Forum: Kultur
Klimawandel und Kapitalismus: Unser Lebensstil muss verhandelbar sein
DPA

Wer den Klimawandel nur auf das Phänomen der Erderwärmung reduziert, diskutiert am eigentlichen Thema vorbei. Es geht darum, soziale Ungleichheit und die ökologische Frage zusammen zu denken.

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Palmstroem 12.08.2018, 17:17
1. Wir müssen uns ändern

Das Problem ist doch, dass wir Europäer denken, es sei völlig normal, dass wir vier Mal so viel Ressourcen verbrauchen wie Afrikaner.

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werner-gilliam 12.08.2018, 17:18
2. It`s to late Baby, it`s to late..

Wolfgang Niedecken von BAP sang mal, "..dat zo ner Zick, wo dä Planet he, längst an alle Ecke brennt..!
Für die realen Probleme dieser Welt stehen an verantwortlichen Stellen nicht mehr die erforderlichen Köpfe zur Verfügung. Da jeder, der dort verweilt, sich mit Macht an die seine klammert, werden sie auch nie dahin gelangen. Die von Jiddu Krishnamurti (nein, das war kein Esoteriker!) propagierte Mutation in den Gehirnen hatte nie schlechtere oder bessere Karten als jetzt, je nachdem, wie man es sieht, denn erste wenn der A*sch auf Grundeis geht, besteht zumindest die Chance, dass auch in den dunkelsten Oberstübchen ein zaghaftes Lichtlein eine Chance bekommen könnte. Wir werden wohl oder übel abwarten müssen, was passiert.

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spon_4_me 12.08.2018, 17:26
3. Nehmen wir an,

Sie hätten mit all Ihren Aussagen und Ihrem kleinen Referat über Latour recht. Nehmen wir an, es stimmt, dass (Zitat) der Vektor der Modernisierung, also das Versprechen von Fortschritt, aufgekündigt wurde. Ich stimme Ihnen freudig zu, wenn Sie rezipieren, dass Links, Rechts, Progressiv, Konservativ weitgehend leere Begrifflichkeiten in der politischen Navigation sind. Aber wie wollen Sie die neue Denkrichtung umsetzen, wenn nicht mit kapitalistischen, auf der Initiative, auf dem vielleicht von Profitmotiv getrübten Engagement Einzelner? Was nützt es, ein neues Herangehen zu fordern, dieses neue Herangehen aber völlig im Vagen zu lassen? Sagen Sie doch mal gelegentlich, wie es gehen soll. Werden wir eine Diktatur des Prekariats haben, eine ökologische Aristokratie, eine zentrale Planungsagentur, ein agiles Netzwerk sich ständig neu knüpfender Initiativen? Propheten und Händeringer und Katastokraten gab es allezeit: Das ist wohlfeil und im Dutzend billiger. Aber tatsächlich ein Konzept zu entwickeln, wie man der Themen angesichts der Beschränkungen unserer Natur Herr werden könnte, das ist schwer. Solange Sie dieses Konzepts auch nur in Ansätzen schuldig bleiben, bleiben Sie unser düsteres Sonntagsorakel.

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Bitjaeger 12.08.2018, 17:30
4. Lobbyismus ist das Problem

Einseitiger, intransparenter Lobbyismus ist das Problem, das bekommt man „leichter“ gelöst, als den Kapitalismus gleich abzuschaffen.
Wir brauchen eine Vorstufe, auf deren Basis man in optimiertere Gesellschaftsformen kommen kann.

Dazu gehört, das sämtliche politische Entscheidungen, nur durch eine ausgeglichene und transparente Lobby zustande kommen dürfen.
Umwelt, Branchen, Bürgerliche lobby müssen am runden Tisch gleichberechtigt und offen ihre Forderungen und Argumente dokumentieren.
Ein öffentlicher Diskurs muss möglich sein, Gesetzesentscheidungen müssen plausibel zustandekommen.
Ergänzt um Volksbefragungen die in dem Entscheidungsprozess Gewichtung bekommen.

Jeder kann sich aktiv in Lobbyvereinen engagieren und Poltik mit gestalten.

Ohne diese Evolutionsstufe, werden wir nicht zu höherem kommen.

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Fuxx81 12.08.2018, 17:31
5. Unbegrenztes Wachstum ist auf der Erde nicht möglich

Der Kapitalismus funktioniert gut, solange die Marktkräfte durch Gesetze und Regularien für die Gesellschaft einspannt. "Die Wirtschaft" darf aber nie Selbstzweck sein. Heute müssen wir von Wachstum weg, hin zur Nachaltigkeit. Das uralte Wachstumsversprechen "Mir/meinen Kindern wird es später einmal besser gehen", erfüllt der Kapitalismus nachweislich schon jetzt nicht mehr.

