Forum: Kultur
Frauenprotest in Cannes: Im falschen Film
AFP

Das Filmfestival in Cannes will ein Zeichen gegen Sexismus setzen - und hat doch nur ein "red carpet event" zu bieten. Große Kunst von Frauen gibt es nicht zu sehen - im Gegenteil.

5b- 13.05.2018, 14:08
1. Feste erziehen nicht

“Das Filmfestival in Cannes will ein Zeichen gegen Sexismus setzen - und hat doch nur ein "red carpet event" zu bieten. Große Kunst von Frauen gibt es nicht zu sehen - im Gegenteil.”

Natürlich gilt Cannes als eines der Inhaltlich besseren Filmfestspiele. Es ist aber lediglich eine Festivität. Man kann den inhärenten Charakter der Veranstaltung nicht in Richtung Pädagogik verbiegen.
Heutzutage ist es sehr leicht auch an exotische Filme zu kommen. Wer sich mit feminosexistischen Filmen auskennt, der kann doch einfach eine Liste machen.

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spon_2545532 13.05.2018, 14:15
2. Ein Cannes-Festival nur für Frauen

Machen wir halt noch ein Cannes-Festival nur für Frauen!
Weibliche Regiesseusen, Schauspielerinnen, Jurorinnen, Preisträgerinnen etc.
Dann gibt es auch keinen Streit mehr (mit den Männern)!

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Criticz 13.05.2018, 16:23
3. "...gäbe es große Kunst von Frauen zu sehen"

das Naheliegendste wird ausgeblendet: vielleicht gab es (diesmal?) einfach keine besseren Filme einer Frau. Und weil, - auch - von der Autorin, ja permanent ein höherer Frauenanteil gefordert wird, werden nun Filme gezeigt, die dort - rein qualitativ - eigentlich nichts zu suchen haben. Und nun als "Katastrophe" bezeichnet werden.

Tja, die Geister die man rief sind nun als angekommen....mit aller Konsequenz. Wer ein Filmfestival nicht als kulturellen Wettbewerb sondern als Frauenrechtsforum versteht, sollte sich allerdings nicht wundern.

PS: aber auch ein Lob - oft hat man hier den Eindruck dass Filme einfach schon deshalb positiver besprochen werden weil sie von Frauen sind oder der "Sache der Frau dienen". Diesmal immerhin keine rosarote Brille. Und wenn Ihnen ein "Männerfilm" gefällt (eigentlich sollte es keine Rolle spielen welches Geschlecht hier Regie führt) - nein, dafür brauchen Sie sich nicht zu schämen.

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murkelaki 17.05.2018, 12:36
4. danke für nichts

„Die leidige, weil immer noch ergebnislose "Frauendiskussion" würde sich erledigen, gäbe es große Kunst von Frauen zu sehen.“ – da krieg ich doch sofort Schnappatmung!
Oh, da hat eine Schauspielerin ihre Protest-Geste gar nicht selber ausgedacht – wie unoriginell. Und dann hat eine Regisseurin einen möglicherweise nicht genialen Film abgeliefert – böseböse. Aber wieso überhaupt ‚leidige Diskussion‘? Die hat doch gerade erst angefangen!! Viel zu spät. Und ja, leider immer noch weitgehend ergebnislos – aber genau das IST DOCH DAS PROBLEM!
In Deutschland zumindest landen immer noch über 80% der öffentlichen Fördermittel in den Händen der mehrheitlich männlichen Regisseure. Weibliche Gesichter verschwinden ab Mitte 20 kontinuierlich von Bildschirmen und Leinwänden, 9 von 10 animierten Kinderfiguren sind männlich und etwa nur die Hälfte des Nachwuchses arbeitet später auch im gelernten Beruf… so viel zum Thema Chancengleichheit.
Ja aber wieso liefert dieser Bruchteil nicht bitteschön große Filmkunst ab? Vielleicht liegt es ja daran, dass frau nicht jahrelang Millionen (an Fördergeldern) verpulvern durfte, um sich mit ein paar mittelmäßigen und wenig erfolgreichen Filmen auszuprobieren. Oder vielleicht werden sie ja auch kritischer besprochen – weil Frauen immer noch besser, cleverer, origineller sein müssen, um gerechte Wahrnehmung beanspruchen zu dürfen. Und nicht verhöhnt werden. Vielleicht.
Es ist leicht, sich über diese red carpet-Aktionen lustig zu machen. Aber so lange es keine Chancengleichheit in dieser Macho-Branche (und überhaupt) gibt, genau so lange wird diese leidige Diskussion geführt werden müssen, egal mit welchen Mitteln – sorry for boring!

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