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Krisen-Kunst in Portugal: Die Wut an den Wänden
Ana Luisa Nogueira

Das Volk zeigt sich sauer auf der Mauer: Wie lautet der Wahlspruch des Ex-Regierungschefs? "Für ein ärmeres Land!" Und die einzige Chance? "Revoltiere!" Im von der Finanzkrise gebeutelten Portugal pinseln die Bürger ihren Ärger an die Wände - und auch Angela Merkel wird so verspottet.

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Sapientia 14.06.2012, 09:36
1. Maßlose Übertreibung

Zitat von sysop
Das Volk zeigt sich sauer auf der Mauer: Wie lautet der Wahlspruch des Ex-Regierungschefs? "Für ein ärmeres Land!" Und die einzige Chance? "Revoltiere!" Im von der Finanzkrise gebeutelten Portugal pinseln die Bürger ihren Ärger an die Wände - und auch Angela Merkel wird so verspottet.
Das Volk zeigt sich nicht sauer, weder auf der Mauer, noch im Leben, und schon gar nicht gegenüber Deutschen.

Hier wird lediglich eine Verzerrung vorgelegt, die nicht entfernt den Tatsachen entspricht.

Mag sein, daß ein paar frustrierte Städter hier etwas an irgendeine Wand malen, ob das Motiv nun aber die Lust am Protest oder am Malen war, bleibt völlig offen; gegen Deutschland ist dort niemand, jedenfalls nicht in einem Umfang, der den Tenor dieses Artikels rechtfertigen würde.

Den Rest kann man sich selbst denken.

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air plane 14.06.2012, 09:36
2. Mein Profil

Zitat von sysop
Das Volk zeigt sich sauer auf der Mauer: Wie lautet der Wahlspruch des Ex-Regierungschefs? "Für ein ärmeres Land!" Und die einzige Chance? "Revoltiere!" Im von der Finanzkrise gebeutelten Portugal pinseln die Bürger ihren Ärger an die Wände - und auch Angela Merkel wird so verspottet.
Tja, so traurig das ist, aber diese Länder haben alle kaum eine nennenswerte Industrieproduktion; woher soll denn der Wohlstand kommen? Griechenland, Portugal: Vor Euro-Beitritt waren das doch quasi Schwellenländer ... Klar, man orientiert sich nun am Lebensstandard von Deutschland, aber WIR haben VW, Bayer, Mercedes, Bosch, Henkel, BMW, Siemens ... DIE haben Oliven und Käse.

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deus-Lo-vult 14.06.2012, 09:39
3. ...

Zitat von sysop
Das Volk zeigt sich sauer auf der Mauer: Wie lautet der Wahlspruch des Ex-Regierungschefs? "Für ein ärmeres Land!" Und die einzige Chance? "Revoltiere!" Im von der Finanzkrise gebeutelten Portugal pinseln die Bürger ihren Ärger an die Wände - und auch Angela Merkel wird so verspottet.
Was wollen die ganzen Pleitestaaten?
Geld ohne Forderungen, damit sie genau so weitermachen können?
Die sollen mal aufpassen, dass ihnen der Geldhahn nicht ganz abgedreht wird!
So langsam reicht mir die Undankbarkeit der Südeuropäer!
Bei der nächsten Wahl bekommt eine Partei meine Stimme, die keinerlei Zahlungen an diese undankbaren Pleitegeier mehr zustimmt!

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Konrad_L 14.06.2012, 09:51
4. Durchhalten! Lächeln! Nicht fragen!

Ist ja schön, dass der neoliberale Sparwahn in Senhora Nogueira ein Sprachrohr gefunden hat. Recht so, Portugiesen: Wenn Ihr die Obrigkeit kritisiert, die Euch überwacht und ausplündert, dann ist das viel zu negativ. Und es ist auch nicht hilfreich, wenn Ihr die Troika kritisch seht - Kritik soll gefälligst systemimmanent, konstruktiv und zahnlos sein. Wenn die reichen Deutschen kommen und Euch in Eurem ach so pittoresken Elend sehen, dann müsst Ihr lächeln, lächeln, vielleicht schenken sie Euch dann einen Euro.
----
Brechreizerregend ist das.

