Forum: Kultur
"Illner" zum Wahlkampf: "Wo ist das linke Projekt?"
DPA

Déjà-vu: Auch bei Maybrit Illner ging es um die Frage "Merkel oder Schulz". Es blieb jedoch betulich, von Wechselstimmung war in der Runde nichts zu spüren. Die Sendung im Check.

Seite 1 von 3
e.pudles 19.05.2017, 03:55
1. Nur der Name der Diskussionsleieterin ändert

ansonsten sind diese Diskussionen praktisch identisch. Am Vortag bei Maischberger und heute bei Illner.
Kauder verweist auf die Dinge welche gemacht wurden, Oppermann auf die, die nicht gemacht wurden, dies obwohl seine Partei ja mitregiert. Oder vielleicht doch nicht so ganz? Maischberger und Illner stellen eine Frage, bekommen aber Antworten, welche gar nichts damit zu tun haben. Nachfragen scheint beiden Damen ein Fremdwort zu sein. Diese fast täglich Polit Talk Shows sind inzwischen Einheitsbrei, sei MS wegen der immer gleichen Themen, oder der gleiche Teilnehmer. Fazit: hat man eine gesehen, hat man alle gesehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wachsames_auge 19.05.2017, 05:13
2. Warum ausgerechnet die SPD sich um Niedriglöhner kümmern sollte,

die sie doch schon längst nicht mehr wählen und dabei ihre Anhänger im öffentlichen Dienst vergraulen soll, wurde nicht hinterfragt. Wenn links der SPD knapp 10%, rechts der SPD aber 60% liegen, ist doch eigentlich ziemlich klar, in welche Richtung sie sich bewegen muß , wenn sie irgendwann mal wieder einen Kanzler stellen will. Von Schröders schlechtestem Ergebnis kann sie derzeit nur träumen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freidenker10 19.05.2017, 06:45
3. Soziale Debatte bleibt wichtig!

Der Absturz von Schulz und der SPD hat nichts mit der Gerechtigkeitsfrage zu tun, wie viele Medien jetzt meinen, sondern mit der Europa,-und Flüchtlinspolitik der SPD. Kein Mensche hierzulande will Eurobonds die von Schulz und Gabriel vertreten werden, oder gar einen gemeinsamen Europäischen Haushalt bei dem der SPD sogar Verdi beispringt ( was auch immer Gewerkschaften damit zu tun haben! ). Dann kommt noch die Flüchtlingspolitik der SPD dazu die von vielen Wählern abgelehnt wird, zumal sie meist persönlich betroffen sind weil sie eben genau dort leben wo man Flüchtlinge unterbringt. Abschiebstopp usw. tun ihr übriges! Ich finde es schade das die Medien die soziale Debatte für erledigt erklären, denn sie ist nach wie vor wichtig und gut!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
observerlbg 19.05.2017, 07:06
4. Ha, ha, wenns nicht so traurig wäre, könnten wir alle lachen.....

Nein, einen Wechsel wird's nicht geben. Mit wem, bitteschön? Die Ungerechtigkeiten und sozialen Härten, die in Agenda 2010 versteckt sind, die Mauscheleien, die einen Maschmeyer zum Milliardär machten (das Geld fehlt nun in den Altersversorgungen unserer Mitbürger) und die freizügigen Arbeitnehmerüberlassungsgesetze nimmt von den Etablierten keiner zurück, auch Martin Schulz nicht. Vielleicht hatten da noch einige Hoffnung, dass die AfD eine Alternative ist. Aber mit einer Alice Weidel, die wie Donald Trump für das Finanzestablishment steht, bestimmt nicht. Gute Nacht Deutschland, schlafe gut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MKAchter 19.05.2017, 07:31
5. Unbeliebte Positionen

