Forum: Kultur
Gruppentherapie im Odenthal-"Tatort": Dieses Hotel ist der Horror
SWR/ Martin Furch

Kommissarin Odenthal besucht mit ihren Kollegen im Schwarzwald ein Motivationsseminar. Ein weiterer Südwest-"Tatort", bei dem die Schauspieler improvisiert haben - das geht nach hinten los.

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schwaebischehausfrau 02.03.2018, 14:44
1. Danke SPON..

hilft einem, aus dem Sonntagabend was Besseres zu machen als sich das anzutun. Schon der letzte Versuch mit dem Laientheater, irgendwas Originelles zu machen, hat jedem halbwegs seelisch gesunden TV-Zuschauer nur körperliche Schmerzen bereitet. Die ganze deutsche Tatort- und Krimi-Szene (seit Jahren nur eh nur noch Klamauk, meist zudem von irgendeiner "Region" mit touristischen Ambitionen gesponsert und in Auftrag gegeben) ist an Erbärmlichkeit nicht zu überbieten - besonders wenn man es mit Krimis vergleicht, die Dänen und Schweden seit Jahren in Serie abliefern und trotzdem 10x so "spannend" sind wie "Tatort-Münster"-Klamauk, Nordsee-Krimi, Bodensee-Krimi, Taunus-Krimi etc.pp. ) Das am kommende Sonntagabend gelieferte Selbstfindungs-Seminar beschreibt wohl eher den Geisteszustand der deutschen TV-Krimi-Autoren. Ausser peinlichen Tarantino- und Coen-Brother-Anleihen fällt denen nichts mehr ein. Was eigenes schon gar nicht. Das letzte halbwegs Originelle , Andere, Kreative, das deutsche Drehbuchschreiber abgeliefert haben war "Lola rennt" und ist auch schon gefühlte 20 Jahre her. Wenn die ARD einen weiteren Beweis dafür liefern will, dass das anstrengungsfreie Einsammeln von Zwangsgebühren nur träge und unkreativ macht, dann wird ihr das am Sonntagabend wohl wieder mal eindrucksvoll gelingen.

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karl-wanninger 02.03.2018, 15:21
2.

Zitat von schwaebischehausfrau
...ist an Erbärmlichkeit nicht zu überbieten - besonders wenn man es mit Krimis vergleicht, die Dänen und Schweden seit Jahren in Serie abliefern und trotzdem 10x so "spannend" sind wie "Tatort-Münster"-Klamauk, Nordsee-Krimi, Bodensee-Krimi, Taunus-Krimi etc.pp.
Ausgerechnet die megadrögen Krimiserien aus Skandinavien, bei der alle Beteiligten unter schwerster Gastritis zu leiden scheinen, sollen es sein? Vielleicht auch noch die nicht weniger drögen Krimiserien aus "Great Britain"? Nö, dann doch lieber jeden ARD-Tatort, egal woher.

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Newspeak 02.03.2018, 16:48
3. ...

"Am deutlichsten wird das an der Filmmusik: Auf der Grundlage eines vierseitigen Exposés hatte die Musikproduzentin Martina Eisenreich vor dem Dreh eine viersätzige Symphonie komponiert. Sie wurde von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz eingespielt und über das freie Spiel der Akteure gelegt."

Ein weiteres Kapitel im Trauerspiel, wie man ohne Sinn und Verstand fremdes Geld ausgibt. Was soll denn so eine Symphonie im Tatort-Kontext bringen? Wieso muss man diese Dinge auslagern? Gibt es im aufgeblaehten Oeffentlich-Rechtlichen Apparat keine eigenen Tonkuenstler? Stand dahinter eine kohaerente kuenstlerische Absicht, oder war es einfach nur der Gedanke, hey, das ist total crazy, das wird eine so seltsame Mischung, das muss gut werden?

Ich denke, das Tatort Format wird schon seit Langem inflationaer versendet. Deshalb ueberbietet man sich in Seltsamkeiten. Ein normaler Krimi reicht schon lange nicht mehr, damit waren es solche einfach erzaehlten Stoffe, die das Format beruehmt gemacht haben. Heute muss es Arthouse sein. Oder Sozialkritik. Darunter geht es nicht mehr. Wenn man aber, Sakrileg, die Anzahl der Teams reduzieren wuerde, und auch die Anzahl der Sendetermine, vielleicht nur noch jeden zweiten Sonntag, DANN haette man auch die Moeglichkeiten, sich wieder auf anspruchsvolle Fallkonstruktionen zu konzentrieren, statt oberflaechlichler Effekthascherei. Und das Produkt wuerde evtl. wieder so aufgenommen, wie das frueher mal war. Dass man sich in den 80ern schon eine Woche im Voraus auf so einen Fernsehabend freuen konnte, und seine Freizeit um so ein Ereignis herum plante, das erscheint ebensowenig mehr vorstellbar, wie die historische Tatsache, dass am Freitag- und Samstagabend wirklich hervorragendes Spielfilm- und Showprogramm lief. Und zwar ab 20 Uhr und nicht erst nachts um 3.

