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Leben und Tod eines Gangsterrappers: 2Pac mit Sixpack, mehr nicht
Constantin

Aufstiegsmärchen, popkulturelle Erinnerung, Erzählung über Rassismus in den Vereinigten Staaten: Die 2Pac-Filmbiografie "All Eyez on Me" ist von alldem ein wenig - und insgesamt leider nichts wirklich.

ocmone 15.06.2017, 23:57
1. Wirklich schade

Ich hatte mich nach Straight outta Compton schon sehr auf diesen Film gefreut. 2Pac hätte in der Tat mehr verdient.

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Knossos 16.06.2017, 07:47
2. Künstler, Anspruch, politischer Anspruch

Freiheitskampf ist in seiner Legitimation und Argumentation immer intellektuell anspruchsvoll. Tupacs Mutter und deren Gefährten war das bewußt und wohl mindestens teils Grundlage. Rap ist, anders als dessen lyrische Wurzel der Limericks, musikalisch trivialer als lullaby.
Wenn Tupac dazu im Stande gewesen wäre, hätte er sich besser musisch und strukturell standesgemäßem, wie Jazz, Soul, Blues, Reggae, Gospel, oder Rock´n roll zugewendet, statt maschinstisch monotoner Kakophonie, deren Gleichförmigkeit auch im Neurologischen durch Jaktation im Hospitalismus indiziert, wie Variationsarmut auf das Denkorgan wirkt.
Wenn ursprünglich drei Jugendliche Rocksequenzen loopen, um darüber im Stakkato zu palavern, weil sie weder Instrumente noch Gesang beherrschen, zugleich aber vom Stardom in den glorreichen Siebzigern befeuert sind, während Produzenten ohne aktuellen Stern im Portfolio, eben nach neuem vermarktbarem Sensationswert á la John Cale suchen und daher das rappende Trio von der Straße weg promoten, dann ist das die Geschichte eines Fertig-Genres. Eines Es-geht-auch-so und Weg-mit-Hürden-exklusiver-Kunst/Virtuosität dessen inhaltliche Vermittlung sich in dem Sinne auch schon erschöpft.
Primitivität, die nicht wirklich zweckmäßig ist, um politischen und / oder idealistischen Inhalt zu transportieren. Mit Genres anspruchsvoller Musik wäre ihm vermutlich der Zwiespalt erspart geblieben, aus feudalem Luxus heraus für Entrechtete wirken zu wollen (was ihm moralisch bigott scheinen mochte, es ethisch aber nicht sein muß, solange Engagement authentisch ist); vor allem aber auch, dem Rap und möchtegern Capones 'stilgerecht', erschossen zu werden. Post mortem obendrein auch noch vom verachteten Klassenfeind herabgesetzt zu sein, dem er eine Strafverfolgung der Mörder so unwert war, daß er sie unverhohlen laufenließ.

Hätt´ste Dir mal afrikanische Chöre angehört, Dir ´n Instrument gegriffen, Tupac, und entdeckt, wie vital Melodie und wie mitreißend Rhythmus ist, der sich im Gegensatz zu Dieseltuckern u.ä. über Progression und Synkope entfalten und ranken, ausbrechen und rückkehren kann. Nervenkitzel, der würdige Botschaften zu tragen vermag, die am Ende zu wer weiß was für bedeutsamem Biopic gereicht hätten, an dem sich kein Regisseur abmühen müßte.
Schließlich sind auch Limericks gewitzt, und gehen deshalb um.

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braindead0815 18.07.2017, 00:34
3. mehr verdient?

Zitat von ocmone
Ich hatte mich nach Straight outta Compton schon sehr auf diesen Film gefreut. 2Pac hätte in der Tat mehr verdient.
was hätte er mehr verdient gehabt ?

vielleicht hätte das publikum mehr realität verdient gehabt?

frauen sexuell genötigt, misshandelt?
kindische disstexte in seinen liedern ?
lächerliche eastcoast-westcoast fehde? die zu seinem und biggy geführt hat?

einfach lächerlich so typen. sowas braucht man nicht verherrlichen. das hat dem film gefehlt.
die klare message, was da nicht okay war.

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