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Graphic Novel "Ideal Standard": Paarmenschen geht es auch nicht besser
Aude Picault/ Reprodukt

Viele Männer ausprobieren - und am Ende doch lieber alleine bleiben? Die Graphic Novel von Aude Picault zeigt mit sanfter Bosheit, wie sich eine Frau gegen den Zwang zur Zweisamkeit wehrt.

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Lykanthrop_ 01.11.2017, 13:30
1.

Wenn Clair und andere Frauen und Männer so mit Ihren Aussehen hadern, ist das dann nicht eine Selbst-Objektinfizierung ? Wir leben in einer extrem oberflächlichen Welt, auch Feministinnen.
Clair will möglichst gut aussehen um Ihren Wert zu steigern und sich gut zu verkaufen, am besten an Mr. Perfect, Traummann.
Das Single Dasein hat Vorteile und Nachteile und das Paar Dasein auch, es ist verzwickt.
Das Problem ist, zu wissen was man will.
Mr., Mrs. Perfekt ? Den zu bekommen wird mit zunehmenden Alter immer unwahrscheinlicher. Gerade für Frauen. Männer mögen Frauen jung und hübsch, Frauen mögen Männer mit hohem gesellschaftlichen und finanziellen Rang.
Dann stellt sich die Frage, wenn Mr., Mrs. Perfect außer Reichweite ist bleibe ich dann lieber Single ?

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divStar 01.11.2017, 13:48
2. Ich sehe das Problem nicht..

Niemand ist gezwungen in der Hinsicht - niemand muss sich solchen Zwängen unterordnen. Du (ich) bist (bin) Single? Okay. Ich probiere sexuell viel aus? Auch okay. Ich habe meinen Traumpartner gefunden oder will doch alleine bleiben? Auch okay - wen interessierts?

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Nordstadtbewohner 01.11.2017, 14:13
3. Eine Frage der Sichtweise

Ist es wirklich so, dass die Menschen hierzulande im Jahr 2017 den "gesellschaftlichen Zwängen" des Jahres 1960 ausgesetzt sind? So liest sich für mich die Novelle. Frauen wie Claire sind nicht gezwungen, eine Beziehung einzugehen. Sie können, aber sie müssen nicht.

Generell sollte man sich vor Augen halten, dass alles, aber wirklich alles, im Leben seinen Preis hat. So zum Beispiel Elternglück: Das kostet durchaus den ein oder anderen Nerv (zB. in der Nacht), dafür wird man dann in den Elternglücksmomenten dafür entschädigt. Oder Familienzusammenhalt: Wenn die eigene (alte) Mutter beim Sohn einzieht. Das ist mitunter anstrengend, weil ältere Menschen auch ältere Lebensgewohnheiten haben. Dafür gibt es dann gelebten Familienzusammenhalt. So ist das auch in einer Paarbeziehung: Die kostet mitunter (viele) Kompromisse, bietet dafür auch Liebe und Zuneigung.

Mein persönliches Gefühl ist aber, dass viele Menschen (vor allem Frauen) nicht mehr bereit sind, diesen "Preis" zu zahlen, sondern einfach nur das haben wollen, was andere haben oder wie die Autorin an sich und der eigenen Beziehung gescheitert sind.

Niemand wird gezwungen, eine Beziehung einzugehen.

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123Valentino 01.11.2017, 14:15
4. Wo ist...,

das Problem? Mr, Right wird man schwer finden, denn wenn Mr. Right das ist was viele glauben, wäre er schlecht beraten sich zu binden.
Ich stelle fest Mrs. Right habe ich nicht gefunden, gut, danach hat noch niemand gefragt. Persönlich benötige ich Mrs. Right nicht. Dazu muss ich aber nicht unzählige one night stands suchen. Noch eins, was ist heute noch privat ? Was politisch? Außer Sahra Wagenknecht fällt mir da niemand ein.

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sok1950 01.11.2017, 14:58
5. viele Männer ausprobieren - und am Ende doch allein bleiben

so, und nicht anders muss die Aussage lauten.
Mal andersherum fragen: Welcher Mann nimmt eine Frau, deren Tätigkeit als Sexarbeiterin öffentlich bekannt ist? Wer viele Männer kostenlos oder für Geld (das Prinzip ist das Gleiche) an sich heran lässt braucht sich dann nicht zu wundern, wenn kein vernünftiger Mann im Sinne von vorzeigbar, für Frau angemessen, noch Interesse hat...
Für Männer gilt: Nur der Erste ist der Sieger, alle danach nur Verlierer. Bei Frauen ist das ein bisschen anders: Sieger ist diejenige, welche den Mann halten kann.

