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#MeToo: Frau Deneuve kann gerne weiter flirten
AFP

In einem offenen Brief fordert die Schauspielerin Cathérine Deneuve, Männern auch weiterhin ein Recht auf Aufdringlichkeit einzuräumen. Offenbar hat die Filmdiva nicht verstanden, um was es in der #metoo-Debatte wirklich geht.

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sincere 10.01.2018, 18:40
1. Stimmungsmache.

Ich denke Frau Deneuve geht es primär darum, dass man aufgrund all dieser Geschehnisse jetzt nicht komplett Angst kriegt jemanden anzusprechen den man interessant findet. Das dies in einer respektvollen Kapazität und auf Augenhöhe geschehen soll, steht hier außer Frage.

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Planquadrat 10.01.2018, 18:54
2. Da bin ich

aber auf der Seite von Frau Deneuve.
Diese #metoo Aktion hat inzwischen bedenkliche Ausmaße angenommen und erinnert an Hexenjagden der düsteren Vergangenheit. Inzwischen genügt es schon, ein paar Anschuldigungen per Twitter zu verbreiten und schon verlieren Menschen ihre Existenz. Wo bleibt denn da die Unschuldsvermutung?

Und Ja, es muss dringend definiert werden, was echte Belästigung ist und was nur ein Flirtversuch, vielleicht sogar nur ein etwas ungeschickter. Denn sonst wird der Umgang mit anderen Menschen immer komplizierter und dem Missbrauch dieses heiklen Themas Tür und Tor geöffnet.

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tysi2007 10.01.2018, 19:01
3. Die verlorene Ehre des Hermann Blum...die neuen Leide!

Ich bin fassungslos, dass sich offensichtlich die Mehrheit der weiblichen Bevölkerung hinter ein Hetzkampagne einiger B-Prominentinnen stellt, die sich jetzt mit Anschuldigungen gegen Männer, die zum Teil mehrere Jahrzehnte zurücklegen, wieder ins Scheinwerferlicht rücken wollen. Es gibt sicherlich eine ganz Menge schwarze Schafe unter der männlichen Bevölkerung, die man mit aller Härte des Gesetzes bestrafen muss. Aber es gibt mindestens genauso viele Faelle in denen Frauen Maenner mit Gesten und Kleidung unbotmäßig "anmachen" und sich dann nach Zurückweisung mit falschen Anschuldigungen rächen. Ebenso gibt es mittlerweile viele Fälle die vor Gericht in denen eindeutig die bösartige Absicht der weiblichen Partei dokumentiert wurde (Kachelmann, Arnold, Logfink etc.)
Diese durchgnallte Hetzjagd erinnert mich an McCarthy Zeit in den USA oder die Tragödie der Katarina Blum in der BRD der Siebzigerjahre. Heinrich Böll warten in einem Interview im Oktober 1974: „Die Gewalt von Worten kann manchmal schlimmer sein als die von Ohrfeigen und Pistolen.“ In einem Rechtstaat darf es nicht sein, dass man ohne ordentliche Gerichtsverhandlung seine Position und sein Ehre verliert und übertriebene oder falsche Anschuldigen straffrei bleiben.

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garfield 10.01.2018, 19:02
4.

Zitat von
In einer idealen Welt müsste dieser Kommentar nicht geschrieben werden. In einer idealen Welt wäre nämlich völlig klar, dass Anmachen und Belästigung klar unterscheidbar sind.
Und in einer idealen Welt hätte die Autorin auch verstanden, dass Frau Deneuve und den anderen Mitunterzeichnerinnen dieser Unterschied sehr wohl bewusst ist und die betreffenden Grenzen aus ihrem offenen Brief mehr als einmal deutlich hervor gehen.

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schrbtschtaeter99 10.01.2018, 19:02
5. Deneuve hat recht

Ich finde, Deneuve spricht ein ernstes Problem der #metoo Bewegung völlig zurecht an: dass diese an sich richtige und wichtige Bewegung eine Dynamik entfacht hat, die in vielen Fällen zu einer geradezu totalitären Atmosphäre führt, in der Menschen zB aufgrund von Missverständnissen schwerer Verbrechen beschuldigt und mit vernichtenden sozialen Sanktionen belegt werden. Eine Bewegung, die diese berechtigte Kritik nicht aushält, verliert an Legitimität.