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karl-wanninger 02.03.2018, 17:01
4.

Zitat von Newspeak
Ich denke, das Tatort Format wird schon seit Langem inflationaer versendet. Deshalb ueberbietet man sich in Seltsamkeiten. Ein normaler Krimi reicht schon lange nicht mehr, damit waren es solche einfach erzaehlten Stoffe, die das Format beruehmt gemacht haben. Heute muss es Arthouse sein. Oder Sozialkritik. Darunter geht es nicht mehr.
Ist es denn nicht viel interessanter, wenn sich Krimis auch mal um neue Erzählweisen, oder Formen bemühen, auch wenn das dann zuweilen daneben geht, als die ewig gleichen, schon tausende male erzählten, aufrechten Detektivgeschichten aus dem letzten Jahrhundert.

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emobil 02.03.2018, 21:10
5.

Zitat von karl-wanninger
Ausgerechnet die megadrögen Krimiserien aus Skandinavien, bei der alle Beteiligten unter schwerster Gastritis zu leiden scheinen, sollen es sein? Vielleicht auch noch die nicht weniger drögen Krimiserien aus "Great Britain"? Nö, dann doch lieber jeden ARD-Tatort, egal woher.
stimmt!
Vor allem aber die Skandinavien Krimis als Vorbild? Das ist lächerlich!!!
Da sind die eine Hälfte der Bevölkerung wahnsinnige, perverse, sadistische Massenmörder und die andere Hälfte Kriminalkommissar/innen. Und immer ist es duster.

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thd1958 03.03.2018, 18:49
6. Bei soviel ...

... Vorschuss- äh ... Goldenen Zitronen hier und anderswo ... werde ich mir den Experimental-Tatort mit Frau Odenthal wohl doch anschauen. Wie immer: In der Mediathek, im Anschluss. Zur selben Zeit gibt's nämlich echt was Besseres. Aber eben woanders!

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emobil 04.03.2018, 14:33
7.

Zitat von thd1958
... Vorschuss- äh ... Goldenen Zitronen hier und anderswo ... werde ich mir den Experimental-Tatort mit Frau Odenthal wohl doch anschauen. Wie immer: In der Mediathek, im Anschluss. Zur selben Zeit gibt's nämlich echt was Besseres. Aber eben woanders!
Ach so, Sie meinen Rosamunde Pilcher?
Ja dann ...

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cafe-wien 04.03.2018, 15:40
8. Und so werden wir bald die ersehnte Nachricht lesen

Und die lautet: "SWR-Tatort mit Ulrike Folkerts wird mit Beginn der kommenden Sommerpause final eingestellt." Ich gönne dem sympathischen Axel Ranisch jeden Euro von den 1,5 Millionen Zwangsgebühreneuros für seinen Kasperlequatsch - aber bitte nicht mit dieser überbezahlten, völlig talent- und handwerksfreien Edelkomparsin. Bitte, SWR, bitte, ARD: Machen Sie endlich Schluss mit der dreimal auserzählten Figur "Lena Odental"!
Vor ein paar Tagen diskutierte Sandra Maischberger über die mögliche Abschaffung der Öffentlich-Rechtlichen, wie sie jetzt auch in der Schweiz qua Volksentscheid herbeigeführt werden könnte. Im Beisein der Gebührenmultimillionäre Tom Buhrow, Thomas Gottschalk, Maischberger und Atalay kam wieder heraus, dass ein immer gigantischer werdender Teil der fast zehn Milliarden jährlichen Zwangseuros für die Pensionszahlungen der Vollversorgten eingesetzt wird (Tom Buhrow hat z.B. jetzt schon einen Pensionsanspruch von drei Millionen Euro!). Die verdeckten (!) Pensionszahlungen, die die ARD seit Jahren leistet, wurden noch gar nicht mitgerechnet: Dazu gehört die öffentlich-rechtliche Zwangsernährung der Edelkomparsin Ulrike Folkerts. Und das ist nur ein Fall von vielen. In der Politik werden geschasste Figuren nach Brüssel abgeschoben (siehe Oettinger). Bei der ARD dürfen sie therapeutische Schauspielübungen mit Axel Ranisch machen und Tatort-Kommissarin spielen. Bitte, ARD: Werden Sie erwachsen und beenden Sie dieses unwürdige Schauspiel!

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thd1958 04.03.2018, 16:07
9.

Zitat von emobil
Ach so, Sie meinen Rosamunde Pilcher? Ja dann ...
Es gibt, Gott sei Dank, seit 'n paar Jahrzehnten mehr als drei Fernsehprogramme. Da werde ich mir doch was aussuchen können?

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