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#MeToo-Doku: Eigentlich können Mädchen alles
NDR

Was haben eine Managerin und eine Frisörin gemeinsam? Beide erleben, dass ihre Weiblichkeit im Beruf ein Nachteil ist - eine NDR-Doku zeigt, wie sich männliche Macht durch alle Bereiche der Gesellschaft zieht.

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ayee 05.06.2018, 18:17
1. Spiel nicht verstanden

Ich glaube eher, das Problem der gläsernen Decke ist, dass Frauen entweder das Spiel nicht verstehen, es nicht verstehen wollen oder nicht mitmachen wollen. Frauen könnten genauso aufsteigen wie Männer, wenn sie das dafür nötige Spiel so spielen würden, wie die Männer. Auf den Aufstieg fokussiert, weitgehend rücksichtslos, dem alles unterordnend, auf sich allein gestellt. Sicher, das ist nicht bequem, man ist nicht everybodies darling, aber darum geht es Männern nicht, die nach ganz oben wollen und auch kommen. Wenn Männer das Spiel genauso wie die meisten Frauen angehen, steigen auch sie nicht auf.

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muellerthomas 05.06.2018, 18:29
2.

"Zu tun aber, das zeigt die Doku eindrücklich, gibt es immer noch genug."

Ja, aber es ist eben auch ein Prozeß über Generationen und das Problem hat viele Ursachen und entsprechend viele Stellschrauben müssen verändert werden.

Ja, es gehen weit mehr Frauen und für einen längeren Zeitraum in Elternzeit als die Männer - aber das ist doch in den allermeisten Fällen auch der Wunsch der Mütter.

Und ich kenne diverse Familien, wo die Mütter halbtags - vorzugsweise in einem sozialen Beruf - arbeiten und das den Töchtern - aber nicht den Söhnen - durchaus nahegelegt wird, dass das doch eine prima Berufswahl ist. Also nichts gegen soziale Berufe, aber ein Ingenieur verdient eben mehr als eine Krankenschwester. Oder wieviele Mütter wünschen sich ihre Tochter als rosa Prinzessin? Um z.B. den Gender Paygap zu reduzieren, müssen da auch und vor allem die Mütter umdenken.

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realist114 05.06.2018, 18:34
3.

Das einzige, was wirklich gegen die Benachteiligungen und Vorurteile, die Karriereknicks und Altersarmut helfen würde, wäre ein gesellschaftliches Selbstverständnis, dass Haushalt under Kindererziehung gleichermaßen Männer- wie Frauensache ist. (Sogar um den Anteil mehr Männersache um den Frauen schwangerschaftsbedingt zu Hause sind) Nun mag sich jeder und jede sich persönlich fragen, ob sie dazu bereit sind. Das gilt nicht nur für Männer, die pro Kind 8 Monate Elternzeit machen müssen und anschließend Teilzeit arbeiten, sondern auch für Frauen, die 4 Monate nach der Geburt das Kind an den Vater abgeben und wieder voll arbeiten gehen. Ich kenne einige Familien, die das so machen, ich vermute aber dass viele von dieser Idee nicht so begeistert wären.

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durcheinandi 05.06.2018, 18:50
4. Ah ja, diese unsichtbare Macht

Der bin ich als genauso Unterworfen. Wie viele andere auch! Mir ist schon klar das es Frauen immer noch schwerer haben als wir Männer. Aber nicht jede/r kann 4K+ verdienen. Das heißt also im Umkehr Schluss... Mindestrente. Mich ärgert es wenn eine Spiegel Redakteurin so unreflektiert schreibt und meint das wäre es. Machtkonzentration ist immer ein Problem. Aber das gilt für die weibliche genauso. So, und nun?!? Ich weiß es leider auch nicht. Ach übrigens. Der männliche Friseur verdient auch nicht mehr!

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pepe83 05.06.2018, 19:02
5. Immer dieses selbstreferentielle Gejammer

Frauen müssen bei weniger Gehalt mehr Leistung bringen. Alleine diese Aussage zeigt die ganze Krux des Themas. Es wird gnadenlos pauschalisiert und eine subjektiv gefühlte, unbewiesene Wahrnehmung als eine Wahrheit hingestellt. Die ewige Fokussierung auf die vermeintliche Opferrolle wird keine Frau voran bringen. Da hilft es auch nicht, wenn Frauen politisch und strukturell noch weiter bevorteilt werden. Erfolg und Karriere erreicht man meist durch hohen Aufwand an Zeit und Energie. Das gilt für alle Geschlechter gleichermaßen.

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kayakclc 05.06.2018, 19:06
6. Am Ziel vorbei

Die Grundthese I ist richtig: Frauen können alles. Die Grundthese II ist falsch: Wir müssen nur die Rahmenbedingungen schaffen, das Frauen alles können können. Das setzt nämlichen ein zentralistischen Autoritäres Weltbild vorraus, dass der Weise Staat (König, Kanzler etc) seinen Untertanen die Richtung weist. Nein in einer Modernen Gesellschaft sind wir als Demokraten alle gefragt, Männer und Frauen gemeinsam ein Ziel zu ereichten. Seit 50 Jahren ist das auch im Kern möglich. Daher ist die Frage erlaubt: wenn es möglich ist, warum entscheidet sich das Kollektiv der Frauen für etwas anderes. Die Wissenschaft gibt da eine überraschende Antwort: weil Frauen mehr können als Männer, und damit mehr Entscheidungsmöglichkeiten haben, nützen sie diese Entscheidungsmöglichkeit einen eine freien Gesellschaft für ihre persönlichen Ziel. Denn mal ehrlich: ist es ein erstrebenswertes Ziel als Manager zwar viel Kohle zu verdienen, aber 20-30 Jahre lang 60-70 Stunden/Woche malochen zu gehen? Wir sind doch nicht blöd. Und an die Rente denken die Deutsche sowieso erst mit 60 und dann ist es zu spät.

