Forum: Kultur
Manifest von Filmschaffenden: Warum ein feministischer Film nötig ist
rbb/ Reiner Bajo

Macht! Geld! Sex! Bessere "Tatorte"! In einem Katalog formulieren junge weibliche Filmschaffende ihre Forderungen für eine Neuausrichtung des deutschen Kinos.

Seite 1 von 3
Nordstadtbewohner 03.08.2018, 11:11
1. Die staatliche Filmstruktur ist das Problem

Die Produktion von Kinofilmen erfolgt in Deutschland maßgeblich über staatliche Strukturen und die Finanzierung erfolgt häufig über öffentliche Mittel wie die der "Filmförderung" und öffentlich-rechtliche Sendeanstalten. Im Gegensatz dazu schaue man mal in die USA. Dort ist die Filmwirtschaft privat. Dort werden Filme nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage produziert. So gibt es zu den Ocean´s Eleven (nur Männerprotagonisten) einen weiblichen Konterpart: Ocean´s Twelve mit weiblichen Darstellerinnen, die ihren männlichen nichts nachstehen.

Die hier im Artikel durch weibliche Filmschaffende postulierten Forderungen stehen aber für genau das Gegenteil von Angebot und Nachfrage. Denn sie wollen eigentlich nur eins und zwar dass noch mehr öffentliche Gelder im deutschen Filmbetrieb versenkt werden und das natürlich mit garantiert weiblichen Protagonisten. Das wird nicht funktionieren, denn dann werden Filme produziert, die sich kaum noch jemand anschaut. Dann wird es eventuell vielen wie mir gehen: ich schaue mir keine/ kaum noch deutsche Produktionen an, dafür amerikanische, britische und französische. Dort schafft man es, Filme zu produzieren (vor allem in den USA), in denen es keine Quoten für schlechte weibliche Filmschaffende gibt und die nicht ständig die Feminismusschiene bedienen müssen, obwohl sie gute Frauenrollen haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Outdated 03.08.2018, 11:30
2. tragt mich zur Jagd!

anstatt zu fordern sollten dann die jewiligen Personen einfach mal anfangen zu machen.
Was ist so schwer daran? Es war jedenfalls nie einfacher.
Geschichten erzählen kostet kein Geld und wessen Formate, z.B: auf youtube erfolg haben bei dem klappts dann auch mit den Investoren.

und wenns nicht klappt? nun niemand hat ein Anrecht auf Erfolg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kumi-ori 03.08.2018, 11:50
3. Dann macht doch einfach!

Die meisten der hier genannten Forderungen können Frauen am besten dadurch durchsetzen, dass sie einfach selbst das tun, was sie hier auflisten, und entsprechende Filme eben drehen. Da ca. die Hälfte des Publikums weiblich ist, können sie auf eine adäquate Marktmacht setzen und durch Qualität überzeugen. In der Tat fällt mir als wenig Film-affinen Durchschnittskonsument jetzt (außer Leni Riefenstahl und Margarete von Trotta) keine weibliche Film Schaffende abseits von Schauspielerinnen und Maskenbildnerinnen ein. Ich warte.

Das mit der Kinderbetreuung ist ein gesamtpolitisches Problem, das nicht nur die Filmindustrie betrifft. Der Gesetzgeber schmückt sich hier mit hohen Standards, macht sich dann aber bei der Umsetzung einen schlanken Fuß und überlässt die Kosten und den Organisationsaufwand dann den nachgeordneten Institutionen (Kommunen) und den Arbeitgebern. Hier trifft es hart, dass in der Filmbranche die Aktiven überwiegend nicht fest angestellt sind. Hier bräuchte es neue Ideen (auch für andere Tätigkeitsfelder), aber an diesem ganz großen Rad versuchen die Leute schon seit Jahrzehnten zu drehen. Problem: einer muss zahlen, eine sehr undankbare Position.

