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Leïla Slimani über Sexismus: Wird man als Schwein geboren?
AFP

Da ist der Professor, der sich für ein Praktikum einen runterholen lässt. Der Kerl, der mich im Vorbeigehen "ficken will". Die Männer, die ich kenne, widert diese überholte Vorstellung von Männlichkeit an.

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fsteinha 13.01.2018, 17:43
1. Eine Frage des Anstandes

Das beschriebene männliche Selbstverständnis ist derart bizarr, das es mir schwer fällt zu glauben, das es wirklich Geschlechtsgenossen gibt, die sowas bringen. Ich kann mich allerdings an eine Gesellschaft erinnern, die Frauen hinter hergepfiffen haben. Schon damals fand ich das peinlich und das Selbstverständnis war auch auch nicht meins. Meine Einstellung war sehen und genießen.
Nun ja, Männer tragen nicht immer zur Verbesserung der Welt bei.

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signaturen 13.01.2018, 17:44
2. Taucht die Frage auf..

ob es Männern denn auch noch gestattet sein soll "anzubaggern" und dann die Dame stehen lassen darf.
So ganz ohne Vorwurf und Nachrede.
Und die nächste Frage ist:
Wie glaubwürdig sind wohl die Männer die Sie begeisterten?
Wie diese wohl tatsächlich denken? Ohne den Gedanken des "ranwanzen" bei Zustimmung?

ich tippe mal daß 90% der "Begeisterung auslösenden" in Wahrheit unbedenklich in klassische Muster verfallen würden, würden sie plötzlich wieder gesellschaftlich akzeptiert.
Genau so wie es die große Mehrheit, auch der "ach so emanzipierten, (besser feminisierten)" Frauen gerne möchte..
Und Nein, das ist kein Wunschgedanke sondern schlicht die Realität außerhalb der emanzipatorischen Bubble..

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ttvtt 13.01.2018, 17:49
3. Männlichkeit?

Der Text ist ein berechtigtes und gutes Plädoyer. Aber eines stört mich, diese eine Passage, wenn der Chef oder Professor sexuelle Dienstleistungen erwarten, ist das keine Frage von fehlgeleiteter Männlichkeit sondern Machtmissbrauch. Aber Machtmissbrauch hat kein Geschlecht.

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Kurbelradio 13.01.2018, 17:51
4. schwierig

um sich benehmen zu können, braucht es Hirn. Und leider fehlt das bei so manchen. Es gibt auch Frauen die belästigen, um das mal klar zu stellen (nein ich bin kein Mann). Als Frau kann ich sagen: in meinem Leben wurde ich zwischen 14 und 52 Jahren insgesamt 5 mal arg belästigt. 1 mal habe ich mich gewehrt und dahin getreten, wo es weh tut. Dann machte ich einen Selbstverteidigungskurs. Das gab mir Selbstbewusstsein. Aber man darf einem Mann, den man nicht kennt, nicht unbedingt einfach so ins Gesicht gucken. Wenn da nämlich Hirn fehlt, denkt der, man will ihn anbaggern. Daher: lieber nicht gucken. Auch wenn man denkt, man kennt den.
Die verbalen Belästigungen kann ich nicht zählen. Die Männer, die ich kenne, sind alles echte Männer. Das heißt, da ist keiner dabei, der ausfällig wird. Dann würde ich die auch nicht kennen. Die regen sich selbst auf, über ihre Geschlechtsgenossen, denen wohl Hirn fehlt. Daher liebe Männer: bitte fühlt euch nicht alle angegriffen. Denn ihr werdet nicht alle angegriffen, sondern nur die, die es auch verdient haben. Frauen mögen Männer. Und zwar die, denen genügend Hirn zur Verfügung steht, respektvoll mit uns umzugehen. Man braucht mir nicht die Tür aufhalten, oder meinen Reifendruck am Auto zu prüfen. Auch kann ich meinen PC selbst reparieren. Ich will nur gleiches Geld für gleiche Arbeit und Respekt. Mehr nicht.

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zimond 13.01.2018, 17:55
5. Alles vollkommen richtig.

Nur nicht worum es geht. All diese extrem Beispiele widerlicher Männer stehen doch nicht zur Debatte, da ist sich nun wirklich jeder einig das dies Schweine sind die ohne wenn und aber abzulehnen sind.

