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Interview mit Frank Witzel: "Deutschland hat eine Tradition der Verdrängung von Schul
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Der neue Roman des Buchpreis-Gewinners Frank Witzel handelt von Deutschland direkt nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Mechanismen von damals erkennt der Autor heute wieder, insbesondere im NSU-Prozess.

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geotie 02.09.2017, 16:47
1.

Welche Länder bearbeiten ihre Schandtaten wie den 1. und 2. Weltkrieg wie die Deutschen? Es gibt noch viel zu verbessern! Nazis haben da ein Problem, aber im Gegensatz zu anderen Ländern, wo es nur heroische Denkmäler stehen, stehen hier Denkmäler gegen das Vergessen.

Und das ist gut so!

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toskana2 02.09.2017, 16:50
2. von Nationalsozialismus zum Nationalmasochismus

Ich weiß nicht, in welchem Land Herr Witzel lebt.
Ich weiß aber, dass kein Volk der Erde,
sich derart manisch mit seiner Vergangehnheit bis heute
beschäftigt hat.
Für diese Art der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit
wäre die Bezeichnung Masochismus stark untertrieben.

Ich bin Ausländer und lebe seit langem in diesem Land.
Die Beweggründe,
die Herrn Witzel für diese Betrachtung der deutschen Nachkriegsgeschichte und derer Aufarbeitung
durch die Deutschen bewogen haben,
würden mich in der Tat stark interessieren.

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aurichter 02.09.2017, 17:06
3. Wirklich so gemeint Herr Witzel?

Ein ruhen der Ordnung hätte unter Umständen nur die alten, besiegten Mächte um Hintergrund und im Wissen der Beobachtung an die entscheidenden Schaltstellen gebracht. Es sind damals schon genügend Altlasten nicht ausreichend beseitigt worden, die jedoch ohne kontrollierte Ordnung einen anderen Stellenwert in der auch nachfolgenden Gesellschaft eingenommen hätten. Ich bin im Gegensatz dazu der Meinung, dass die Ordnung noch viel härter und bestimmender hätte auftreten müssen, dann wären eventuell auch weitere Fehler vermeidbar gewesen.

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sasscha 02.09.2017, 17:14
4. X

Einfach nur Schund.
Kaum ein Land hat sich so detailliert mit seiner jüngeren Geschichte auseinandergesetzt wie D.
Man sollte einfach mal Vergleiche zu anderen Nationen anstellen wie es da so mit der Aufarbeitung steht . Aktuelles Bsp. USA , die Freunde dort haben das Thema Rassismus nie wirklich thematisiert ...
Am besten ist der Deutsche rennt als ewiger schuldbeladner Grießkram durch , die Weltgeschichte Hauptsache gebückt . Unfassbar und das im Jahr 2017

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Wanax 02.09.2017, 17:14
5. Sie wollen den Verkauf ihres Buches fördern?

Schreiben sie z.B. irgendwas zur NS-Zeit bzw. dem Verhältnis und Leben der Deutschen zum Nationalsozialismus bzw. unter diesem. Das zieht immer (so wie Geschichten mit Sex)...und dann ziehen sie noch Parallelen zu heute. Das animiert die Betroffenheitsdeutschen zum kauf und sie kommen zudem in die Schlagzeilen ! (und wer würde schon widersprechen wollen oder können, dass dies damals eine ganz ganz schlimme und dunkle Zeit war?)

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butterbrot 02.09.2017, 17:31
6. "Ordnung = Vernichtungsmaschine" Wie bitte?

Herr Witzel muss dringend seine eingetrübte Filterblase verlassen. Menschen streben nach Ordnung, weil sie Vertrauen ineinander schafft, und ist damit eine der zentralen Säulen funktionierender Gesellschaften. Die Anarchoromantik, die manche doch eigentlich intelligenten Leute trotz der G20-Gewaltorgien immer noch zu pflegen bereit sind - sicherlich enttäuschend, doch Menschen irren nun einmal. Menschen wie Herr Witzel sind jedoch ihrerseits offenbar nicht bereit, Menschen (also auch sich) als eingeschränkt wahrnemungsfähige und daher fehlbare Wesen anzuerkennen und so auch unfähig, funktionierende System zur Fehlereinhegung (z.B. das Gewaltmonopol des Staates in Demokratien) in ihrer Bedeutung für Frieden, Sicherheit und den Fortbestand unserer Spezies zu würdigen. Und den Deutschen kollektiv einen Hang zur Geschichtsverdrängung vorzuwerfen... naja, braucht der Mann seine Dosis mediale Aufmerksamkeit, oder warum versteift er sichauf eine so lächerliche These?

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FerrisBueller 02.09.2017, 17:46
7. Da stehen wir nicht alleine da.

Die Wikinger haben damals den Landstrich an der Küste, in dem meine Vorfahren gelebt haben, bei ihren Raubzügen praktisch komplett entvölkert. Wenn ich jetzt von einem Dänen fordere, dass er sich gefälligst für die Verbrechen seiner Vorfahren schämen soll und sich persönlich schuldig fühlen muss, dann ernte ich auch nur ein müdes Schulterzucken. Dabei ist er in dieser Angelegenheit genau so schuldig wie ich an den Geschehnissen während des Dritten Reiches.

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forumgehts? 02.09.2017, 17:51
8. Ich

finde, wir haben inzwischen eine effiziente und profitable Gedenkindustrie hervorgebracht, welche die verschiedensten Branchen fördert (z.B. Catering, Blumenbinder, Bildhauer, Metallbearbeitung, Redenschreiber, Musikbranche, etc.pp.).Im Gedenken haben wir daher ein riesiges Gedenk-know-how angehäuft, das wir auch anderen Staaten anbieten könnten, die mit Gedenken nicht so viel am Hut haben. Andererseits frage ich mich manchmal schon, welche Motive dieser Gedenkwut wohl zugrunde liegen. Und da kommt mir beim Vergleich mit der Gedenk-Abstinenz anderer Völker leider inzwischen der Verdacht, dass sich hier klammheimlich der Gedanke "das soll uns erst mal einer nachmachen" eingeschlichen hat. Ich kann nur hoffen, dass ich mich da irre.

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der_weisse_wal 02.09.2017, 18:03
9.

Andere Länder verleugnen und idealisieren bis heute ihre Verbrechen von der Sklaverei, über Kolonialismus bis hin zum Genozid. Was macht Deutschland schlechter, wo hier doch Mahnmale stehen und das Thema sogar straffrei in den Schulen erwähnt werden darf? Hat Deutschland nicht eher Vorbildcharakter?

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