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caledonian2010 14.06.2012, 09:52
5. Wenn's die eigene Diktatur ist, dann ist es etwas völlig anderes

Zum Thema, man kann das schwachsinnig bösartige Scheinargument von den angeblichen Nationalisten, das pauschal gegen die gemässigten Bewahrer und Anhänger der Demokratie als Keule verwendet wird nicht mehr hören. Ein Machtzirkel will per Staatsstreich die demokratischen Strukturen in ganz Europa beseitigen. Begriffskosmetisch verschleiert/beschönigt mit nicht vom Grundgesetz und vom Volk legitimierter sog. "Kompetenzübertragung" und sog. "XXX-Mechanismen".

Der grosse Widerspruch an dieser Sache ist:

dass man die Herleitung der undemokratisch autoritären EU-Gremien nach wie vor mit WKII begründet. (Abgesehen von den zur Chimäre aufgebauten "Sachzwängen", welche die von den Politfunktionären über alles vergötterten Märkten angeblich alternativlos diktieren.)

Die Demokratien in Europa wurden ja gerade aus der Lehre der nationalistischen und später stalinistischen Diktaturen installiert. Das hat man doch den Ostblockstaaten (solange sie in Diktaturen gefangen waren) immer HARTNÄCKIG GEPREDIGT! Jetzt wo dieser Status im gesamten ehemaligen Ostblock überwunden ist, meinen die EU-Fanatiker (neuesten Zuschnitts) plötzlich ihren politischen und wertebezogenen Kompass verstellen zu müssen und die restliche Welt müsse sich nur nach Ihnen neu ausrichten. Müsse ihnen in ihr "neues" Reich mit allerdings uralten Konzepten folgen (siehe Jugoslawien, Sowjetunion). Was wertebezogen eben noch ewig gestrige zu überwindende ordinäre Diktatur war, soll schon heute begriffskosmetisch geschönt marktkonform sein.

Wenn der Markt bzw. das Kapital diktiert, dann sieht die Sache anders aus. Die Botschaft der modernen Einheits-Ideologen der Gegenwart: wenn's die eigene Diktatur ist, an der Arbeit gearbeitet wird, dann ist das natürlich etwas völlig anderes.

Die neue Taktik zur Durchsetzung ihrer massgeschneiderten eigenen (!) Diktatur ist, sie bekämpfen die Feinde autoritärer Staatssysteme (wie das der Brüsseler Gouverneure und unantastbaren Räte) jetzt als Nationalisten, nicht als Demokraten oder Demokratiebewahrer. Nicht mehr und nicht weniger ist der gemässigte Teil dieser Leute. Die Radikalität geht von diesen aggressiven neuen Ideologen aus und nicht von deren Kritikern und Demokraten, die sie diffamierend uminterpretieren. Die Mär von der Bedrohung durch angebliche "Nationalisten" soll nur deren ungestörtes Arbeiten an der eigenen primitiven Kapital-Diktatur verschleiern und legitimieren.

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wschwarz 14.06.2012, 09:55
6. tja,

da muss man eben sparen und richtig haushalten, gsanz so wie wir es hier in Deutschland (SCHLAAAANNND!!!!) rtun. Geht nicht, immer nur faul am Strand rumliegen. Aber wenn wir erst mal die EM gewonnen haben, dann versteht das auch der letzte Europäer.

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stephan242 14.06.2012, 09:55
7. Sehr nett

Zitat von sysop
Das Volk zeigt sich sauer auf der Mauer: Wie lautet der Wahlspruch des Ex-Regierungschefs? "Für ein ärmeres Land!" Und die einzige Chance? "Revoltiere!" Im von der Finanzkrise gebeutelten Portugal pinseln die Bürger ihren Ärger an die Wände - und auch Angela Merkel wird so verspottet.
Ich finde es besser die Sorgen und auch die Wut so zum Ausdruck zu bringen als wie in Griechenland sinnlos zu streiken. Leider vergessen aber viele das sie in demokratischen Staaten leben und ein Wahlrecht haben. Auch Portugal verfügt über ein erhebliches Privatvermögen. Per Ende April laut EZB über 165 Mrd. €. Ich verstehe nicht weshalb Deutschland Schulden machen muss bzw. für portugiesische Schulden bürgen muss und notwendige Ausgaben nicht über eine Vermögensteuer in Portugal finanziert werden. Seit Ende 2008 sind die Goldreserven von Portugal von 9 auf über 20Mrd dollar angestiegen. Es ist an den Portugiesen Politiker zu wählen, die Portugal wieder zu einem wirklich souveränen Staat machen.

