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"Fremdenfeindlich" aus Frust?: Es war Terror
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Warum debattieren wir nicht tagelang über rassistische Gewalt in Deutschland, wenn ein Mann "Kanaken" mit dem Auto totfahren will? Weil bei uns Tat und Motiv weniger wichtig sind als die Herkunft der Täter und Opfer.

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wenndannjetzt 12.01.2019, 12:27
1. Bravo

Das entspricht genau meiner Wahrnehmung der Berichterstattung besonders auch in den Lokal- und Provinzblättern.

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hpkeul 12.01.2019, 12:37
2. Betroffenheit.

Selbstverständlich ist jede der beschriebenen Untaten ein Schock für unsere eigentlich immer noch friedfertige Gesellschaft. Allerdings hat das schon mit Kain und Abel begonnen. Das ist keine Relativierung. Ich hatte das Glück, erstens in diesem Land geboren zu sein und zweitens in 69 Lebensjahren noch nie Opfer oder Zuschauer eines Gewaltverbrechens gewesen zu sein. Und ich lebe im Ballungsgebiet. Ich vermute: diese deutsche Lebenswirklichkeit teile ich mit 97?, 98?, 99%? Prozent der Bürger. Und egal was ein Gewalttäter an Begründungen für sein Tun anführt, wir sollten ihn als ordinären Verbrecher verfolgen und verurteilen, wenn er geisteskrank ist, müssen wir ihn wegsperren. Schon der Begriff "Terrorist" ist unangebracht. denn er relativiert, indem er unterstellt, der Täter hätte eine moralische Rechtfertigung. Und die gibt es nicht. Nicht bei uns, nicht im nahen Osten.

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Southwest69 12.01.2019, 12:46
3. Altbekannte Praxis

Alte Gewohnheiten ändert man nicht so schnell.

Versucht mal auf einer ostdeutschen Polizeiwache eine fremdenfeindliche Straftat anzuzeigen, da kann man besser einen Pudding an die Wand nageln.

Rechte Straftäter müssen sich teilweise wirklich ein Schild um den Hals hängen, damit der reaktionäre Teil der Bevölkerung sie überhaupt als solche erkennt.

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ingnazwobel 12.01.2019, 12:52
4.

Irgendwo habe ich gelesen, dass Zeitungen und Fernsehnachrichten nur über das unnormale und aussergewöhnliche berichten und für das alltägliche keine Zeit haben. Da Rechtsextremissmus und rechte Gewalt an der Tagesordnung sind, wird dies eher außen vorgelassen.

Im Geiste der besorgten Bürger wird dann diese Tat als Einzeltat deglariert.
Es ist aber auch wie beim "Staat": auf dem rechten Auge sind sie alle Blind.

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my_chem 12.01.2019, 12:52
5. Sehr treffend

Vielen Dank für diesen Beitrag. Dieser Sachverhalt muss viel ausführlicher diskutiert werden. Werden rassistische Übergriffe nicht als solche benannt, besteht die Gefahr der Normalisierung solcher Taten und eine verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit. Im übrigen sprach auch der Spiegel von einer ?Auto-Attacke?. Zwar erscheinen jetzt auch Beiträge wie dieser, jedoch viel zu spät. Den meisten wird der Begriff ?Attacke? im Gedächtnis bleiben.

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cat69 12.01.2019, 12:53
6. Ach Ferda, berufsbeleidigt ?

Wir diskutieren deshalb nicht weil es nur eine Meldung von vielen am Tag ist die es wert sind allenfalls überflogen zu werden. Man fährt nicht mit Autos in Menschen, beklaut keine Omas und raubt keine Banken aus. Goldmünzen stiehlt man auch nicht. Was gibt es da zu diskutieren, wozu die Aufregung?

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kpkuenkele 12.01.2019, 12:56
7. Ungerechtferigte Relativierung

Jede dieser Taten ist abscheulich und jede Relativierung abzulehnen. Das gilt auch für diesen Versuch, Angriffe auf Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft als harmloser darzustellen als Angriffe auf Minderheiten. Rassismus und religiöse Intoleranz sind Brüder im Geiste, das Niederfahren von Ausländern wie das wahllose Einprügeln auf Einheimische zeigt ein völliges Fehlen von Respekt für andere Menschen und deren Menschenrechte. Der Versuch, hier zu gewichten und zu relativieren, ist abstoßend.

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Kasob 12.01.2019, 12:58
8. Bei Spiegel nicht anders.

Wenn in Afghanistan oder Pakistan eine Bombe hoch geht und 60 Menschen sterben, gibt's ne kurze Meldung. Wird aber in den USA wieder Amokläufer gemeldet mit 5 Toten, gibt es mehrere Artikel und das über Tage. Das macht der Spiegel aber schon seit Jahren.

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KlausF20 12.01.2019, 12:58
9. Begrifflichkeit

Die Gefahr der Pauschalisierung von politisch motivierten Straftaten als "Terror" ist doch, dass dieses Aufladen mit Bedeutung mit zur Motivation der potenziellen Täter beiträgt. Das trifft auf religiöse Extremisten genauso, vielleicht noch stärker zu. Das Strafrecht macht doch schon die Unterscheidung, ob jemand aus niederen Motiven handelte. Fremdenhass gehört mit Sicherheit dazu. Aber dass jetzt jeder, der früher als gewalttätiger Neonazi oder Mörder bezeichnet worden wäre, jetzt im Sprachgebrauch Terrorist werden sollte, trägt nach meinem Empfinden nicht zur Lösung der gesellschaftlichen Ursachen bei.

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