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"Hart aber fair" über späte Mutterschaft: "Die Männer werden auch nicht besser"
WDR/Dirk Borm

Bei "Hart aber fair" ging es endlich mal um ein Frauenthema, um späte Mutterschaft. Statt befürchtetem Anti-Frauen-Krawall entstand eine fruchtbare Talkrunde. Die Sendung im Check.

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quark2@mailinator.com 21.03.2017, 04:06
0.

Wieso ist späte Mutterschaft ein "Frauenthema" ? Solch grundlegende Dinge sind mMn. immer Themen für die ganze Gesellschaft, denn das hat ja Einfluß auf sehr viele Menschen. Man muß nicht überall das Geschlecht mit reinbasteln.

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huz6789 21.03.2017, 06:04
1. Die Ich-will-alles Gesellschaft und der Samen-Mythos

Wenn wir das Klischee der Denke des 19 Jhdt. mal kurz außen vor vorlassen, dann möge man sich auf den Gedanken einlassen, dass die Natur das späte Kinderkriegen nicht vorgesehen hat. Nur passt der Ich-will-alles Gesellschaft das halt nicht in den Kram. Daher klingt die Illusion, die Natur einfach austricksen zu können, attraktiv. Außerdem ist sie ein Millardengeschäft und so wird die "Kannst Du haben"-Maschine den Leuten das so lange schmackhaft machen, bis es dann auch moralisch geadelt ist.
Interessant an der Diskussion ist für mich (als Mann) der Hinweis darauf, dass die Verantwortung vor allem auf die Frauen projiziert wird. Es liegt auf der Hand, dass die meisten alten Erstväter sich in dem Job schwer tun dürften. Vorher gehen die Männer dem "Samen bis ins hohe Alter".Mythos auf den Leim, der wirklich ins 19 Jhdt. gehört.

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ellibelli65 21.03.2017, 06:05
2. Weibchen

Wer heiratet meistens solch alte Schabracken männlicher Natur?
Ja, die in die Jahre gekommenen Models oder Trivialaktricen um ihren High Standard zu halten.
Um grenzenlose Liebe vorzutäuschen, ein Kind! Allein auch wegen der Alimente. Sicher ist sicher. Emanzipation = 0.
Null Emanzipation auch hier bei "Egg freezing" = Unterwerfung dem männlichen Herrschaftsanspruch.
Karriere oder Kind? Wieder in die Macho-Falle getappt!
Unbedingt ein Kind aus eigener Produktion! In die Gen-Falle getappt!
Gesellschaft, mach die Adoption leichter!
Es gibt so viele Kinder, die auf ein Zuhause warten. Diese Kinder sind aber nicht immer perfekt.
Aber sie sind da. Und brauchen liebevolle Eltern.

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Phil2302 21.03.2017, 06:06
3. Jeder wie er mag

Finde ich es gut, sprich erstrebenswert? Nein, ich möchte nicht alt sein, wenn ich Vater werde. Ich möchte ja nicht auf dem Weg ins Altersheim sein, wenn meine Kinder gerade anfangen zu arbeiten. Aber: Mir wäre es natürlich völlig egal, was andere, insbesondere die Gesellschaft von meinen Plänen hält. Daher wäre es mir auch an Frau Beils Stelle egal, was andere dazu sagen. Da wäre ich durch und durch Egoist. Ich kenne ein Paar, das kam zusammen, als er Ende 20 und sie 17 war. Man wurde das kritisiert, wie kann er nur. Jetzt ist das 7 Jahre her und niemanden interessiert es mehr, sie sind glücklich uns zufrieden. Die Gesellschaft meckert immer, also sollte man das nicht beachten. Ein Kritikpunkt aber zum Artikel: Dass "alten Vätern wie Wickert, Mick Jagger und, hm, Donald Trump auf die Schulter geklopft wird" halte ich für ein Gerücht. Kenne niemanden, der das toll findet, muss wohl so ein Twitter-Dingen sein, wo in einer kleinen Blase Menschen das toll finden, und daher geglaubt wird, das fände jeder toll. Oder vielleicht stand es ja so in der Gala. Aber auch hier gilt natürlich: Letztlich ist es deren Entscheidung.

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BernieistAnders 21.03.2017, 06:13
4. Ich hätte da eine Frage

Wann gab es in Deutschland eine Anti-Frauen-Sendung, Frau Haeming? Waren Sie damals geboren?
Und Sie waren dann froh, dass es auch in dieser Sendung wie immer lief, also gegen Männer gehetzt wurde? Hahahah, na wenigstens schreiben Sie so wie Sie fühlen und versuchen Ihre Meinung nicht zu verheimlichen, wie die anderen Feministen auf SPON es sonst tun.

