Forum: Kultur
Filmförderung umstrukturieren: Wie wir Flops mit Ansage vermeiden können
Constantin

Die Filmförderung fördert konsequent am Publikum und an den Kinos vorbei, findet Kinobetreiber und AG Kino-Vorsitzender Christian Bräuer. Mit einigen Maßnahmen könnte sich die Krise abwenden lassen.

Seite 1 von 4
Krokodilstreichler 06.08.2018, 14:47
1.

Filme, die dem Publikum und den Kinos gefallen, müssen ja nicht gefördert werden, die sollten sich schon selbst finanzieren. Man darf es mit der Subventioniererei auch nicht übertreiben. Nur hochwertige Filme, die sich nicht selbt finanzieren können, sind zu fördern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bidebotchi 06.08.2018, 14:50
2. Naja

Die Frage ist wohl eher die nach den Prioritäten. In Zeiten in denen es ein unendliches Medien, Film- und Serienangebot gibt mit dem keiner mehr mitkommt, gleichzeitig aber offensichtlich massiv Geld bei Renten sowie im Gesundheits- und Bildungswesen fehlt sollte man vielleicht mal in Erwägung ziehen ob man auf eine Filmförderung nicht generell verzichten könnte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
urbanism 06.08.2018, 14:57
3. es ist wie zwischen Privat und öffentlich rechtlichen Fernsehen

Unterschied liegt einfach darin begründet, dass in Hollywood die Produktionskosten an den Kinos wieder eingespielt werden müssen. Also muss entsprechend Filme produzieren die zum Kassenmagnet werden. Wenn dagegen in Deutschland meinen Film schon durch die Förderung bezahlt bekomme, wen von den Produzenten interessiert es dann noch, ob der Film beim Publikum ankommt. Das ist für mich der selbe Vergleich wie zwischen Privat Fernsehen und öffentlich rechtlichen Fernsehen. Das private Fernsehen braucht Einschaltquote um Werbekunde zu bekommen, das öffentlich rechtliche nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
P.Delalande 06.08.2018, 15:27
4.

Zitat von urbanism
Das ist für mich der selbe Vergleich wie zwischen Privat Fernsehen und öffentlich rechtlichen Fernsehen. Das private Fernsehen braucht Einschaltquote um Werbekunde zu bekommen, das öffentlich rechtliche nicht.
Und haben Sie denn den Eindruck, dass dadurch das Privatfernsehen besser ist als die "Öffentlich Rechtlichen"? Das doch wohl nicht.
Damit wäre die Frage, sollen Filme gefördert werden, ja schon fast geklärt.
Ohne Filmförderung und TV-Beteiligung gäbe es in Deutschland so gut wie keine Filmproduktion. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass das Verbreitungsgebiet von Filmen in deutscher Sprache doch sehr eingeschränkt ist, was die Wahrscheinlichkeit des finanziellen Erfolgs einer Produktion auch nicht gerade beflügelt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peterlee 06.08.2018, 15:34
5.

Ganz von der Hand zu weisen ist die Meinung des Autors sicherlich nicht, aber meiner Meinung nach, ist das falsche bzw. fehlende Marketing nicht das Problem des deutschen Films. Ich denke nur das Filmförderung in der falschen Filme fließt, entweder im große US-Produktionen die dies zum Anlass nehmen in Deutschland zu drehen oder in deutsche Produktionen, die einfach nicht den Geschmack des Publikums (und die keiner sehen will) treffen. Bei der ersten Gruppe denke ich, dass unabhängig von der Qualität des Films, keine deutschen Steuergelder in diese US-Filme fließen sollten, da meiner Meinung nach dies am Fördergedanken vorbei geht. Bei der zweiten Gruppe vermisse ich leider wirklich gute und unterhaltsame Filme. Außer mehr oder weniger unterhaltsamen Komödien (Kein Ohrhasen, Fack ju Göhte etc.) kamm eigentlich wenig. Ich kann das jetzt nicht empirisch Beweisen, aber meiner Erwartung wolle die Leute Krach-Wumm Popcorn Kino, epische Schlachten, Horrorfilme, politisch unkorrekten schwarzen Humor etc.. Mir würden auf Anhieb zehn klasse Themen einfallen, über die man einen Film machen könnte, der beim entsprechenden Buget und guter handwerklicher Machart ein riesen Publikum finden würden. Mir kommt da einfach zu wenig, die deutschen Komödien sind nicht mein Ding (ist sicherlich Geschmackssache), aber sonst gibts da nicht viel. Darum schaue ich halt Filme aus USA, Russland und England. Ich denke es geht nicht nur mir so, sonst wäre das deutsche Kino national (von seichten Komödien mal ausgenommen und zum Teil ganz gut gemachten Kinderfilmen) und international erfolgreicher. Das letzte was ich deutsche was ich wirklich gut fand war 4 Blocks und von Kinofilmen Bang Boom Bang und Lammbock. Naja, und natürlich Das Boot. Sonst fällt mir auf Anhieb nicht viel ein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sinderion 06.08.2018, 15:42
6. Denkfehler