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Volker Zorn 10.01.2018, 19:10
6. Und Frau Deneuve hat doch Recht

Was da unter #MeToo abläuft ist pure Heuchelei und Inszenierung. Da werden mal wieder die Übergriffe einzelner zur Munition von Feministinnen gemacht im Kampf gegen alle Männer. Gleichzeitig findet eine mediale Verurteilung der Beschuldigten statt, gegen die kein Anwalt und kein Richter hilft, Menschen werden ohne Möglichkeit der Gegenwehr sozial vernichtet. Mich hat nur gewundert wie lange es gedauert hat, bis in Deutschland ein paar Trittbrettfahrerinnen auf den Zug aufgesprungen sind.

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shaman-art 10.01.2018, 19:16
7.

Die Autorin dieses Beitrages hat offensichtlich nicht mitbekommen, dass sich die #metoo-Debatte inzwischen meilenweit von ihrem völlig berechtigten Ursprung entfernt hat. Inzwischen werden Männer schon wegen ungeschickter Komplimente der sexuellen Übergriffigkeit beschuldigt. In all dem medialen Getöse gehen jetzt diejenigen unter, die wirklich zum Opfer von Übergriffen geworden sind. #metoo ist zur Waffe geworden, mit der Existenzen von Männern vernichtet werden können, die keine Chance haben, diesen Makel jemals wieder loszuwerden - selbst wenn es ihnen gelingen sollte, ihre Unschuld zu beweisen. Ich bin übrigens weiblich und habe es in 44 Lebensjahren noch immer geschafft, meine persönlichen Grenzen zu ziehen und meinem Gegenüber auch unmissverständlich klar zu machen. Wenn ein Mann auch dann noch zu weit gehen würde, wäre es die Aufgabe der Justiz, darüber zu richten und nicht der Öffentlichkeit unter irgend einem Hashtag.

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tirion elias 10.01.2018, 19:17
8. Rufmord und Bedienstete

Für mich kam der Aufruf von Frau Deneuve und den anderen Unterzeichnerinnen gerade richtig. Diese Debatte über Sexualität wird auch viel aus dem prüden, religiösen Amerika getrieben. Natürlich sind Übergriffe und vor allem Gewalt in jeder Form kriminell. Aber wenn ich eine Machtposition passiv ausnutze, besteht zumindest die Möglichkeit nein zu sagen. Diese Leute, die sich jetzt aufregen, haben größtenteils Bedienstete, die sich vielleicht auch furchtbar schämen, anderen Leuten das Haus sauber zu machen oder die Wäsche waschen zu müssen. Auch das ist ein Ausnutzen einer Machtposition. Und wie wir am Fall Kachelmann gesehen haben: der Rufmord ist schnell geschehen. Und ich kann von meiner persönlichen Gefühlswelt berichten: ich überlege mir mittlerweile schon, welcher Strick mir aus einer Bemerkung, als Kompliment oder frecher Witz gemeint, gedreht werden könnte. Und das ist was Frau Deneuve er.al. meinen: Sexualität ist häufig ein mutiger Akt, flirten ein bisschen ein gefährliches Spiel. Und wenn, so wie bei mir, die Gedanken besorgt kreisen, dann werden wir in der Prüderie der Protestler landen. Und das wäre schade: denn ein gleichberechtigtes, aktives Spiel zwischen den Geschlechtern gehört zum schönsten, was das Leben bietet!

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wolle0601 10.01.2018, 19:18
9. Es gab mal den Satz

daß Gleichberechtigung dann erreicht ist, wenn es genau so viele inkompetente Frauen wie Männer in Führungspositionen gibt. (Nebenbei: in der Politik scheint mir zmindest in D und UK dieses Ziel schon erreicht zu sein). Analog würde ich lieber in einer Welt leben, in der sich Frauen genauso oft beim Anmachen danebenbenehmen wie Männer. Klar, idealerweise gibt es nur niveauvolle, witzige und unterhaltsame Frivolität. Ebenso klar, Machtmißbrauch in jeder Form - MM, MF, FM und FF sollte gleichermaßen nicht toleriert werden. Unbehagen bereitet mir nur, daß wir, zumindest offiziell, an Resozialisierung glauben und für fast jedes Verbrechen eine Verjährungsfrist kennen, aber hier anscheinend nicht.

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