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Grandioser "Tatort"-Saisonauftakt: Es kann nur einen geben
ARD

Ein "Tatort" komplett ohne Schnitte: Regisseur Dani Levy inszeniert den Giftanschlag auf einem Musiker mit Backstage-Ermittlungen in einem einzigen langen Take. Schuld und Bühne, hoch verdichtet.

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hakau 06.08.2018, 00:11
30. Erste Sahne

WOW! Das war mal ein spannender, perfekt inszenierter Tatort mit exzellenten Schauspielern, einer super Kamera und einer bravourösen Regie. Chapeau!

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Shlabotnik 06.08.2018, 06:41
31. Formal interessant, inhaltlich lahm

Die Rezension sagt es ja im Grunde schon: es gibt Vorbilder für diese Art des Filmens. In meinen Augen beschert die Form hier keinen inhaltlichen Zugewinn. Die Handlung klischeehaft, die Motivation völlig unglaubwürdig. Vielleicht hatte dieser - zugegebenermaßen virtuose - One Shot nur den Grund, von dem schwachen Inhalt abzulenken. Die Metaebene mit dem Blick und dem Kommentar in die Kamera rettet da auch nichts mehr.

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U. Haleksy 06.08.2018, 08:14
32. Erstaunlich

Endlich mal entsprechen sich positive Besprechung durch Buß und meine Rezeption. Ich wusste nix von der Drehtechnik und habe es auch mindestens eine halbe Stunde nicht bemerkt. Das spricht für die Qualität des Inhalts und der permanent aufrechterhaltenen Spannung.

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supergrobi123 06.08.2018, 08:58
33. Große Kunst!

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals, angestachelt von dem Oscar für den besten Film, Birdman sah. Meine Güte fand ich den schlecht! Pseudokünstlerischer Mist! Doch nach einer Weile merkte ich, dass das alles ein einziger Take war! Urplötzlich war ich fasziniert, die Handlung rückte in den Hintergrund. Bis eine physikalisch unmögliche Kamerafahrt durch ein vergittertes Fenster die Illusion zerstörte. Ich googelte, musste erfahren, dass durch digitale Trickserei lediglich der Anschein eines One Takes erweckt werden sollte, und änderte meine Meinung zu publikumsverarschender pseudokünstlerischer Mist. Der Tatort aber hat es durchgezogen. Sprang die Kamera ins Auto und fuhr richtung Bahnhof, fragte ich mich unwillkürlich, was die hunderten Statisten im Konzertsaal jetzt wohl gerade machten. Das war alles schon grandios gemacht, absolut sehenswert, sollte man der Academy mal zeigen, die Birdman so toll fand. Unterm Strich gibt es für mich aber ein einzelnes Kriterium, das erfüllt sein muss, um ein Topfilm zu sein. Würde ich ihn mir ein zweites, drittes, viertes Mal anschauen? Nein.

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label 06.08.2018, 09:40
34. fürchterlich theaterhaft

richtig: die Idee ist zu loben, die Kameraarbeit sogar besonders. aber die entsetzliche Theaterhaftobjekt des Sohnes (dem Drehbuch zu schulden) und der beiden Frauen um den Alten war echt unerträglich. warum müssen Schauspieler immer zeigen, dass sie irgendwann mal eine Schauspielschule besucht haben?

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fortinbrass 06.08.2018, 12:56
35. Verfilmter Einakter

Zitat von Shlabotnik
Die Handlung klischeehaft, die Motivation völlig unglaubwürdig. Vielleicht hatte dieser - zugegebenermaßen virtuose - One Shot nur den Grund, von dem schwachen Inhalt abzulenken. Die Metaebene mit dem Blick und dem Kommentar in die Kamera rettet da auch nichts mehr.
Film und Fernsehen leben von Szeneriewechsel und Schnitt. In einem gut arrangierten Film müssen die beiden größten Nervensägen, der Alte und der Youngster, nicht so überdreht agieren, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und die gewünschten Inhalte dem Zuschauer zu verdeutlichen. Das war keine erzählende Kameraführung, sondern eher die zusammenfassende Perspektive einer Video-Überwachungsanlage..

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prostetnik 06.08.2018, 16:20
36. Bestätigung - großes Lob

Ich war nie so dicht am geschehen - jedenfalls nicht beim Tatort. Sehr atemlos das Ganze - unterschwellig spannend. Die einzigen Distanz-Pausen schafft Andri Schenardi durchaus gewollt. Gutes (Theater-)Stück!

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pressionist reloaded 13.08.2018, 23:05
37. Warum ist der Tatort nur so gut?

Er folgt dem Aufbau des klassischen Dramas wie in Macbeth. In Atem wird man durch brechtsche Elemente gehalten. Modern umgesetzt mit fliegender Kamera rund um alle Protagonisten. Ein Meisterstück. Nur erkennt es keiner. Und die Kritiker suchen an den falschen Orten um etwas halbwegs Schlaues zu schreiben. Es genügt, in der Oberstufe in Literatur aufgepasst zu haben. 10 von 10 Punkte!

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