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oldman2016 12.08.2018, 17:33
6. Gegen Unvernunft der Menschen ist kein Kraut gewachsen

Politik muss unabhängig sein. Aber alle politischen Parteien sind primär Vertreter von Partikular-Interessen und nicht Vertreter des Wohlergehens aller Bürger. Es sind die Menschen, die gefordert sind, mehr Vernunft walten zu lassen. So könnten sich die Hauseigentümer die Frage stellen, ob sie z. B. statt 40.000 Euro für ein neues Auto auszugeben sich mit einem für 30.000 Euro begnügen könnten und für die restlichen 10.000 Euro sich eine Fotovoltaik-Anlage zur Erzeugung eigenen Stroms oder eine Solaranlage zur Erwärmung von Brauchwasser für die Dusche etc. auf das Dach montieren lassen. Nicht aus Gewinnstreben, sondern aus der Vernunft heraus, die kostenlose Strahlungswärme der Sonne ökologisch zu nutzen. Jede für die Erwärmung von Brauchwasser eingesparte Kilowattstunde und jeder eingesparte Kubikmeter Erdgas lohnt sich - für die Umwelt. Die Menschen müssen ihr Konsumverhalten überdenken und wo möglich auch ändern, Wenn die Grünen in dieser Hinsicht glaubwürdiger würden und die ökologische Wende direkt ohne Umwege bei den Bürgern wirkungsvoll fördern würden, wäre viel gewonnen. So profitieren nur wieder die Konzerne. Ein Windrad oder eine Biogasanlage gehören in die Hände der Bürger oder von Bürgergenossenschaften, und nicht von Unternehmen und Millionären.

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mr future 12.08.2018, 17:43
7. Kapitalistisches Wachstum und Bevölkerungswachstum

Es wird keine noch so humanen Beschränkungen des Bevölkerungswachstums geben, weil der Wachstumswahn (Herbert Gruhl) im Kapitalismus in jedem zusätzlichen Erdenbürger einen weiteren Konsumenten sieht. Damit wird der Glaube ans ewige quantitative Wachstum bis zum Umfallen aufrecht erhalten. Dem Wahnsinn ist nur mit tieferen Bewusstsein beizukommen. Es ist eben der denkende Mensch mit seinem Ego, der den "american way of life" noch aufrecht erhält. Schaffen wir es im "Jetzt" zu leben und Denken und Ego in die Schranken zu weisen so haben wir eine Chance den Wahnsinn zu überwinden. Die Grundlage ist also nicht-materiell und damit im Bereich des Möglichen von uns allen. Die jetzigen Herausforderungen sind uns vor die Füsse gelegt um daran zu wachsen. Der Weg nach innen bringt uns wieder in die Balance. Man sieht nur mit dem Herzen gut. Momentan kennen wir den Preis von allem aber den Wert von nichts. re future

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Brathering 12.08.2018, 17:49
8. Ja, es ist ein Kampf um die Erde...

und deren Ressourcen. Jedes Jahr sind die Ressourcen die der Menschheit eigentlich pro Jahr zur Verfügung stehen früher aufgebraucht. Der Rest des Jahres ist es ein Raubbau an der Erde. Dies ist aber nur die eine Seite der Gleichung, nämlich die Ressourcen. Die andere ist die Anzahl der Menschen. Und die erreicht Schwindel erregende Höhen. Gleichzeitig ist die schiere Zahl auch eine Waffe, denn welches Land mit einer Milliarde Menschen wird seine Ansprüche nicht anmelden. Sicherlich lässt sich durch Optimierung noch einiges rausholen, abermachen wir uns nichts vor. So vielen Menschen kann man auf dieser Erde keinen gleichen Lebensstandard gewährleisten. Deshalb muss auch die Subventionierung der Kinderzeugung genauso über Bord geworfen werden wie viele kapitalistische Regeln.

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yorktonite 12.08.2018, 17:50
9. Falsch!

Wenn wir das Global Warming nur dann bekaempfen wollen, wenn wir gleichzeitig den Kapitalismus ueberwinden, dann haben wir schon verloren. Dafuer bleibt die Zeit gar nicht mehr. Es geht nicht um Politik. Es geht um ein Gas, von dem wir zu viel ausstossen - Linke genauso wie Rechte, Klassenkaempfer genauso wie Reaktionaere. Wir sollten uns nicht zu viel vornehmen, denn das geht meistens in die Hose. Ich habe nichts dagegen, wenn Leute steinreich werden, die unsere Landschaft mit CO2-neutralen Windraedern bespargeln, oder die Anlagen zur Produktionsreife fuehren, die CO2 aus der Luft extrahieren.

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