Was die Rolle von Frauen in den Handlungen der Filme angeht, glaube ich, dass das Verhältnis der Geschlechter inzwischen sehr ausgewogen ist. Auch die Rolle von Frauen in bestimmten Lebenssituationen (Frauen nackt, Frauen auf dem Seziertisch, Frauen in Führungspositionen) kommt inzwischen in den Filmen prozentual genauso häufig vor, wie bei Männern, wobei im Zuge der Neuen Prüderie heute generell weniger natürlicher Körper gezeigt wird als früher.

Was das Gehalt angeht: dazu gehören zwei. Das Problem ist nicht, dass Männer zuwenig Gehalt zahlen, sondern, dass Frauen zuwenig Gehalt verlangen. Wurde schon oft nachgewiesen. Also selber fordern und nicht warten, dass es auf den Bäumen wächst.

Einige Forderungen betreffen die Kompetenzen anderer Branchen. Wenn das Publikum sich von Frauen eher für Putzmittel und von Männern eher für Lebensversicherungen erwärmen lässt, dann hat da der neue feministische Film den Herstellern der Produkte nichts drein zu reden. Procter und Gamble schreibt der Filmindustrie schließlich auch nicht vor, wieviele Brüste sie zu zeigen haben. Und Proseccos und Ladies Nights sind für die darbenden Kinobetreiber sicher wichtige Einnahme-Quellen. Dreht ihr mal interessante Filme, dann wird das kein Problem mehr sein.

Übrigens: die analytisch denkende Tatortkommissarin gab es bereits vor 60 Jahren mit Margarete Rutherford.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Maurer 03.08.2018, 11:58
4. Und dreht endlich Drei Engel für Charlene

mit verdrehten Geschlechtern. 3 toughe (männliche) Hauptakteure, eine leicht dümmliche Koordinatorin aka Bosley und der Stimme von Grace Jones als Charlene
Ghostbusters war ja auch so ein Megahit mit weiblichen Hauptrollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
2laky 03.08.2018, 12:15
5. Amateurfilm und Frauen

Man sollte sich als Feminist mal die Amateurfilmszene anschauen und überlegen woran dort die geschlechtlichen Diskrepanzen liegen. Da können es nicht die Machtstrukturen und Geldgebervorbehalte sein, die Frauen daran hindern eine größere Rolle zu spielen. Dort sind es schlicht das mengenmäßige Ungleichgewicht von Menschen die sich dafür interessieren und bereit sind Zeit und Arbeit zu investieren.
Ja, die Kultur muss sich ändern, aber möglicherweise ist es die weibliche Kultur und nicht die männliche, die ein Update in modernere Zeiten benötigt. Diesen Wechsel können aber nicht Männer anstoßen, sondern nur Frauen. Wenn es einen echten Unterschied zwischen der geschlechterverältnisse zwischen den Amateurfilmschaffenden und den Profis gibt, erst dann ist es sinnvoll spezielle Förderstrukturen in der Filmindustrie zu etablieren, denn ohne eine entsprechende Menge an Frauen, die die wichtigen Posten anstreben, besteht die Gefahr, dass durch die Förderung eine Qualitätsschere entsteht, welche Vorurteile gegen weibliche Produzenten, Autoren und Regisseure (usw) schürt, statt die Rolle der Frau zur verdienten Gleichberechtigung aufzuwerten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 03.08.2018, 12:16
6. Frauen konsumieren für Milliarden Euro

Schuhe, Kosmetik, Handtaschen und Klamotten. Aber größtenteils von Männern entworfen und zur Verfügung gestellt. Wenn Frauen eigene Frauenfilme wollen, sollen sie doch welche produzieren. Der Markt ist da. Dann müssen Männer nicht länger den Frauen Markt mit Traumschiff und Rosamunde Pilcher bedienen. Aber erwartet nicht, dass die Männer freiwillig das Scheckbuch zücken, nur um irgendwelche Selbstverwirklichungs Machwerke zu finanzieren, die keine Frau und kein Mann sehen will. Kino ist Kommerz und Kunst braucht Mäzene. Bringt ein gutes Konzept, testet auf Marktfähigkeit und es kann losgehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lew111 03.08.2018, 12:37
7. Macht mal