Zitat von Freidenker10
Der Absturz von Schulz und der SPD hat nichts mit der Gerechtigkeitsfrage zu tun, wie viele Medien jetzt meinen, sondern mit der Europa,-und Flüchtlinspolitik der SPD. Kein Mensche hierzulande will Eurobonds die von Schulz und Gabriel vertreten werden, oder gar einen gemeinsamen Europäischen Haushalt bei dem der SPD sogar Verdi beispringt ( was auch immer Gewerkschaften damit zu tun haben! ). Dann kommt noch die Flüchtlingspolitik der SPD dazu die von vielen Wählern abgelehnt wird...
Da ist was dran. Mit der Politik "offenerer Tore" in der Asyl-/Flüchtlingsthematik (siehe z.B. M. Schulz' Initiative zu gesteigertem Famliennachzug) sowie der Beförderung einer europäischen Finanz-Transfer-Union, für die hauptsächlich D der Zahler sein wird, tut sich die SPD keinen Gefallen.

Wie es aussieht, sind diese Positionen bei einer Mehrheit der Bevölkerung unbeliebt, und das mit Recht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dr.eldontyrell 19.05.2017, 07:33
6. Dynamik ensteht

in einem Gespräch wenn gegensätzliche Positionen auf einander treffen.
Nicht wenn man nur Gäste aus dem gleichen politischen Lager, in dem Fall der Neoliberalen, einlädt.
Solche Sendungen spare ich mir mittlerweile, auch wegen dem trendigen Linken-Bashing...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ulrich_loose 19.05.2017, 08:07
7. Da waren ja die richtigen Diskutanten

beisammen. Jemand vom DIW - dem Haus und Hof Stichwortlieferanten für linkslastige Sichten, eine Dame die "Gerechtigkeit" im Pastorenhaushalt mitbekommen hatte, eine Piratin die unterm Strich wohl auch als linkslastig zu gelten hat, Oppermann von der SPD.... Gegengewicht kaum vorhanden.

Wo das eigentliche "Problem" liegt, wurde aber durch ein Wort überdeutlich: Man hat das Gefühl dass...
Wirklich belastbare Fakten gibt es da eher nicht und offenbar ist Links der Mitte nicht bereit zu erkennen, dass jede Volkswirtschaft eine wirtschaftliche Unterschicht hat. Wer das in Abrede stellt, will offenbar in Wirklichkeit eine Ungerechtigkeit für die Mehrheit der Bevölkerung einführen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
linnener 19.05.2017, 08:14
8. Falsche Zielgruppe

Die SPD macht leider immer wieder den Fehler, die 'hart abeitende Mitte' mit den nicht arbeitenden Leistungsempfängern zu verwechseln - genau deshalb findet sie keine Mehrheiten mehr. Ein Grossteil der berühmten 'unteren 40%' sind noch nicht einmal wahlberechtigt - daher kann es schon allein mathematisch keine Mehrheiten mit dieser Ausrichtung geben. Wach auf, liebe SPD.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
haresu 19.05.2017, 08:16
9. Die Angst vor Veränderung regiert

Wer glauben will es ginge nur um kleinteilige Feinjustierungen der verschenkt Zeit. Es gibt unfassbar viel zu tun. Nur weil wir gerade oben schwimmen bedeutet dies nicht, dass wir alles richtig machen. Schon gar nicht wenn ein nicht geringer Teil der Menschen daran nicht Teil hat. Es geht schon noch besser, man muss es nur glauben wollen. Selbstverständlich hat eine massive ungleiche Einkommensverteilung Nachteile nachteilig. Wer zuviel hat kauft Häuser, wer zu wenig hat bezahlt die gestiegenen Mieten. Ebenso gefährlich ist die wachsende soziale Unsicherheit. Und das Bildung zwar eine besonders beliebte aber keineswegs ausreichende Antwort ist dürfte auch klar sein. Bildung schützt nicht vor befristeten Verträgen mit folgender Nichtverlängerung, weil man ja sonst unbefristet eingestellt werden müsste. Leistung lohnt sich da nur sehr bedingt. Dass der Staat, also wir alle, spätestens bei Renteneintritt für diese unterbrochenen Erwerbsbiografien, den gesamten Niedriglohnsektor und die vielen scheinbaren Selbstständigkeiten draufzahlen muss ist offensichtlich. Jetzige Gewinne werden mit zukünftigen Löchern im Sozialsystem finanziert. Man muss dringend über sehr radikale Reformen nachdenken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3