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VormSpiegel 05.06.2018, 19:07
7. Frauen bekommen Kinder

Das ist biologisch einfach mal so.

Allein weil die Natur festlegt das die "Prime-Time" zum Kinder kriegen eben auf 20-35 fällt, also genau die Zeit zu der eben auch der Beruf relevant ist.

Frauen die studieren haben noch weniger Zeit zum Kinder kriegen und spätestens wenn ab ~35 die innere Uhr klingelt sinkt das Interesse am Beruf doch erheblich.

Egal wie sehr man versucht das zu ändern, so lange Männer nicht schwanger werden können wird sich grundsätzlich hier nicht viel ändern.

Zu guter Letzt verdienen viele Männer auch kein gutes Geld und arbeiten sich zu Tode.
Natürlich ignoriert man all das gerne, schaut lieber nur auf die Hand gepickten Beispiele.

Viel Gehalt ist schlichtweg Verhandlungssache.
Wenn Frau einfach nicht genug verlangt, wird auch nicht bezahlt, ganz einfach.
Wer das ändern will muss pauschal Gehalt Staffeln und genau diese Gehälter zahlen.
Dann hat es sich mit Verhandeln und jeder bekommt gestaffelte Gehälter.

Aber auch dann muss man sich eben doch fragen ob die Frau "tatsächlich" die gleiche Arbeit leistet.
Manch einer würde sogar sagen Frauen sind körperlich einfach eingeschränkter als Männer.
Dazu zählen auch Menstruationsbeschwerden , manche fordern ja sogar das Frauen einfach "frei" bekommen an etwas schwereren Tagen der Menstruation (soll es ja geben das Frauen da Schmerzen haben, oder sich einfach richtig mies fühlen).

Am Ende muss man eben der Realität ins Auge sehen und erkennen das Frauen schon biologisch nicht die gleichen Bedingungen haben wie Männer ; kann man nicht wegreden.
Solange Geld fließt und die Frau diesen Vertrag akzeptiert hat ist das einfach mal der Vertrag. Wenn die Frau mehr Geld will, muss sie eben Verhandeln, so wieder jeder Mann das auch tut.

Sich hinzustellen von wegen "Frauen können alles" ist schon sehr viel Ideologie und wenig Realität.

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casam 05.06.2018, 19:11
8. Es gibt Kräfte, die könnten mehr tun

könnten mehr erreichen, machen es aber nicht.., weil wahrscheinlich nicht unbedingt Frauen in den leitenden Positionen sitzen.
Schaut man sich die hirnlosen Frauen-Zeitschriften an, die für gewöhnlich das Gleiche wie die "Konkurrenz" schreibt. (Es ist keine Konkurrenz, sondern nur ein Schwestern-Blatt, also gleiche Verleger usw.) Da werden etwas anders formuliert die gleichen wahnsinnigen Geschichten erzählt. Belangloses was für Wichtig bezeichnet wird.
Frauen sollten solche Verdummungs-Blätter einfach nicht kaufen aber sie tun es. Und all die gleichen Blätter zwängen die weiblichen Menschen zu einem bestimmten Bild, was nie erreicht werden wird... es sei, man kreiert ein neues Plastik-Wesen, die kein Hirn besitzen. Also im Grunde bei Nicht-Gefallen einfach ausgetauscht werden können. Die gesamte Medien-Branche ist seit Jahrzehnten darauf konditioniert ein langweiliges und dummes Frauen-Bild unter allen Umständen zu erhalten.
GNTM ist ein Beispiel davon. Da werden die "Medchen" zu willigen Komparsen der Männerwelt erzogen, gelockt im Grunde missbraucht.
Die Meisten wollen auch nicht wissen was da wirklich läuft, es wird ja bezahlt, berühmt, veröffentlicht, neidisch usw. Da passiert so viel was man vorher nicht kannte. Es gibt ja genug dumme Hühner auf dieser Welt die für Ansehen, Berühmtheit und Foto-Shootings fast alles machen. Diese Masche wird gefördert und beibehalten. Denn nur solche Menschen kann man lenken und ausbeuten nach seiner Fasson . Wenn die Mädchen und jungen Frauen ein anderes Frauen-Bild kennen würden, wäre es anders, aber nicht mehr ausbeutungs-würdig.

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matteo51 05.06.2018, 19:16
9. viel Arbeit

Zitat von ayee
Ich glaube eher, das Problem der gläsernen Decke ist, dass Frauen entweder das Spiel nicht verstehen, es nicht verstehen wollen oder nicht mitmachen wollen. Frauen könnten genauso aufsteigen wie Männer, wenn sie das dafür nötige Spiel so spielen würden, wie die Männer. Auf den Aufstieg fokussiert, weitgehend rücksichtslos, dem alles unterordnend, auf sich allein gestellt. Sicher, das ist nicht bequem, man ist nicht everybodies darling, aber darum geht es Männern nicht, die nach ganz oben wollen und auch kommen. Wenn Männer das Spiel genauso wie die meisten Frauen angehen, steigen auch sie nicht auf.
und wer macht die Regeln für dieses "Spiel"? Hier bestätigt sich: es gibt noch viel zu tun.

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