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Film über Seenotretter: Wie Abiturienten losfuhren, um Flüchtlinge zu retten
AFP

Sie haben Tausende Menschen vor dem Ertrinken bewahrt, doch nun ermittelt die Justiz gegen die Aktivisten von "Jugend Rettet". Regisseur Michele Cinque dokumentiert ihr Scheitern an der Migrationspolitik.

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Düsseldepp 11.07.2018, 18:10
1. Tragisch

Es ist tragisch, daß diese Aktivisten nicht erkennen können oder wollen, daß sie Teil des Problems sind und ganz sicher nicht der Lösung. Weniger Aktivismus und mehr Nachdenken täte gut.
Wer nicht ins Schlauchboot steigt, wird später auch nicht ertrinken. Das australische Modell ist genau richtig - dort konnte das Ertrinken auch weitgehend gestoppt werden. Wenn es nur um das Retten vor dem Ertrinken ginge, dann müssten diese Schiffe die Geretteten ein paar Seemeilen zurück an die nordafrikanische Küste bringen. Aber das geschieht nicht, sondern in Wahrheit geht es doch um Schleusung nach Europa. Genau das bekämpft die italienische Regierung zu Recht. Moralischer Rigorismus hilft da nicht weiter.

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frank.huebner 11.07.2018, 18:17
2. Ja, die "Retter" sind Teil des Schleppersystems

Oje, ich werde einen schönen Shitstorm bekommen. Aber die Retter sind Teil des Schlepperproblems. Die Flüchtlinge werden von den Schleppern auf seeuntüchtige Boote gesetzt mit der Hoffnung, dass diese von Rettungsschiffen aufgefischt werden. Damit sind die Rettungsschiffe Teil der Planungen der Schlepper und damit ein Teil des Problems. Wenn die Rettungs-NGOs aber gemäß Seerecht verfahren würden und die Geretteten gesetzesgemäß in den nächsten Hafen brächten, das ganze Schleppersystem würde schnell zusammenbrechen. Ja, liebe Rettungsfans, so ist es leider. Wenn ich Flüchtlinge (die zu 95% keine Bleibeperspektive in Europa haben) 20 km vor der lybischen Küste aufsammle ist es gegen das Seenotrecht, diese 500 km weiter in Europa an Land zu bringen. Die Geretteten müssen in den nächsten Hafen gebracht werden. Aber was interressiert es? Italien verfährt da ganz gemäß Gesetz. Unmenschlich ist es doch, die Flüchtlinge erst nach Europa zu bringen und dann wieder abzuschieben (was in Zukunft hoffentlich gemäß der geltenden Gesetze auch gemacht wird). Hier geht es gar nicht um rechts oder links, sondern um die Anwendung der Gesetze, die schon bestehen. Da muss man gar nichts verschärfen. Und die Abiturienten, die die Flüchtlinge retten und nach Europa bringen können gerne Bürgschaften für ihre Flüchtlinge übernehmen. Mal sehen, ob die in 12 Monaten auch nichr rausfahren.

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martin10 11.07.2018, 18:20
3. ... geanu diese Leute

sind es, die den Schleppern in die Hände spielen und das Sterben auf dem Mittelmeer gefördert haben....

Man wird sehen, das je mehr Boote von den Behörden "eingezogen" werden, um so weniger Flüchtlinge werden über das Mittelmeer kommen.

So sehr man die Beweggründer der "Retter" auch verstehen kann, die Realität ist eine andere!

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Sumerer 11.07.2018, 18:24
4. Meine Hochachtung!

Ich empfine es als geradezu pervers von europäischen Behörden und Politikern, wenn junge Leute mit innovativen Konzepten daran gehindert werden Menschenleben zu retten.

Unsere Politiker sind eine Schande. Und noch etwas: Es wird in Zukunft noch viel mehr Flüchtlinge geben, die in Seenot geraten. Das wird sich nicht verhindern lassen, auch wenn Schiffbrüchige gewissermaßen den Haien zum Fraß überlassen werden und so spurlos verschwinden.

