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Großes Horror-Debüt: Auf Nummer unsicher
Forgotten Film Entertainment

In den Alpen ist der Teufel los - oder tobt er nur im Kopf einer einsamen Frau? Lukas Feigelfeld lässt in seinem Debütfilm virtuos die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen.

nochfragen? 18.05.2018, 12:18
1. Der Fluch

In diesem Zusammenhang darf ein Hinweis auf den atmosphärischen Heimatfilm-Horror von 1988, der völlig zu Unrecht untergegangen ist, nicht fehlen: Der Fluch, Regie: Ralf Huettner, mit Dominic Raacke, Barbara May, Romina Nowack. Ausdrücklich: Heimatfilm-Horror, nicht Horror-Heimatfilm ;)

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ratz1967 18.05.2018, 12:38
2. Da es ein Deutscher Film ist...

wird er genauso düster und grau rüberkommen, wie all die Tatorte und Thriller auch, die in Deutschland produziert werden. Warum vergessen die Regisseure deutscher Filme dauernd, den Farbregler auf "normal" zu stellen? Die Filme wirken immer "zementgrau", düster, abweisend und klaustrophob. Das muß auch bei Horror- oder Grußelfilme nicht sein, wie die internationale Konkurrenz zeigt. Irgendwie spielt in jedem aktuellen deutschen Krimi, Thriller, Grusel-, Horrorfilm immer die graue NS Vergangenheit mit. Die deutschen Filme wirken wie die Nachkriegs-Fotos zerbombter Städte: Blass und Farblos. Nichts, was man sich zweimal antun will.

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ber82 18.05.2018, 13:39
3. Großartiger Film...

Natürlich ist dieser Film düster! Es handelt sich ja auch um einen Horrorfilm, der nicht mit Splatter- und/oder Schockeffekten arbeitet, sondern um einen Film, der durch seine Bilder und auch die musikalische Untermalung ganz andere Sinne und Gefühle ansprechen soll, als die großen Verwandten aus Hollywood und Co.

Ich habe den Film im Zuge der Woche der Kritik in Berlin gesehen und muss sagen, dass mich selten ein Film so in seinen Bann gezogen hat wie dieser.
Die Bilder und die Musik haben eine nahezu hypnotische Wirkung und noch lange nachdem der Film zu Ende war, saßen noch viele Zuschauer über das Gesehene und Gehörte nachdenkend auf ihren Plätzen.
Nicht weil es drastische oder abstoßende Bilder waren, die der Psyche zugesetzt hätten, sondern aufgrund der atmosphärischen Dichte des Gesehenen und Gehörten.
Ich kann diesen Film absolut empfehlen!
Wer allerdings klassische Horrormotive wie strömendes Blut, haarsträubende Schockmomente und eine als roter Faden dienende Liebesgeschichte im Hollywood-Stil erwartet, der sollte lieber draußen bleiben.
Auch wer direkt im Anschluss daran eine ausgelassene Partynacht verbringen möchte, dem sei hier von diesem Film abgeraten.
Es handelt sich hierbei eindeutig NICHT um leicht konsumierbaren Mainstreamhorror, dessen Wirkung spätestens mit Verlassen des Kinosaals vergessen ist, sondern um einen Film, der es hervorragend versteht die Psyche des Zuschauers sehr viel subtiler und nachhallender anzusprechen.

Ganz großes Kino!
Danke dafür lieber Lukas Feigelfeld!

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