versuch war Geld abzustauben, das Frauen anscheinend nicht in der Lage sind, selbst zu verdienen. Und das sehe ich anders.

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PJanik 08.08.2018, 16:56
7. Ich bin für eine Förderung der CHANCENgleichheit und nicht für

eine Förderung der ERGEBNISgleichheit.

Im Extremfall kriegt der Faule das gleiche wie der Fleissige.
Der gute Doc das gleiche wie der mit den vielen Kunstfehlern.

Vielleicht sollte man einfach für alles ein Lotteriesystem nehmen?
Jobzuteilung.
Rollenzuteilung.

Das ist jetzt echt ernst gemeint. Da hat keiner seine Finger drin und kann manipulieren.

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fredfeuerstein 08.08.2018, 17:14
8.

Zitat von h_jahn
Also den Bogen von der in den USA initiierten #metoo-Bewegung zu einer in Deutschland zu gründenden und aus Steuergeldern zu finanzierenden Frauenförderstiftung in der Filmbranche zu schlagen, ist schon ziemlich gewagt. Es ist ja nicht so, dass sich Frauen in der Branche nicht durchsetzen könnten. Das hat schon Leni Riefenstahl vor fast 100 Jahren bewiesen und das können auch andere Frauen schaffen. Leider stellen die Autorinnen eben nicht die Frage, weshalb so viele der Absolventinnen am Ende eben nicht Regisseurin werden. Das kann ja nicht nur mit Sexismus zu tun haben. Ich könnte mir da auch eine geänderte Lebensplanung vorstellen. Das wird aber ignoriert, sondern gleich wieder die Unterdrückungskeule ausgepackt. Ich bin der Überzeugung, dass eine solche Stiftung nicht den talentierten Frauen hilft, sondern weniger talentierten Frauen Aufträge, ergo Geld verschaffen würde. Und da sehe ich als Steuerzahler ein Problem. Qualität setzt sich durch, dafür braucht es keine Stiftung. Und wenn doch, dann mögen doch die jeweiligen Interessenten ihr eigenes Geld stiften, um die Frauen zu unterstützen. Eine gesellschaftliche Aufgabe sehe ich hier nicht. Letztendlich wird hier #metoo auch noch ein Bärendienst erwiesen. Es wird nicht wenige geben, die auf der Basis dieses Artikels feststellen, dass es nur ein neuer Versuch war Geld abzustauben, das Frauen anscheinend nicht in der Lage sind, selbst zu verdienen. Und das sehe ich anders.
Ich finde den Bogen auch gewagt und er trifft genau das generelle Problem der #MeToo Debatte. Nämlich die Vermischung von Diskriminierung (strukturelle und persönliche) und sexueller Belästigung oder sogar Vergewaltigung. Dies zu Vermengen erweist tatsächlich allen Beteiligten einen Bärendienst. (außer vielleicht den Journalisten mit erhöhten Lesezahlen und Kommentaren)
Jeder der sich gegen die konkrete Maßnahme stellt oder diese kritisiert muss sich zumindest implizit gefallen lassen die Vergewaltigungsopfer nicht genügend zu unterstützen.

Aber zum eigentlichen Inhalt des Artikels:

Die ziemlich detaillierten Studien die im Artikel zitiert werden sind zwar kein Beweis (Alumni's müssen sich z.B. erstmal als Regisseure etablieren, deswegen ist auch der Zeitfaktor wichtig) aber doch ein sehr starker Indiz für eine Strukturelle existierende Benachteiligung (Wahrscheinlich ist ein (kleiner?) Teil davon sogar tatsächlich auch in den Köpfen der betroffenen Frauen)
1. Aber dem einfach die Annahme entgegenzusetzen "Das kann ja nicht nur mit Sexismus zu tun haben" und eine Frau (Riefenstahl) hat es geschafft, deswegen kann es ja kein Problem sein, ist auch etwas plump ;-)
2. Wollen wir als Gesellschaft Frauen nicht fürs Kinderkriegen beruflich bestrafen und außerdem ist die Abbildung der Gesellschaftllichen Verhältnisse auch ein Gut dass evtl eine Gewisse positive Diskriminierung zugunsten Rechtfertigt.

Grundsätzlich sehe ich aber Bevorzugung aufgrund von "Gendergerechtigkeit" im jeweiligen Einzelfall kritisch (kann der Einzelne Mann etwas dafür). Deswegen bin ich ein Fan von solchen strukturellen, das Denken und Hinterfragen anregenden Maßnahmen ( Förderung, Vernetzung, Information)

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vetris_molaud 08.08.2018, 18:14
9.

Das bedeutet, dass die deutsche Filmindustrie, dem Zeitgeist folgend, einen „Safe space“ für Regisseurinnen, Produzentinnen, Schauspielerinnen und sonstige Filmschaffendinnen einrichten soll, die sich trotz Gender-Gaga als weiblich definieren. Selbstverständlich müsste dieses gesellschaftlich hochgradig relevante Unterfangen zu 100% vom Steuerzahler subventioniert werden, da die aus diesem Prozess hervorgehenden Filme und Serien aufgrund ihrer abseitigen Thematiken kein Schwein sehen möchte. Schöne neue Welt ...

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