Forum: Kultur
Menschenhass: Man mag es nicht, das Fremde
REUTERS

Reflexe unhinterfragt auszuleben, ist das Ding der Stunde. Man nennt es Meinungsfreiheit. Man nennt es: unsere Werte verteidigen. Dabei kann der Mensch Vorurteile überwinden. Vielleicht.

Seite 1 von 12
Igelnatz 10.02.2018, 11:10
1. immer so negativ

Es gibt genügend Gegenbeispiele für altruistisches Verhalten des Menschen auch schon im Altertum über alle Schranken hinweg. Und nun? Der Mensch ist sowohl als Gesamtheit wie auch als Individuum zu allem Guten und allem Bösen fähig. Das ist nichts neues, die früheste mir bekannte Quelle ist der Prediger Salomon, auch Kohelet genannt... Bloß von einem Penis schreibt er nix, wie die Autorin. Wobei ich stark annehme, dass es auch damals schon welche gab.... Zitat: Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

Beitrag melden
Bowie 10.02.2018, 11:19
2. Danke, Sibylle!

Denn bei Ihrem Kommentar kommt ein Punkt gut zur Geltung, der sonst zu kurz kommt: Die ganzen fremdenfeindlichen Lautsprecher, die furchtbaren Postfaktiker und die entsetzlichen Nationalneoliberalen reden sich ihren heute salonfähig gewordenen Rassismus gerne mit der Historie und der Biologie menschlichen Verhaltens schön. Dabei negieren sie, dass die Spezies Homo Sapiens nun einmal infolge ihres großen Gehirns lernfähig sein sollte und eben nicht nur triebgesteuert. Dass sich die neuen Rechten mit dieser erbärmlich unsolidarischen, inhumanen Haltung damit automatisch selber deklassieren, indem sie sich selber eben genau diese intellektuelle Lernfähigkeit in Abrede stellen, merken sie entweder nicht oder wollen es nicht merken. Andere, reflektiertere Zeitgenossen bekommen das aber genau mit. Und auch die Verwüstungen, die dieser Alibi-Biologismus in den Gesellschaften anrichtet...

Beitrag melden
Bowie 10.02.2018, 11:22
3. Danke, Sibylle!

Denn bei Ihrem Kommentar kommt ein Punkt gut zur Geltung, der sonst zu kurz kommt: Die ganzen fremdenfeindlichen Lautsprecher, die furchtbaren Postfaktiker und die entsetzlichen Nationalneoliberalen reden sich ihren heute salonfähig gewordenen Rassismus gerne mit der Historie und der Biologie menschlichen Verhaltens schön. Dabei negieren sie, dass die Spezies Homo Sapiens nun einmal infolge ihres großen Gehirns lernfähig sein sollte und eben nicht nur triebgesteuert. Dass sich die neuen Rechten mit dieser erbärmlich unsolidarischen, inhumanen Haltung damit automatisch selber deklassieren, indem sie sich selber eben genau diese intellektuelle Lernfähigkeit in Abrede stellen, merken sie entweder nicht oder wollen es nicht merken. Andere, reflektiertere Zeitgenossen bekommen das aber genau mit. Und auch die Verwüstungen, die dieser Alibi-Biologismus in den Gesellschaften anrichtet...

Beitrag melden
ich.sennahoj 10.02.2018, 11:27
4. lernen

Ja, man kann sich dazu anhalten und sich zusammenzureißen und versuchen zu lernen, sich seiner Vorurteile bewußt zu werden und darum bemühen, sie zu überwinden oder sie gegebenenfalls auch als überdachte Urteile auszuführen.
Leider ist es immer nur Anliegen von wenigen gewesen, so mit sich selbst und anderen umzugehen.
Frage sich nun also jeder einmal selber, ob er wirklich zu dieser Minderheit gehören möchte.
Denn das sind die wirklich überall Ausgestoßenen.

Beitrag melden
Patrik74 10.02.2018, 11:46
5. Wahre Worte

Es ist leider frustrierend zu sehen, wie das Prinzip Divide et impera - so simple es auch sei, oder grade deshalb - immer wieder funktioniert.

Es gilt nach wie vor das Bild: Ein Reicher ein armer und ein X (wahlweise Flüchtling, Südeuropäer, Ausländer, Arbeitsloser, Rentner, Beamter oder was grade en vogue ist einsetzen) sitzen an einen Tisch um 10 Goldmünzen; der reiche greift sich 8 und sagt zu dem armen: Pass auf, der X will dir deine Goldmünzen nehmen.

Funktioniert seit Jahrtausenden und ist geeignet, 80% der Menschheitsgeschichte zu erklären. Man kommt unweigerlich zu dem fatalistischen Ergebnis: Wenn wir eines aus der Geschichte lernen können, dann, dass wir aus der Geschichte nichts lernen können.

Man hätte gehofft, dass Alphabetisierung und allgemeine Schulpflicht daran etwas ändern, aber das Ergebnis sitzt in Parlament und Montags auf der Straße.

Es ist halt leichter, nach unten zu treten und nach oben zu buckeln, als sich mit der wahren Ursachen der eigenen Misere zu befassen. Bin gespannt, wer das nächste X wird, wenn der Krieg in Syrien vorbei ist...

Beitrag melden
syracusa 10.02.2018, 11:58
6.