Ich bitte die Unterzeichnerinnen mal selber Filme, nach den Prinzipien die sie fordern, zu machen. Ich stimme anschließend mit meinem Geld ab, ob ich das Resultat für gut erachte. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bruno Bug 03.08.2018, 12:43
8. Langeweile wie in der Kirche

Fordern, fordern und noch mehr fordern. Wann lernen Feministen eigentlich endlich das Machen. Seit Jahrzehnten gibt es feministische Filme, die aber kein Mensch (außer pflichtbewusste Feminist*i*n*nen) anschauen will. Ja künstlerisch wertvoll und gesellschaftskritisch wichtig, oder irgendwie so sagen sie alle als Begründung zum Handaufhalten. Macht gute, interessante und spannende Filme. Aber kein Propagandazeugs mit oberlehrerhafter Arroganz mit irgendeiner Moralpredigt - Langweilig wie in der Kirche!

Der Rest kommt von selber.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
paradox2142 03.08.2018, 13:01
9.

1. Bei der Forderung nach mehr Macht, wirkt es so, als sei das Geschlecht/Herkunft/Aussehen wichtiger als die Kreativität und das schlussendliche Produkt.
2. -
3. Haben Männer Kinderbetreuung? Weil ansonsten ist diese Aussage irgendwie Sexistisch, da es auch Alleinerziehende Väter gibt.
4. In Büchern identifiziere ich mich gerne mit Weiblichen Rollen, in Filmen sieht es da natürlich etwas magerer aus. Aber wenn ich mir die letzten Machwerke anschaue, die für "Feminismus" stehen sollen, triefen diese nur so vor Sexismus, oberflächlich (Ghostbusters) und in der Metaebene (Ocean's 8), kann ich darauf verzichten. Es gibt so viele Tolle Frauenfiguren in der Literatur, aber es wird sich ein Universum herangezogen das eine Männliche Zielgruppe besitzt. Das es dann Knatsch von den Fans gibt und der Film floppt sollte klar sein. (StarTrek, StarWars, Ocean's usw. etc. pp.) Entwickelt neue unerforschte Universen und erzählt eigene Geschichten und nicht welche, die bereits auf Männern basieren, es wird sowieso schon zu viel recycelt.
5. Absolut 100% der Meinung bin ich auch, wieso bekommt man dann kein Drehbuch zustande das in einer Welt spielt, das nicht bereits auf Männlichen Lorbeeren und geschichten basiert?
6. Bitte, Bitte, ein bisschen Abwechslung.
7. Hab ich bisher nicht so erlebt, das sind eher grundsätzliche Charaktereigenschaften die nicht nur die +50 treffen.
8. Träumt weiter ^^ (sex sells)
9. da kommt der Sexismus dann wieder raus ;)
10. Wenn ihr auf den Prosecco verzichten wollt, bitte, ich möchte nicht darauf verzichten.
11. Hört sich für mich so an wie "wir sind besser, also verdienen wir auch das Geld". Ich weiß nicht, aber grade in der Heutigen/jetzigen Zeit muss sich doch bestimmt ein Geldgeber finden lassen der für ein gutes Drehbuch was springen lässt und sich dann mit einem gelungen Feministischen Film rühmen kann.
Die gesamt Förderung könnte meinetwegen gestrichen werden, würde der Kreativität sicherlich gut tun...
Insgesamt betrachtet habt ihr grundsätzlich recht, mit solchen Populistischen Forderungen macht ihr euch jedoch keinen Gefallen. Wenn so mit dem Vorschlaghammer geschwungen wird kommt er meist zurück, siehe Star Wars.
Wenn ich einen Film ansehe, möchte ich unterhalten, der Realität entfliehen, mich in eine andere Welt entführen lassen und nicht ununterbrochen mit dem ""sjw"" (sorry mir fällt kein passender Begriff ein) Hammer verprügelt werden.

In diesem sinne drück ich euch die Daumen wünsch euch viel erfolg und hoffe auf Erlösung des Einheitsbreis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3