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Literaturherbst : Das sind die wichtigsten Bücher der Saison

25 Bücher, über die gesprochen wird, 25 mal Literatur, die Diskussion auslöst - lesen Sie hier anlässlich der Frankfurter Buchmesse, die am Dienstag eröffnet wird, unsere Auswahl aus der Belletristik des Herbstes.

kategorien 07.10.2017, 13:55
1. Ich stimme leider nicht zu

Ihre Begeisterung in Ehren, aber Literatur löst kaum noch Diskussionen aus, außer in Journalistenkreisen, besonders deutsche Literatur nicht, insofern wir unter Literatur Belletristik meinen.

Die paar Bücher, die bei uns breite Diskussionen auslösen, stammen aus dem Ausland.

Es ist eher interessant, warum Literatur so schnell an Bedeutung verloren hat, verglichen mit den Autoren der 1950er und 1960er Jahre. Ich kann mich an keinen deutschen Roman der letzten 20 Jahre erinnern, der, außer im Literaturbetrieb, für irgendwelche Gefühle oder Erregungen gesorgt hätte, außer es ging um Plagiate.

Deutsche Sachbücher hingegen erzeugen Debatten und erfreuen sich Beliebtheit, interessanterweise.

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sappelkopp 07.10.2017, 15:13
2. Über die Liste der 25 kann man streiten...

...für mich gehört auf jeden Fall Sutters Elefant (oder ist der schon älter?) auf die Liste und Drei Tage und ein Leben von Lemaitre.

Ansonsten kann ich meinem Vorredner kategorien nicht zustimmen. Es gibt zahlreiche Neuerscheinungen, die zum diskutieren einladen. Einfach mal bei den kleinen Verlagen schauen, die haben noch den Mut abseits vom Mainstream zu verlegen.

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tomfoolery 07.10.2017, 17:30
3.

Das Problem ist ja nicht, dass es keine Romane gäbe, die eine Diskussion auslösen können - und wahrscheinlich stehen davon auch welche auf der Liste - nur: Als gesellschaftliche Themenvorlage hat die Belletristik weitestgehend ausgedient. Insofern kann ich kategorien nur zustimmen.

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Weitblick 07.10.2017, 18:04
4. Kritik an der Literatur

Ob die scheinbar verloren gegangene Funktion der Literatur für die Gesellschaft als Kritik an der Literatur verstanden werden kann, bezweifle ich stark. Ist nicht eher das schwindende oder verlorengegangene Interesse an der Literatur als Kritik an der Gesellschaft zu lesen? Es scheint, als wäre Einfallslosigkeit, Oberflächlichkeit und unterkomplexes Denken eher ein Produkt einer Gesellschaft, die das Bild und die Beschleunigung als Maßgabe für Modernität sieht. Es ist überhaupt erschreckend, wie wenig Leute Literatur lesen.

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Keksefüralle 07.10.2017, 20:47
5.

Zitat von kategorien
Ihre Begeisterung in Ehren, aber Literatur löst kaum noch Diskussionen aus, außer in Journalistenkreisen, besonders deutsche Literatur nicht, insofern wir unter Literatur Belletristik meinen. .. Deutsche Sachbücher hingegen erzeugen Debatten und erfreuen sich Beliebtheit, interessanterweise.
Literatur ist ein wenig wie Oper Geht am Geschmack der Massen vorbei, und mit Massenmedien in einer schnelllebigen, schnellvergessenden Welt muß man nicht mehr Intellekt und Interesse an "langatmigen" Medien heucheln. Vielleicht würde Literatur und Klassik mehr Interesse erzeugen, wenn sie philosophierende Zombies, homosexuelle Werwölfe, liebeskranke Vampire, singende Serienkiller und blutrünstige Einwort-Titel einbinden würden.

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ryumin 07.10.2017, 21:47
6. Vater!

...von Anselm Maria Sellen. Nirgends auf dem Schirm, aber mein Lesehighlight des Jahres.

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quark2@mailinator.com 08.10.2017, 16:01
7.

Diese Überschrift sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - "Das SIND die wichtigsten Bücher der Saison". Nicht etwa "Dies sind einige der ..." oder "Dies sind unsere ..." oder so, nein frech und breit postuliert der Verfasser zu wissen, welche Bücher die wichtigsten sind. Ohne etwa auch nur anzugeben, für wen. Offenbar für die ganze Menschheit oder wenigstens alle Bewohner dieses Landes. Absurd. Mir geht diese Anmaßung und oft geradezu systematische Irreführung der Leser per Überschrift massiv auf den Nerv.

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Stillner 08.10.2017, 21:09
8. Literaturbetriebsgerassel

Was wir hier lesen, ist reines Literaturgetriebsgerassel. Literatur wird dabei immer auf das reduziert, was jeweils erzählt wird. Als ob es dafür noch Literatur bräuchte! Wirkliche Zumutungen, die uns durch ihre Form etwas abverlangen, finden sich kaum noch. Stattdessen irgendwie ganz ordentlich geschriebene und lektorierte Kunstgewerbstexte, die möglichst noch ein allgemein als relevant geltendes Problem mittransportieren. Die Krise des Erzählens, der Tod des Autors, das Ende des Romans - alles das will der Betrieb schnell vergessen, aber auf die mit der zu Ende gegangen Epoche der Literatur verbundenen höheren Weihen will er nicht verzichten.

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