Qualität und Massentauglichkeit müssen sich nicht ausschließen. Allerdings habe ich beim Großteil des deutschen Films das Gefühl, dass uninteressanter Quark produziert wird, dem erst im Nachhinein von den Kritikern Attribute wie "künstlerisch wertvoll" aufgestülpt werden und wer das oder den Sinn der Herstellung dieses Films nicht kapiert, ist doof.
Der letzte deutsche Produzent, der an große Zuschauerzahlen denken konnte und trotzdem auch Großes geschaffen hat, war Bernd Eichinger.
Wenn ich dem typischen deutschen Film von heute Farben zuordnen müsste, wären das grau und braun. Es ist einfach nahezu alles inhaltlich uninteressant bis kleinkariert und eine Daseinsberechtigung, diesen Film dann auch einer großen Leinwand zu sehen, gibt es meistens nicht. Denn der typische deutsche Film nutzt weder die Leinwand noch das Soundsystem eines Kinos, kann auch auf einem 30" Fernseher laufen.
Es geht sogar so weit, dass ich mich frage ob so ein Film selbst auf dem Fernseher meine Lebenszeit wert ist. Vergleichsweise ist der deutsche Film wie (zudem schlechte) Kleinkunst während anderswo (nicht nur Hollywood, auch in Europa!) großes Kino geboten wird...

Und dieser Brei von Leuten, die einfach keinen Bezug zum Publikum haben und Filme machen wie für ein Theaterprojekt an der Uni, der ist dann das, was bei uns gefördert wird.
Es fehlt einfach an Visionen, großen Themen und Leuten die davor keine Angst haben und auch mal Geld in die Hand nehmen, Risikobereitschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aleron 06.08.2018, 15:59
7. Wer ist für die Entscheidung verantwortlich?

Was soll gefördert werden und was nicht, welche Leute sind das, die das entscheiden? Vielleicht sollten mal die Experten und Filmkritiker sich mal selbst hinterfragen, ob sie ihren Job nicht schon zu lang machen. Ich hab ab und zu mal bei der Berlinale oder den Münchener Filmfestspielen reingeschaut. Dort wurden Filme beweihräuchern, die sich danach höchstwahrscheinlich keiner mehr freiwillig anschauen dürfte. Dort werden Details herausgeschält ....... Hier kann ich nur an Loriot verweisen mit seinem Sketch ' Filmkritik ' . Das drifft es auf den Punkt, wie man über ein paar Sekunden Film soviel reininterpretieren kann. Das können halt wirklich nur Experten, aber nicht der normale Zuschauer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
P.Delalande 06.08.2018, 16:09
8.

Zitat von Sinderion
Es fehlt einfach an Visionen, großen Themen und Leuten die davor keine Angst haben und auch mal Geld in die Hand nehmen, Risikobereitschaft.
Welches sind denn die großen Themen und Visionen, die fehlen?
Der gefühlt 100.000 mal verfilmte Angriff von Aliens, Monstern, Untoten, etc; oder vielleicht die 10.000. Verfilmung von Comics; die ebenso oft gezeigte dystopische Zukunftsvision?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hape72 06.08.2018, 17:00
9. Filmförderung wird auch komplett falsch gemacht!

Statt den Filmschaffenden die kompletten Fördergelder zu geben sollte man dazu übergehen und die Kinokarten für diese Filme subventionieren. Das sollte dann auch zu höheren Besucherzahlen führen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4