Forum: Kultur
Mediensatire "Labaule & Erben": Der Journalismus ist tot. Es lebe der Journalismus!
SWR/ Maor Waisbur

Sein oder nicht sein? Die satirische Serie "Labaule & Erben" erzählt von der existenziellen Zitterpartie eines badischen Zeitungshauses - mit prophetischen Parallelen.

Sonia 04.01.2019, 11:31
1. Sehr gute Filmidee

Un der Mediathek des Ersten konnte ich schon 3 Teile sehen. Es geht toll los, Spaß zu einer ernsten Thematik garantiert, bedauerlicherweise wird es ab Teil 3 so zäh, dass ich nicht mehr das Bedürfnis habe, den Rest zu sehen.

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Lobhudel 04.01.2019, 13:02
2. Keine Satire - nur flache Comedy!

Wie stark muss die Verbundenheit mit dem seine letzte Originalität langsam aushauchenden Hauskolumnisten H. Schmidt und dem latent dynastischen Spiegel-Verlagshaus sein, um diesem Machwerk irgendeinen satirischen Geist abzugewinnen? Habe die ersten - und für mich letzten - beiden Folgen in der Mediathek ertragen. Fazit: Auch durch ihre Anhäufung werden Plattitüden und Klischees nicht witziger.

Als Journalist saufe ich dann lieber vier Flaschen Rotwein und schaue die nächste provinzielle Winzerfamilien-Serie in der ARD. Dann weiß ich wenigstens, warum ich lache.

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Knossos 04.01.2019, 16:27
3.

Zitat: "'Labaule & Erben' ist eine sehr lustige Serie, die an den richtigen Stellen sehr weh tut."

Haben Sie deshalb an dieser Stelle das eigene Haus ausgelassen:"Tatsächlich erinnert das fiktive Unternehmen Labaule - gesprochen "Labóhl", gegründet 1888 - an reale, dynastisch geprägte Unternehmen der Branche, an Zeitungshäuser wie DuMont ("Kölner Stadtanzeiger", "Berliner Zeitung"), die nach dem Abgang der alten Patriarchen drastische Transformationsprozesse durchmachen", oder eventuell wegen der Feinheit, daß diese Prozesse beim SPIEGEL bereits einsetzten, als Rudolf Augstein noch unter uns weilte, und weil sein Haus nicht als "dynastisch" bezeichnet werden kann?

Wie dem auch sei: Die Umschreibung der schmidtschen Komödie klingt nach gutem Witz und vor allem Sinnhaftigkeit, während Entwicklung oberflächlichen und gleichgeschalteten Journalismus und Medienprogramms wegen seiner Tragweite für Meinungsbildung und nominelle Demokratie nicht genug thematisiert werden kann.

Bestenfalls auch auf ernsthafte Weise, die hoffentlich mündiger Öffentlichkeit zugemutet werden könnte.

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MeckiP 05.01.2019, 15:56
4. Mir gefällt's

Habe die ersten beiden Folgen gesehen und es ist was es ist: eine sehr gut gemachte satirische Komödie die unterhalten will und keinen weltverbessernden philosophischen Anspruch hat. Uwe Ochsenknecht ist glänzend besetzt, vom genialen Fälscher in "Schtonk" bis zum leicht tumben Verleger Laubaule in dieser Serie. Irm Hermann als seine Mutter und skrupellose Anteilseignerin spielt wie immer phantastisch.

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