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silberkueste 14.06.2012, 09:59
8. Falsche Übersetzung

Wenn übersetzen, dann schon bitte richtig. „Este beijo deixa-nos tesos“ hat eine andere Bedeutung. Ihre Übersetzung, dass man von dem Kuß auf des Bundeskanzlerin Allerwertesten eine Steifen bekommt ist nicht nur amüsant, er könnte sogar Alpträume verursachen. „Estar teso“ oder steif sein ist im Portugiesischen eine Umschreibung, die bedeutet kein Geld zu haben oder nicht über finanzielle Mittel verfügen. Somit lautet die korrektere Übersetzung etwa „Dieser Kuss wird uns in die Armut führen“.

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caledonian2010 14.06.2012, 10:05
9. Wenn's die eigene Diktatur ist ....

Man kann das schwachsinnige Scheinargument von den angeblichen Nationalisten, das pauschal gegen die gemässigten Bewahrer und Anhänger der Demokratie als Keule verwendet wird, nicht mehr hören. Ein Machtzirkel will per Staatsstreich die demokratischen Strukturen in ganz Europa beseitigen. Begriffskosmetisch verschleiert/beschönigt mit nicht vom Grundgesetz und vom Volk legitimierter sog. "Kompetenzübertragung" und sog. "XXX-Mechanismen".

Der grosse Widerspruch an dieser Sache ist:

dass man die Herleitung der undemokratisch autoritären EU-Gremien nach wie vor mit WKII begründet. (Abgesehen von den zur Chimäre aufgebauten "Sachzwängen", welche die von den Politfunktionären über alles vergötterten Märkten angeblich alternativlos diktieren.)

Die Demokratien in Europa wurden ja gerade aus der Lehre der nationalistischen und später stalinistischen Diktaturen installiert. Das hat man doch den Ostblockstaaten (solange sie in Diktaturen gefangen waren) immer HARTNÄCKIG GEPREDIGT! Jetzt wo dieser Status im gesamten ehemaligen Ostblock überwunden ist, meinen die EU-Fanatiker (neuesten Zuschnitts) plötzlich ihren politischen und wertebezogenen Kompass verstellen zu müssen und die restliche Welt müsse sich nur nach Ihnen neu ausrichten. Müsse ihnen in ihr "neues" Reich mit allerdings uralten Konzepten folgen (siehe Jugoslawien, Sowjetunion). Was wertebezogen eben noch ewig gestrige zu überwindende ordinäre Diktatur war, soll schon heute begriffskosmetisch geschönt marktkonform sein.

Wenn der Markt bzw. das Kapital diktiert, dann sieht die Sache anders aus. Die Botschaft der modernen Einheits-Ideologen der Gegenwart: wenn's die eigene Diktatur ist, an der Arbeit gearbeitet wird, dann ist das natürlich etwas völlig anderes.

Die neue Taktik zur Durchsetzung ihrer massgeschneiderten eigenen (!) Diktatur ist, sie bekämpfen die Feinde autoritärer Staatssysteme (wie das der Brüsseler Gouverneure und unantastbaren Räte) jetzt als Nationalisten, nicht als Demokraten oder Demokratiebewahrer. Nicht mehr und nicht weniger ist der gemässigte Teil dieser Leute. Die Radikalität geht von diesen aggressiven neuen Ideologen aus und nicht von deren Kritikern und Demokraten, die sie diffamierend uminterpretieren. Die Mär von der Bedrohung durch angebliche "Nationalisten" soll nur deren ungestörtes Arbeiten an der eigenen primitiven Kapital-Diktatur verschleiern und legitimieren.

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