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#MeTwo: Diese Geschichten werden unser Land verändern
DPA

Was sich unter dem Hashtag #MeTwo an Rassismuserfahrungen ansammelt, darf nicht ignoriert werden - auch wenn die "Bild" mit aller Wucht gegen Einfühlung und Menschlichkeit ankämpft.

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sam1919 29.07.2018, 16:30
1. Twitter ist nicht das Leitmedium

Lieber Herr Dietz, cui bono? Die AfD ist nicht Deutschland und Twitter bildet nur einen kleinen Teil der Gesellschaft ab. Was ich interessant finde, ist, dass jetzt vom einzigen und von allgemein geteilten Kritikpunkt an Özil abgebogen wird und mit Wucht ein Bild unseres Alltag kreiert wird, das in der Folge zu Ressentiments in alle Richtungen führen wird. Das ist Spaltung, von der bei uns nur die rechten und in der Türkei die repressiven Kräfte profitieren. Die Medien tragen auch Verantwortung für die Atmosphäre in unserer Gesellschaft, denken Sie bei den weiteren Eskalationen daran zurück.

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stefan.martens.75 29.07.2018, 16:30
2. Das wird genau sowenig ändern wie Metoo

Warum?
Weil es ein undifferenziertes und völlig einseitiges Sammelsurium darstellt, dass keinerlei Debatte oder Einsicht ermöglicht.
Es ist lediglich der armselige Versuch einen vergangenen (ziemlich sinnlosen) Hype zu wiederholen.

Was hat #Metoo bitte verändert? Außer natürlich die elendige Überfrachtung von Zeitungsseiten über einige Wochen?

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radioactiveman80 29.07.2018, 16:40
3. Einspruch, Herr Diez

ZITAT: „... und wenn sich führende Institutionen dieses Landes, und Zeitungen gehören dazu, rassistischen Argumenten öffnen, braucht es kein Statement ausgerechnet eines Angestellten der DFB, der selbst in der Kritik steht, dass es in Deutschland keinen "flächendeckenden Rassismus" gebe.“ ZITATENDE. Interessant. Medien, die nicht dofort auf den Metwo - Zug aufspringen, öffnen sich also automatisch rassisitschen Argumenten - und wer keinen flächendeckenden Rassismus sieht, gehört ebenso zum System dazu. So, Herr Diez, führt man keine Debatte - so würgt man einen demokratischen Diskurs ab, indem der anderen Seite die Fähigkeit oder das Recht auf Gegenargumention pauschal abspricht. Das ist mindestens genauso dämlich wie einem Mesut Özil das Deutschsein anzusprechen. Übrigens: Özil wurde erst nach den Erdogan-Fotos ausgepfiffen, vorher nicht. Ist also wirklich Rassismus das Hauptproblem?

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ericstrip 29.07.2018, 17:00
4. MeTwo...

...ereignet sich nicht in Deutschland, sondern nur in bestimmten Medien. Ich hoffe auch sehr, es bleibt beim Sommerlochhype und endet nicht in der Spalterei der vorherigen Twitterkampagnen. Absolut jeder kann Geschichten über Zurückweisung und Ungerechtigkeit erzählen, aber bei manchen scheint es interessanter zu sein als bei anderen. Da fängt es schon an. Dann wird alles undifferenziert in einen Topf geworfen, vom kleinen Mißverständnis bis hin zum massiven Übergriff. Was soll das, warum, wozu, wem nutzt das?

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Emderfriese 29.07.2018, 17:08
5. Aufgestoßen

Soweit alles richtig, Herr Diez - nur dieser kleine Schlenker in ihren Ausführungen stört mich: "...Die Welt war zu Gast beim Diktator Putin, (…), in vier Jahren findet die WM in Katar statt, wo die Menschenrechte genauso missachtet werden wie in Putins Russland..." Was hat mein Einwand nun mit Rassismus zu tun, werden jetzt nicht wenige fragen. Antwort: es ist noch nicht solange her, da sah man in den Slawen und Russen die Untermenschen aus dem Osten, ein absolut rassistische Vorurteil, das längst nicht bei uns überwunden ist. Man mag zu Putin stehen, wie mal will, doch die Demokratie in Russland in eine Reihe zu stellen mit der absolutistischen Diktatur Katars bezeugt den latenten Rassismus in deutschen Köpfen. Auch hier sollte endlich darüber diskutiert werden, welche Bilder Russlands und seiner Menschen transportiert werden und warum.