Es geht bei dem ganzen Thema aber darum das viele ihrer Geschlechtgenossinnen Nichtigigkeiten zur Belästigung verklären und damit das soziale Klima eher vergiften als es zu helfen. Ein Spacey der anderer Leute Hände zum eigenen Schritt führt ist nicht OK. Ein Weinstein der heimlich ins Zimmer kommt um zu masturbieren ebenfalls schon eine Straftat.

Aber ein schneller Blick auf den Hintern, eine frivole Bemerkung zum Dekoltee ala Brüderle, auch ein ungeschickter Flirtversuch ist noch keine sexuelle Belästigung. Doch genau zu so einer wird von vielen heute jede Kleinigkeit erklärt. Es gibt eindeutige Grenzüberschreitungen die nicht zur Diskussion stehen, alles darunter ist bei jedem Menschen anders und es muss erlaubt bleiben diese persönliche Grenze sondieren zu dürfen auch mit dem Risiko jemand einmal jemanden einen Schritt zu Nahe zu kommen. Solange man anschließend wieder zurück rudert ist das in Ordnung.

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Steinmetzger 13.01.2018, 18:03
6. Unemanzipiert

Es braucht genau einen Satz, um die Autorin zu entlarven: "Ein Mann, der in der Lage sein wird, zu verführen, auf die unzähligen wundervollen Weisen, in denen Männer uns zu betören verstehen." - Genau da liegt doch das Problem: Die Initiative sollen bitte weiterhin die Männer übernehmen. Wenn's schiefgeht, ist es halt Sexismus. Letztlich wird Frau Slimanis schöne neue Welt schlicht daran scheitern, dass sich dafür auch die Frauen selbst ändern müssten, anstatt nur mit dem Finger auf die Männer zu zeigen.

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strohsee 13.01.2018, 18:04
7. Danke!!!!!

Danke für diesen wichtigen und richtigen Beitrag!

Mich widert dieses elende Macho-Gehabe meiner Geschlechtsgenossen so an, dass mir die Worte fehlen, es treffend auszudrücken.

Ich halte auch die von "metoo" ablenkende Intervention von Frauen für eine "gekaufte" Stellungnahme. Aber hier gilt, dass Ausnahmen die Regeln bestätigen.

Natürlich erfreue auch ich mich an attraktiven, gut aussehenden Frauen, aber das gibt mir doch nicht das Recht, diese Frauen zu entwürdigen, zu erniedrigen und anzugreifen.
Mein Gott, bedeutet Zivilisation nicht auch, sich beherrschen zu können?

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ichsagwas 13.01.2018, 18:04
8. Das Zeitalter des neuen Puritanismus hat schon begonnen

Eine Frage hätte ich dann aber schon: was bewegt eine Frau, mit cm-dicker Schminke, Minirock, High Heels und tiefem Dekolletee herumzulaufen ? Wenn ein Mann mit Muskelshirt, figurbetonten Shorts und einschlägigen Tattoos durch die Innenstadt läuft, dann wird der für gewöhnlich als ein hirnloser, testosterongesteuerter Proll betrachtet. Bei den Frauen soll man solche Auftritte aber neuerdings als puren Feminismus interpretieren, als notwendige und interessante Phase in einem Selbstfindungstrip. Klar, dass der moderne, verunsicherte, feminisierte Mitzwanziger mit großem Verständnis an so einem Mädchen vorbeischaut. Mag ja sein, dass wir auf so eine Welt zusteuern, voller Correctness und Rücksichtnahme. Aber dann wird halt so manches andere fehlen. Die ganze Debatte geht mir, als Mann zunehmend auf den Keks, sie entwickelt sich immer mehr in eine überzogene, missionarische Richtung. Das Zeitalter des neuen Puritanismus hat schon begonnen. Ich habe inzwischen großes Verständnis für Männer, die sich zurückziehen und gar keine Frau mehr ansprechen, oder die im Ausland nach Partnerinnen suchen. Es ist einfach alles zu mühsam und kompliziert geworden. Es wird folglich immer mehr Menschen (Männer wie Frauen) geben, die alleine leben in dieser überindividualisierten, immer künstlicheren Welt.

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nauseam 13.01.2018, 18:08
9. Wäre doch nur alles anders

Wie schön wäre doch die Welt, wenn Frauen nicht wie Frauen wären, Männer nicht wie Männer, Kinder nicht wie Kinder. Nein, was wäre die Welt dann besser. Dieses Utopiegerede ist langsam unsäglich. Der ach so aufklärerische Feminismus nimmt deutlich totalitäre Züge an. Selbst der neue Mensch soll jetzt her.

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