Das Problem ist doch ein ganz anderes, oder besser gesagt zwei große Probleme. Das erste sind die absurden Gesetze, die Vätern so gut wie keinerlei Rechte einräumen. Das hat dann dazu geführt dass sehr wenige sich überhaupt auf Kinder einlassen. Und das zweite Problem ist, dass viele Männer schlichtweg entmannt wurden von dieser Gesellschaft. Die haben nicht das nötige Selbstvertrauen um eine Familie zu gründen, manche haben sogar Schwierigkeiten Kinder zu zeugen.

Natürlich sind an allem die Feministen Schuld. Aber das "Gute" ist dann eben dass gerade diese Feministen keine Männer finden.... wie gestern in in einem Artikel bei SPON beschrieben.

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Roland Bender 21.03.2017, 06:27
5. Dass da jetzt wenig Widerspruch kam, lag wohl am den ausgewählten Gästen ...

Ich bezweifle, daß sich da ein gesellschaftlicher Wandel ankündigt. Allerdings - und das gestehe ich zu - hat die Frauenbewegung zumindest innerhalb der politischen und gesellschaftlichen Eliten die Lufthoheit an solchen Stammtischen erreicht.

Meine Frau hat mit 36 und 40 unsere beiden Kinder bekommen. Ich bin vier Jahre älter. Ich würde sagen, das geht noch halbwegs. Aber wir merken auch jeden Tag, daß es uns schwerfällt, uns auf die Welt unserer Kinder einzulassen. Noch mal 10 Jahre später wäre das bestimmt nicht besser.

Die Frage was gesellschaftlich akzeptabel ist und was nicht sollte sich nicht an frauenpolitischen Fragestellungen orientieren, sondern an der Frage, wie lange ein Mensch mit der Herausforderung einer Mutter- oder Vaterschaft gut umgehen kann. Und da habe ich bei 50- oder gar 60-jährigen Müttern starke Zweifel.

Es wird heute für Frauen immer einfacher, Beruf und Familie zu verbinden. Es wäre besser, sie nutzen die damit verbundenen Möglichkeiten und bekommen früher Kinder.

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bonbohne 21.03.2017, 06:29
6. Leider habe ich die Sendung noch nicht gesehen...

Ging es in dieser Sendung auch um die Lebensverhältnisse der Kinder später Eltern? Ich bin grundsätzlich überhaupt nicht gegen eine späte Elternschaft, auch meine Eltern waren 42/48 und natürlich bin ich auch dankbar überhaupt hier zu sein.
Nicht nur für die Eltern verschieben sich Altersgrenzen, auch für deren Kinder.
Eine Theoretische 45/45 Elternschaft heißt: Das Kind kommt mit 10 in die weiterführende Schule, die dazugehörigen Eltern sind 55, mit 20 bereiten sich die Eltern schon auf den Weg in die Rente vor, mit 25 dürfen diese Kinder den 70 Geburtstag der Eltern feiern, und trotz einer Lebenserwartung von ca 80 Jahren in Deutschland sollte man nicht vergessen dass diese Kinder möglicherweise schon vor Ihrem 30 Geburtstag Vollwaisen sind, oder in der Phase der eigenen Familiengründung noch die Aufgabe der Pflege Ihrer Eltern übernehmen müssen.
Wie gesagt, ich bin nicht gegen späte Elternschaft, aber man sollte auch nie vergessen, dass sich auch die Lebensweg der Kinder "später Eltern" von Kindern "normaler" Eltern unterscheidet.

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sasado 21.03.2017, 06:31
7. Idealisierung der späten Schwangerschaft

Mir kommt es so vor, als ob Ü40 Mütter immer mehr zu Heldinnen des Feminismus und des individuellen, selbstbestimmten Lebens stilisiert werden. Es ist für mich absolut OK erst später Mutter zu werden, aber bitte hört doch so zu Tun als ob dies eine Heldentat wär. Frauen die mit 20 oder 30 Mutter werden, haben durchaus auch ein selbstbestimmtes Leben und eine Karriere. Das eine hängt für mich nicht mit dem anderen zusammen. Albern!

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johannadi 21.03.2017, 06:49
8. Frauenthema??

Was für ein blödes Klischee ist denn das schon wieder? Wieso ist das bitte ein Frauenthema? Kinder gehen uns alle etwas an und es braucht auch etwas vom Mann, damit ein Kind entsteht. Und auch Männer brauchen Kinder. Ohne Kinder gibt es keine Zukunft. Ohne Kinder würden auch Männer im Alter nicht mehr gepflegt und versorgt werden, ja, es würde schlicht und ergreifend alles zusammenbrechen. Also geht das Thema alle etwas an. Und das als Frauenthema zu betiteln ist auch mal wieder nichts anderes als Sexismus. Und das Schwangerschaften und Kinder noch ein Karrierehindernis sind hängt sehr stark mit Männern in Führungspositionen zusammen.

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