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charlybird 29.07.2018, 17:12
6. Herr Diez, ich lass mir mein

Linkssein nicht mit Betroffenheitsgeschwurbel vernebeln.
So oft ich Ihre tollen Kolumnen lese und es gut finde, dass sie hier erscheinen, aber den Schuh zieh ich mir nicht an, den Sie hier so vermeintlich passend hingestellt haben.
Ja, wir haben durchaus tiefsitzenden Rassismus in D und eine Vorurteilskultur, die daran grenzt und manchmal sogar noch schlimmer ist, als offener Rassismus selbst.
Aber all das wird nicht von allen und immer und überall praktiziert.
Was nicht heißt, dass man sich diesbezüglich ausruhen darf, denn wir haben mittlerweile eine AfD satt und fett im Parlament.
Aber ein Fußball spielender Multimillionär in England, der für einen der momentan schlimmsten Diktatoren Wahlpropaganda gemacht hat und die zunächst zögerliche, dann massive und in der Tat auch sportlich unsachliche und teilweise dumme Kritik daran, als reinweg rassistisch bezeichnet, ist definitiv als Anstoß für eine weiterführende Rassismusdebatte ungeeignet, weil er türkische Wurzeln hat.
Und ja, ich bin auch wütend über rassistische Auswüchse, aber ich bin auch wütend über Özil, der leider nicht bedacht hat, dass hunderte, wenn nicht tausende seiner Landsleute in dieses Land geflüchtet sind, nur weil der von Özil geschätzte Präsident sie verfolgt.

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p.seijo 29.07.2018, 17:23
7. Toller Artikel

Bestürzend finde ich in dieser Diskussion, dass selbst Menschen, die keine Rassisten sind, nicht die Kraft aufbringen mal kurz innezuhalten und sich einzufühlen. Was nicht sein soll, darf auch nicht sein. Einfach mal ausprobieren und mit dem falschen Nachnamen ne Wohnung suchen! Aber unterhalb von Apartheid und Kukluxclan oder tot geschossen werden zählt‘s eben nicht als Rassismus...dann gilt es nur als Überempfindlichkeit.

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raumschiff.enterprise 29.07.2018, 17:27
8. Danke Spiegel,

ihr seit die besten! Das Hetzblatt mit den vier Buchstaben braucht kein intelligenter Mensch,aber ist ein Anzeiger der Ra..., schreib ich hier mal nicht, sonst gibt's Ärger. Ali Can ist ein super Typ der nüchtern analysiert und die Dinge super kommuniziert. Dieses Thema wird ausdiskutiert bis zum bitteren oder auch süßem Ende. So wie bisher kann es nicht mehr weiter gehen wenn Deutschland die Türken im speziellem und alle anderen Migranten im allgemeinen für sich gewinnen will und seinen Frieden will. An alle Biodeutschen sei gesagt, das Migranten gerne hier und vor allem mit euch sind, trotz allem. #MeTwo

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skylarkin 29.07.2018, 17:31
9. Mehr Differenzierung bitte

Herr Dietz, nun mal halblang. Es ist völlig richtig wenn die FAZ schreibt, dass nicht jede Kritik, jede Ungerechtigkeit und jede Diskriminiereung mit Rassismus zu tun hat. Langsam reichts. Es wird inzwischen so getan, als wäre das Leben von Menschen mit Migrationshintergrund eine Tortur unter Rassismus und Ausgrenzung. Dazu wird der Rassismusbegriff so weit gedehnt, dass jede Kritik oder Ungerechtigkeit damit abgeschmettert werden kann. Dieses Opferdenken und 'Mimimi' schädigt die Opfer von echten Rassimus und scheint zur Lebensgrundlage von vielen 'Kämpfen gegen Rassismus' geworden zu sein.

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