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"Hanni und Nanni 4 - Mehr als beste Freunde": Tomboy-Touch statt Tussikram
imago/ Horst Galuschka

Mit "Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste" etablierte sich Isabell Suba als feministische Regisseurin. Hier spricht die Berlinerin über ihren neuen Film "Hanni und Nanni 4", das Kräftebündeln und Femifesto.

Nordstadtbewohner 28.05.2017, 20:21
1. Schade.

Ich bin selbst Vater dreier Kinder und sehe mich durch diesen Artikel leider mal wieder bestätigt. Die Zahl der Kinderfilme und Kinderbücher, die ideologisch/ politisch durchtränkt sind, hat in den letzten Jahren zugenommen. Ich sehe mich mittlerweile gezwungen, im stärkeren Maße eine Vorauswahl zum Schutz meiner Kinder zu treffen. Hanni und Nanni richtet sich an ein sehr junges Publikum, das noch früh genug mit Politik, Feminismus und anderen Ideologien zu tun bekommt. Von daher finde ich es nicht gut, dass man sich wie Isabell Suba an Kinderfilmen vergreift, nur um anderen das eigene Weltbild aufzuzwingen.

Man sollte Kinder einfach mal Kinder sein lassen.

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FocusTurnier 29.05.2017, 07:20
2. Zu Nr.#1: Recht hat er...

Ich werde mich ebenfalls hüten, solche politische Indoktrination meinen Kindern zuzumuten. Deutsche Filme haben bei mir eh' einen schwierigen Stand und ich werde jedes Mal auf's Neue bestätigt, daß ich damit richtig liege.
Das erinnert mich schon an meine Kindheitszeiten in der DDR, da war die politische Berieselung im Kinderprogramm ebenfalls normal (und genutzt hat es auch nix, die DDR is wech). Wenn ich dann noch lese, daß die Regisseurin ein feministisches Manifest mitgestaltet hat, dann überlege ich, meinen Kindern bei Gelegenheit mal das SCUM nahezubringen, um ihnen zu zeigen, was feministische Manifeste so sind.

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krustentier120 29.05.2017, 07:48
3. Nichts neues

Hören Sie sich mal Ihre alten TKKG Hörspiele ganz genau an. Die sind durchtränkt von einem extrem rückständigen und rechten Weltbild. Da lass ich meine Kinder lieber sowas hier schauen. Filme dieser Art haben tatsächlich zu interessanten Debatten mit meiner 12jährigen Nichte geführt. Finde ich super: weiter so!

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lachina 29.05.2017, 13:44
4. Nordstadtbewohner,

vielleicht hat es sich Ihnen nicht so aufgedrängt, aber gerade Mädchenbücher - und Filme waren immer ideologisch - das Mädchen sollte auf ihre Rolle als Hausfrau- und Mutter vorbereitet werden. So wurde aus dem Tomboy Trotzkopf das brave Hausmütterchen Ilse, das coole Cowgirl Linda von Peter Wollick wird ein "richtiges Mädchen" etc. Wenn eine Regisseurin gerade den Gegenentwurf bringt, ist das doch völlig in Ordnung.

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niska 29.05.2017, 18:41
5.

Zitat von lachina
vielleicht hat es sich Ihnen nicht so aufgedrängt, aber gerade Mädchenbücher - und Filme waren immer ideologisch - das Mädchen sollte auf ihre Rolle als Hausfrau- und Mutter vorbereitet werden. So wurde aus dem Tomboy Trotzkopf das brave Hausmütterchen Ilse, das coole Cowgirl Linda von Peter Wollick wird ein "richtiges Mädchen" etc. Wenn eine Regisseurin gerade den Gegenentwurf bringt, ist das doch völlig in Ordnung.
Aber warum muss man dazu die Klassiker umschreiben und aus ihrer Zeit reissen, anstatt mal selbst was Neues zu machen?
Es gibt sie doch auch, "Die wilden Hühner" etc., die Bücher und Filme, die mehr in die Zeit passen.

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lachina 30.05.2017, 12:44
6.

Zitat von niska
Aber warum muss man dazu die Klassiker umschreiben und aus ihrer Zeit reissen, anstatt mal selbst was Neues zu machen? Es gibt sie doch auch, "Die wilden Hühner" etc., die Bücher und Filme, die mehr in die Zeit passen.
Gerade bei Enid Blyton fand ich diese weibliche Indoktrinierung nie so ausgeprägt. Georgina , genannt George von den Fünf Freunden ist vermutlich das Vorbild aller literarischen Tomboys.
Hanni und Nanni selbst wurde schon bei der Übersetzung verändert und auf deutsche Verhältnisse übertragen; gerade die Schneiderbücher zeigen Mädels im Sechziger, Siebziger, Achzigerjahre - Look und waren schon mopdernisiert.
Eigentlich jedoch ist es eine Internatsgeschichte aus dem Großbritannien der frühen Fünfzigerjahre. Hätte auch seinen Flair, das Original so zu verfilmen, gebe ich Ihnen Recht.

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niska 30.05.2017, 20:17
7.

Zitat von lachina
Gerade bei Enid Blyton fand ich diese weibliche Indoktrinierung nie so ausgeprägt. Georgina , genannt George von den Fünf Freunden ist vermutlich das Vorbild aller literarischen Tomboys. ...
Stimmt. Selbst die eigentlich ängstliche, hausmütterliche, "mädchenhafte" Anne, die dass "klassische" Rollenmodell bedient, zeigt in den Abenteuern, die sie eigentlich ablehnt, viel Mut und Intelligenz.

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niska 30.05.2017, 20:28
8.

Zitat von lachina
vielleicht hat es sich Ihnen nicht so aufgedrängt, aber gerade Mädchenbücher - und Filme waren immer ideologisch - das Mädchen sollte auf ihre Rolle als Hausfrau- und Mutter vorbereitet werden. So wurde aus dem Tomboy Trotzkopf das brave Hausmütterchen Ilse, das coole Cowgirl Linda von Peter Wollick wird ein "richtiges Mädchen" etc. Wenn eine Regisseurin gerade den Gegenentwurf bringt, ist das doch völlig in Ordnung.
Zum "Trotzkopf" möchte ich noch ergänzen: Als kleiner Bruder einer dominanten älteren Schwester durfte (oder musste) ich damals auch die Verfilmung mit der "Zärtlichen Cousine" sehen. War anfangs, als Fan etwa der "Lausbubengeschichten" von Thoma, begeistert, mit Beginn der Konformität von Ilse dann schwer enttäuscht.

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