Forum: Kultur
Kinohit "Es": Grusel in der Komfortzone
Warner Bros.

Die Stephen-King-Verfilmung "Es" schickt sich an, der kommerziell erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten zu werden. Warum eigentlich? Wir haben genauer hingeschaut.

Flying Rain 28.09.2017, 19:29
1. Hätte

Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert wenn die Gruppensexstelle übernommen hätte. Dann hätte man die Sache wirklich tiefer aufschlüsseln müssen was einerseits der Länge des Filmes und dem Horizont so mancher Seher doch etwas gesprengt hätte. Muss ehrlich sagen dass mich das damals als ich das Buch gelesen habe mit 11-12 doch ein klein wenig verstört hatt aber die Schlaflosen Nächte sind auf den Clown zurückzuführen. Naja mit 13 war die Steven King Phase bei mir dann vorbei und seitdem hänge ich bei Fantasy...

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ronald.68 28.09.2017, 23:52
2. Unverständlicher Hype

In meiner Jugend in den 80er Jahren war ich großer Stephen King-Fan und habe alle Bücher gelesen, die bis dahin von ihm erschienen waren. Aber den Hype um „Es“ habe ich nie verstanden. Ich fand diesen Roman eher mittelmäßig, zu selten unheimlich (im Gegensatz zu z.B. „Shining“, der mir wirklich Angst gemacht hat) und viel zu sehr in die Länge gezogen. Auch war mir dieses „Es“ als körperloses „ultimatives Böse“ zu schwammig, um mich davor zu fürchten, vor allem wenn es auch noch als Clown auftrat, was mir lächerlich vorkam. Bis heute habe ich daher die TV-Verfilmung nicht gesehen und werde mir auch die Kinofassung sparen.
Ich habe schon einige Leute kennen gelernt, die von King nur dieses einzige Werk kennen. Denen kann ich nur raten, es lieber einmal mit "Shining" oder der Kurzgeschichtensammlung "Nachtschicht" zu versuchen - das war wirklich King at his best (und nicht so lang).

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micheleyquem 29.09.2017, 01:14
3. Das Rezept für quantitativen Erfolg ist IMMER einfach...

Mittelmässiges, mittelmässiges, mittelmässiges...

Nur ja nicht das Nachdenken erfordert, oder gar Wissen und Bildung. Stephen King ist da ja perfekt ud irgendwelche "Stellen" kann man ja rauslassen.

Nett, dass der Spiegel für so ein Filmchen Reklame macht, man kennt halt seine Leser.

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allufewi 29.09.2017, 09:46
4. Clowns

finde ich einfach nicht gruselig. Da kann der Film machen was er will, es wird mich kaum gruseln. Jeder Furchteffekt würde bei mir sofort mit einem "ist das affig"-Gefühl überlagert.

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brucewillisdoesit 29.09.2017, 10:38
5. It

Zitat von ronald.68
In meiner Jugend in den 80er Jahren war ich großer Stephen King-Fan und habe alle Bücher gelesen, die bis dahin von ihm erschienen waren. Aber den Hype um „Es“ habe ich nie verstanden.
Weil IT schlichtweg das Beste ist, was er jemals zu Papier gebracht hat. The Stand und The Dark Tower sind wahrhaft episch, Shining ist Kubrick und King ist zweifellos der legitime moderne Nachfolger Edgar Allan Poes und HP Lovecrafts als Meister der Horror-Kurzgeschichte, und ich mag das meiste was er geschrieben hat, aber IT ist das (imho mit weitem Abstand) Beste in seinem reichhaltigen und diversifiziertem Oeuvre, was er je verbrochen hat und vermutlich auch jemals schreiben wird. Das sieht man z.B. an Dreamcatcher wo er im Grunde mehr oder weniger versucht hat IT, also sich selbst, 1:1 zu kopieren was fürchterlich in die Hose ging (im wahrsten Sinne des Wortes).
Die TV-Verfilmung von 1990 ist übrigens bestenfalls mäßig und ungefähr so gruselig wie die Muppet Show.

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Hirschkuh 48 29.09.2017, 12:54
6. Es

habe ich nur der Vollständigkeit halber gelesen .. ich kann Clowns nicht ausstehen und das ist seit frühester Kindheit so. Da brauchte es keinen King. Dieses Buch lässt sich ob seiner Flachheit sehr gut verfilmen. Deshalb ist das schon der zweite Versuch, wobei der Clown im ersten Film grusliger ist.
Mr. Mercedes müsste auch gut zu verfilmen sein.

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Katzenkönig 04.10.2017, 13:59
7. Unglücklicherweise...

fehlte es den Machern des Filmes am Willen, aus einem so umfassenden Buch wie "Es" eine auch nur ansatzweise entsprechende Adaption des Vorbildes vorzulegen. Ich will nicht sagen, der Film sei komplett misslungen, aber aufgrund der vorgegebenen zeitlichen Begrenzung beschränkt man sich also auf das "wesentliche" und begeht damit schon den ersten Fauxpas. Es hätte schon des Fanatismus und Mutes eines Peter Jacksons bedurft, der einen Vierteiler mit jeweils 3 Stunden Spielzeit pro Episode bei den Finanziers durchboxt und mit den Produktionsfirmen ringt, um der Sache gerecht zu werden. Der größte Fehler besteht darin, dass die einzelnen Charaktere eigentlich gar keine Zeit haben sich zu entwickeln. Die Figur von Bev Marsh entspricht meinen Vorstellungen am ehesten, gefolgt von "Stotter Bill" Denbrough. Ben Hanscom übernimmt mehr oder weniger auch die Rolle von Mike Hanlon. Mike, dessen Rolle am meisten umgeschrieben wurde, taucht erst zur apokalyptischen Steinschlacht in den Barrens auf. Dass er derjenige ist, der zukünftig als Bibliothekar von Derry Chronist der Story ist, und beim Wiederauftauchen von Es alle mittlerweile Erwachsenen zusammenruft, scheint ziemlich unwahrscheinlich. Stan Uris bleibt ziemlich farblos, Eddie Kasprak ebenso. Die größte Entäuschung meiner Meinung nach ist aber die Figur Richie Toziers, dem im Film lediglich die Rolle eines aufgeschreckten Hühnchens zuteil wird. Um ehrlich zu sein, ich habe den Roman seinerzeit im Bett verbringend innerhalb von anderthalb Tagen verschlungen. Ich konnte und wollte es gar nicht glauben, als ich die letzte Seite erreicht hatte, eine geradezu ernüchternde Erfahrung war es, aus diesem faszinierenden Universum herausgerissen zu werden... Das Buch springt ja in der zeilichen Handlung immer wieder hin und zurück, so dass Gegenwart und Vergangenheit miteinander verschmelzen, meiner Meinung nach ein kleiner "Taschenspielertrick" das Meisters, sind doch die Erlebnisse der mittlerweile erwachsenen Protagonisten lange nicht so fesselnd, wie die Geschehnisse aus deren Kindheit... Unerfreulicherweise nimmt Pennywise im Film eine viel zu große Rolle ein, ist er doch nur eine weitere Manifestation des Schreckens welches in der Kanalisation unter Derry sein Unwesen treibt. Während man also mit dem comicartigen Pennywise Vorlieb nehmen muss, wird den anderen Schreckgestalten nur wenig Platz eingeräumt, zumal im Buch das Böse sein wahres Gesicht erst unterhalb der Stadt offenbart. Von der Sache mit der Schildkröte mal vollkommen abgesehen...

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