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#MeToo beim SPIEGEL: Wir müssen über Augstein reden
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Der SPIEGEL begann als Männerladen, er blieb es jahrzehntelang. Die Herren hatten die Posten, die Macht. Und heute? Wie ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in Zeiten von #MeToo?

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tillburkhardt 10.10.2018, 10:29
1. Grautöne...

Danke für diesen offenen und wichtigen Artikel! Und an meine lieben "Mit-Männer", die da debattieren und relativeren und hinterfragen und abtun..: es gibt eine meiner Ansicht nach relativ einfache Faustregel, stell Dir vor es ist Deine Frau, Deine Mama oder Deine Tochter und denk noch mal über den Witz, die Berührung, das "an-der-Wange-hauchen" nach und lass es dann einfach sein!

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henryboehm 10.10.2018, 10:31
2. solange wir (maenner) dachten

das wir die emanzipation steuern haben uns "vorlaute frauen" noch amuesiert.
gut das es jetzt um die macht, um die ressourcen, die posten geht.
gut das frau nicht mehr ueber unsere altherrenwitze lachen muss.

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Bondurant 10.10.2018, 10:39
3. das

68 sei "ein Befreiungsschlag" gewesen: "Man konnte erotische Abenteuer haben, ohne dass man eine Schlampe war, es war einfach toll." Aber eines müsse man verstehen: "Die Zeiten waren zwar sexuell freizügiger geworden, aber trotzdem galten die alten Anstandsregeln." Erst in späteren Zeiten sei der Anstand verloren gegangen, "und deshalb konnten sich die Unmöglichkeiten entwickeln", also das, was #MeToo anprangert: die sexuelle Belästigung.

ist interessant und das habe ich noch über '68 noch nie gehört. Aber es ergibt Sinn, dank dafür.

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Lutz2344 10.10.2018, 10:43
4. Schade nur ...

... das so ein Thema von Frauen thematisiert wird und nicht mal ein Mann in der Redaktion die Recherche aktiv angegangen ist. Da scheint es so, als ob das für die Männer in der Redaktion kein Thema ist?

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Bondurant 10.10.2018, 10:45
5. Absurd

Zitat von tillburkhardt
es gibt eine meiner Ansicht nach relativ einfache Faustregel, stell Dir vor es ist Deine Mama oder Deine Tochter und denk noch mal über den Witz, die Berührung, das "an-der-Wange-hauchen" nach und lass es dann einfach sein!
wieso sollte sich ein Mann so etwas vorstellen, wenn er auf eine potenzielle Sexualpartnerin trifft (und für Heteros ist praktisch jede Frau eine potenzielle Sexualpartnerin, da liegt ja die Basis des Problems).

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snoopye 10.10.2018, 10:47
6. Beeindruckend!

Ein Beispiel für intelligenten, großartigen Journalismus. Danke, Frau Beyer.

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chronoc 10.10.2018, 10:57
7. WANN genau fängt sexuelle Belästigung an?

"Gut ein Drittel der Teilnehmenden aber gibt an, in den vergangenen zwölf Monaten eine sexuelle Belästigung, unangemessene Witze eingeschlossen, erlebt zu haben." Was bedeutet denn das bitte? Während ich klare Überschreitungen (Vergewaltigung, Mobbing, Grabschereien usw.) selbstverständlich nicht befürworte, ist das Gefüge zwischen Mann und Frau viel zu komplex, um im Alltag stets sofort zu verstehen, was zu weit geht. Ein Beispiel: Ich kenne eine Kollegin seit Jahren. Wir mögen uns, sind befreundet, haben öfter gemeinsam was unternommen. Wir sitzen in der Pause nebeneinander und lachen über einen Witz. Wie selbstverständlich beugt sich einer der beiden seitlich zum anderen und knufft mit seiner Schulter die des anderen. Eine selbstverständliche Geste zwischen Freunden. Ein anderes Beispiel: Ein Kollege findet die neue Kollegin sehr hübsch. Die beiden kennen sich erst seit kurzer Zeit. Er fasst seinen Mut zusammen und fragt die Kollegin, ob sie denn was dagegen hätte, wenn sie mal zusammen etwas essen gehen. Beinhalten diese beiden Beispiele aus dem Alltag bereits sexuelle Belästigung? Immerhin ist das Knuffen der "Kumpeline" ein körperlicher Akt und das vielleicht unbeholfene Ansprechen einer Frau könnte durch diese sehr unangenehm gefunden werden. Könnten jetzt beide "Betroffene" aufspringen und wutentbrannt #MeToo rufen? Falls jemand "Ja" sagt, wie stellt man sich dort dann das Zusammenleben von Menschen vor? Wie können Freunde noch entspannt miteinander umgehen und wie können sich Menschen überhaupt noch flirtend annähern?

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henryboehm 10.10.2018, 10:57
8. den "anstand" bestimmten die maenner

Zitat von Bondurant
68 sei "ein Befreiungsschlag" gewesen: "Man konnte erotische Abenteuer haben, ohne dass man eine Schlampe war, es war einfach toll." Aber eines müsse man verstehen: "Die Zeiten waren zwar sexuell freizügiger geworden, aber trotzdem galten die alten Anstandsregeln." Erst in späteren Zeiten sei der Anstand verloren gegangen, "und deshalb konnten sich die Unmöglichkeiten entwickeln", also das, was #MeToo anprangert: die sexuelle Belästigung. ist interessant und das habe ich noch über '68 noch nie gehört. Aber es ergibt Sinn, dank dafür.
anstaendig waren wir gegenueber den frauen bis heute nicht.
damals schwieg eine "anstaendige" frau.
die gleichberechtigung hat noch einen langen weg vor sich.
nicht der anstand ist verloren gegangen sondern "sei dank" die alten von maennern festgelegten anstandsregeln.

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1848 10.10.2018, 10:59
9. Thumbs up

Es wurde höchste Zeit ! Und es bleibt zu hoffen, dass das keine Feigenblatt-Aktion bleibt sondern ein permanenter Prozess wird !

Die Generationen Augstein-Nannen- Joffe bis Poschard haben 'Söhne' und 'Enkel'.......die ihren Geist geatmet haben

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