Zitat von ich.sennahoj
Ja, man kann sich dazu anhalten und sich zusammenzureißen und versuchen zu lernen, sich seiner Vorurteile bewußt zu werden und darum bemühen, sie zu überwinden oder sie gegebenenfalls auch als überdachte Urteile auszuführen. Leider ist es immer nur Anliegen von wenigen gewesen, so mit sich selbst und anderen umzugehen. Frage sich nun also jeder einmal selber, ob er wirklich zu dieser Minderheit gehören möchte. Denn das sind die wirklich überall Ausgestoßenen.
Sie sehen das zu pessimistisch. Zivilisatorischer Fortschritt geht genau so wie technischer Fortschritt immer nur von einer kleinen Elite aus. Erst dadurch, dass diese kleine Elite selbst ein auch der Masse attraktiv erscheinendes Lebensmodell verfolgt, setzt sich dieser zivilisatorische Fortschritt dann auch langfristig in der ganzen Gesellschaft durch.

Man muss bei allen aktuell zu bejammernden (und von Frau Berg im Artikel bejammerten) scheinbaren Verlusten an Zivilisation auch in unseren eigenen Reihen klar konstatieren: die gesamte Menschheitsgeschichte ist eine fortlaufende Geschichte der Zivilisierung der Menschheit.

Der aktuelle scheinbare Rückschlag als Folge des Erstarkens rechtspopulistischer Strömungen ist aber eben nur ein scheinbarer Rückschlag. Er ist eine Folge der Ausweitung unseres Kulturkreises in Gesellschaften, die die Nachkriegszeit anders erlebten als wir, und die die Kulturrevolution der 68er verpassten. Und er ist eine Folge der neuen Kommunikationsmöglichkeiten, die bisher schon immer existierenden rechtsextremen Kreisen der Bevölkerung ein Sprachrohr gaben und ein Medium der gegenseitigen Bestärkung und Solidarisierung. Wir erleben also keinen zivilisatorischen Rückschlag, sondern es wird nur etwas sichtbar, was wir in den letzten Jahrzehnten aus den Augen verloren haben.

Keine Sorge: der zivilisatorische Fortschritt ist unaufhaltsam! Alles wird gut!

Beitrag melden
unlogisch 10.02.2018, 12:07
7. Man mag es nicht das Fremde - Polemik

Man muss schon in einem sehr sicheren Umfeld leben, um das Fremde nur als Bereicherung zu erfahren. Einige manipulierte Photoshop-Bilder im Internet zeigen sehr schön, wie statt Männer lauter Frauen mit den Booten flüchteten, um aufzuzeigen, dass das mänliche Geschlecht, sich dann deutlich mehr gefreut hätte. Diverse Schmuddelseiten beweisen auch, dass südländische Männer sehr beliebt sind, denn die Anzahl solcher Videos geht steil nach oben. Im Bekanntenkreis gibt es die ein oder andere Frau, die daran verzweifelt, dass ihr neuer Mann sehr polygam ist. Den meisten geht es nicht um das Fremde, wenn sie die Kultur alleine zur Betrachtung nehmen. Es sind die weißen Transporter, die leer nach Westen und voll in den Osten zurückrollen. Es sind Gruppen von Jugendlichen, die Leute an der Straße anpöpeln und muslimisch faschistisch agieren. Es sind viele Familienclans die mit Frauen handeln und Geschäftsinhaber terrorisieren. Es stösst schon bitter auf, wenn die südländische Gruppe Drogendealer bei Peek & Cloppenburg einkehrt und sich die 200-300,- Euro Jacken kaufen. Echte Arbeit - Fehlanzeige und vom Staat kassieren. Wenn man sich die Mühe macht und die Rechten in Deutschland bekämpft, dann müsste man auch die Einwanderung solcher kriminellen Gruppen aus fremden Kulturen bekämpfen. Wo wir im Jahr, auf offener Straße, 3 gefühlte Übergriffe auf Frauen haben, passiert dass nun bald täglich in unserer Stadt. Das Alter der Frauen spielt auch keine Rolle mehr. Eine kontrollierte Zuwanderung könnte als Filter fungieren und diese Reisekriminalität etwas einschränken. Jedes Volk hat seine eigenen kriminellen Pappenheimer, da braucht man nicht für Nachschub sorgen.

Beitrag melden
nordlicht123321 10.02.2018, 12:13
8. An Bowie

Ach so,wenn man mit Biologie und Evolution argumentiert ist man bereits Fremdenfeind. Entschuldigung, ich wusste nicht,dass Sie die Fesseln der Natur abgelegt haben und eine ganz neue Spezie sind:die unfehlbare Krönung der Natur und Evolution!! Herzlichen Glückwunsch!! Und mal ehrlich,ist ja auch alles Blödsinn mit Biologie und so...und ja, natürlich gibt es Fremdenfeindlichkeit nur in Europa. Ein Blick auf die Krisengebiete dieser Welt bestätigt dies eindeutig...

Beitrag melden
chattagam 10.02.2018, 12:24
9.

"Die Anteilnahme der meisten reicht nicht über die Angehörigen der Familie oder der Gruppe, in der sie sich bewegen, hinaus."

Wäre alles andere nicht ein bisschen viel verlangt und unglaubwürdig? Sich mit allen solidarisieren und mitfühlen?
Reicht es nicht, wenn einem andere Menschen egal sind?
In den Krieg ziehn würde man dann nämlich ebenfalls nicht.

Beitrag melden
Seite 1 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!