Empathie hat dagegen noch nie eine Gesellschaft geschadet.

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d.meinung 11.07.2018, 18:27
5. Sinnloser Aktionismus

Irgendwie tragisch, dass diese Leute nicht erkennen, dass sie in ihrem Abenteuerurlaub Menschen nicht retten sondern gefährden. Ich will den diversen NGOs jetzt nicht unterstellen, bewusst mit Schleppern zu kooperieren, die Tatsache aber ist: seit die NGOs mit ihren Schiffen unterwegs sind, verwenden die Schlepper keine Schiffe mehr, die wirklich nach Italien kommen könnten. Das heisst, sie nehmen zynisch in Kauf, dass Menschen beim 'Umsteigen' auf hoher See ertrinken. Und die NGOs helfen ihnen dabei.

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skeptikerin007 11.07.2018, 18:31
6. Völlig falsch

Mit dem vielen Gelder, die für diese Art von "Rettung" könnten die Gutmenschen vielen afrikanischen Familien helfen, damit sie eine Existenz aufbauen können.
Diese Helfer haben mit Sicherheit Obdachlosen, alleinstehenden Alten oder junge Mütter geholfen.
Aber solche langweiligen Sachen bringen nicht die Publizität , die die sensationshungrigen Menschen möchten.
Ein Teil der Ertrinkenden ist von diesen angeblichen Helfer verursacht. Dafür sollten sie verantworten und nicht als Kinohelden agieren.

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general_0815 11.07.2018, 18:37
7. Rettung heißt

die Geretteten zurück nach Libyen bringen. Das steht auch nicht in Widerspruch zur Genfer Flüchtlingskonvention. Diese sagt aus, dass ein Flüchtling nicht in sein Ursprungsland zurück gebracht werden darf. Da aber kein, bzw. kaum ein Flüchtling aus Libyen kommt, oder die libysche Staatsangehörigkeit hat, ist es nicht sein Ursprungsland, sondern ein Transitland und somit ist es ein legaler Vorgang.

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bernd0963 11.07.2018, 18:40
8. Rettung ist keine Lösung

Die Rettung von Menschen aus Seenot löst in keiner Weise die Probleme vor denen diese Leute geflüchtet sind - in Gegenteil.
Schlepper werden animiert und verdienen Unsummen an Geld mit dem Wissen das sie nie bis ans andere Ufer des Meeres müssen.
Wer Menschen in Not helfen will der muss das in deren Ländern tun - nur das ist sinnvoll und nachhaltig.

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hildesheimer2 11.07.2018, 18:43
9. Mehr tun

Es sollten noch viel früher Rettungswege eröffnet werden ! Ein Transfer durch die gefährliche Sahara wäre mindestens ebenso wichtig wie die Seerettung. Möglicherweise konmmmen mehr Menschen im Vorfeld um ! Weiter sind die absolut katastrophalen Zustände (Hunger, Kinderprostitution, Zwangsarbeit, Schlepper) in Nordafrika endlich anzugehen. Wir sollten mit den Durchreiseländern Transitabkommen schließen, damit die mörderische Wanderung zu Fuß ein Ende hat. Dann könnte man in bestimmeten Häfen dafür Sorge tragen, dass von sicheren Häfen eine organisierte Rettung stattfindet. Dann könnten wenigstens die Schwächsten in sichere Schiffe aufgenommen werden. Falls es in Bürgerkriegsländern wie Somalia, Südsudan und Jemen Schwierigkeiten bei der Aufnahme gibt sollte die Bundeswehr oder die NATO eingesetzt werden. Die Kosten für diese umfassende Hilfe sollten von allen EU-Staaten aufgebracht werden, notfalls könnte Deutschland. in Vorleistung treten. Unterbringung und Integration schaffen wir dann irgendwie schon.

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