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spon-41d-frm9 01.11.2017, 15:46
6. realistisch

So sind wir doch aufgewachsen, genau mit diesem Etikett. Mann-Kinder-Haus, das gehört zum gelungenen Leben. Weil ich das nicht vorweisen konnte bis meine Oma gestorben ist, hat sie mich enterbt, und meine Mutter schämt sich für mich, weil ich immernoch alleine bin. So sehr wir uns doch den Fortschritt wünschen, hinter den Wohnungstüren leben wir tatsächlich noch in den 60ern (Nordstadtewohner), oder sogar zu Zeiten der Gebrüder Grimm. Die haben uns als Kindern schon vorgegaukelt dass die Prinzessin, so zickig sie auch ist, am Ende doch mit dem Prinzen zusammen kommt. Schneewittchen hätte genauso gut von einem Golden Retriever abgeschleckt werden können um von dem Apfelstück und dem Fluch befreit zu werden. Nein, ein Prinz muss es sein.

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quark2@mailinator.com 01.11.2017, 16:00
7.

Man probiert nicht verschiedene Männer aus, man probiert es mit verschiedenen Männern aus. Ich fahre schließlich auch keine Frauen Probe oder son Sch****. Eine Einstellung hat sich hier eingeschlichen, da kann einem schwarz vor Augen werden.

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rational_bleiben 01.11.2017, 16:07
8.

Interessant, dass alle ach so hippen Medien Geschichten von ach so selbstbewussten Frauen erzählen, die promiskuitiv sind und ach so zufrieden - seltsamerweise aber alle dieses aufdringliche Mitteilungsbedürfnis haben. Sind sie vielleicht doch nicht so zufrieden und brauchen daher Bestätigung für ihre Lebensweise? Was den Frauen von den hippen Medien nicht erzählt wird: promiskuitive Frauen haben es bei Männern, die wählen können, ziemlich schwer. Auch wenn es politisch ach so unkorrekt ist und archaisch - "Unverbrauchtheit" ist für Männer mit gutem Aussehen und hohem sozioökonomischen Status an einer Frau immer noch eines der wichtigsten Merkmale (ich rede nicht davon, dass Männer Jungfrauen präferieren, wir sind "Gott sei dank" nicht im Kalifat, aber zwischen 0 und 25 gibt es noch eine Menge Luft). Da schreien die Feministinnen natürlich auf - genausogut aber könnten wir Männer aufschreien, weil Frauen Männer mit markantem Kinn, breiten Schultern oder mit viel Geld eher sexuell anziehend finden. Das ist nunmal evolutionsbiologisch so determiniert, da kann man nichts dafür und daran ist nichts verwerflich. Kurioserweise finden Frauen Männer mit vielen Ex-Partnerinnen noch anziehender - kann man evolutionsbiologisch aber auch ziemlich einfach erklären. Mir haben sich schon einige Frauen an den Hals geschmissen und signalisiert, dass man bei ihnen nicht lange herumreden muss und ja, ich lasse solche Gelegenheiten nicht aus. Dass sich diese Frauen aber jedesmal wunderten, weshalb ich mich nicht für eine ernste Beziehung mit ihnen interessierte - das hat wiederum mich ziemlich gewundert. Nicht gewundert hat mich, dass deren Ex-Freunde immer Idioten waren, diejenigen die wählen können haben wohl dankend abgelehnt. Frauen sollten wissen, wie Männer ticken - jedenfalls nicht so, wie es euch die hippen Medien vorgaukeln. Nein, wir wollen keine Frauen, die von Bett zu Bett hüpfen, auch wenn das kaum noch ein Mann zugeben darf. Und um die Ultra-Feministinnen noch mehr zu ärgern: ja, es freut uns gutaussehende Männer in angesehenen Berufen, dass es immer Frauen gibt, die ihre Promiskuität offen signalisieren, denn die Gelegenheiten nehmen wir gerne mit.

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Olaf 01.11.2017, 16:17
9. Jeder möchte gleich behandelt werden und zwar ganz individuell.

Richtig, das ist ein Widerspruch, aber genau das wird gefordert. Selbstverständlich geht in einer Partnerschaft etwas von der persönlichen Freiheit verloren. Man muss Zugeständnisse machen, beim Urlaub zu Beispiel, aber auch bei tausend anderen Dingen.

Damit kann man Probleme haben, das ist normal. Je länger man Single ist, desto schwieriger fällt es einem sich zu ändern. Auch das ist so.

Man kann dann durchaus zu dem Schluss kommen, dass einem die Partnerschaft diese Opfer nicht wert ist und das man besser alleine dran ist. Auch das ist in Ordnung.

Nur sind das alles persönliche Entscheidungen an denen niemand Schuld hat, außer man selber.

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