Forum: Kultur
Multikulti-Debatte: Ein echter Bayer hat Migrationshintergrund
Joerg Koch/ Bayerische Staatskanzlei

Die CSU zieht in den Kreuzzug gegen Multikulti. Dabei verleugnet die Partei die wahre Identität des Freistaats: Bayern war schon im Mittelalter ein Mekka der Vielfalt.

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fontanile 05.05.2018, 17:18
1. Diskriminierung in der Grundschule

Ihre Erfahrung an einer bayerischen Grundschule kann ich leider nur bestätigen. Als 1992 mein damals siebenjähriger Sohn von einer italienischen an eine oberbayerische Grundschule in die dritte Jahrgangsstufe wechselte, kam er am ersten Schultag weinend nachhause: Der Lehrer hatte ihn in die letzte Reihe gesetzt, obwohl er der Kleinste und Jüngste war, nachdem er in Italien ein Jahr früher eingeschult worden war. Zudem sagte der Lehrer vor der ganzen Klasse, der Neue müsse erst einmal deutsch lernen, ohne ihn auch nur mit einem einzigen Wort angesprochen zu haben. Mein Sohn beherrschte das Deutsche fließend, denn es war seine Muttersprache. Nach einem Elterngespräch mit dem Lehrer durfte er zumindest in die erste Reihe vorrücken, die Diskriminierung aber hielt an, bis der Lehrer am Ende der vierten Klasse nichts unversucht ließ, um einen Wechsel meines Sohnes ans Gymnasium zu verhindern, unter anderem mit der Behauptung ohne einen deutschen Ausweis könne man sich am Gymnasium nicht anmelden! (Vielleicht spielten hier auch persönliche Gründe mit eine Rolle, da der Sohn des Lehrers den Probeunterricht am Gymnasium nicht bestanden hatte). Letztendlich konnten wir uns trotzdem durchsetzen. Heute arbeitet der "Migrant" als Wirtschaftsingenieur in einer bayerischen Behörde.

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MartinBeck 05.05.2018, 17:43
2. Sehr nett

Als eingefleischter (württembergischer) Schwabe kann ich dem Autor nur zustimmen. Vierhundert Jahre römische Besatzung in den Regionen südlich des LImes haben ihre Spuren hinterlassen. Vergleichen Sie mal die Dichte der dunkleren Teints und der dunkleren Haare in, sagen wir einmal, München und Stuttgart einerseits und Hamburg oder Kiel andererseits. Was g'merkt? Tja, wie mein seliger Schwiegervater (aus einer badisch-württembergischen Mischehe stammend) gerne zu sagen pflegte: "Der Dunkle ist vom Kaminfeger". Grüß Gott an alle, die jetzt ins Grübeln kommen.

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mapomuc01 05.05.2018, 17:59
3. alle Menschen haben einen Migrationshintergrund

wenn man die simple Logik in dem Artikel übernimmt. Denn es existiert kein reines Volk auf der Erde mehr genau an seinem Ursprungsort. Warum ist es so schwer mit einiger Intelligenz die Unterschiede zu verstehen. Migration war in vielen Jahrhunderten positiv, wenn sie geordnet verlief und von den Ländern, in die die Menschen einwanderten, gewollt war. So in Preußen mit den Hugenotten, in Rußland mit den Deutschen etc. Wenn ungewollt, wie in Amerika, wie in das Römische Reich, hat es zu Unruhen, Kriegen und meist mit dem Untergang der Urkultur geführt. Aber vielleicht fragen wir die Neandertaler, denen am Schluss nur noch ein Zipfel in Gibraltar übrigblieb, wie toll wilde Einwanderung ist - oh pardon, wenn ich den Artikel überlege, dann existieren die vielleicht doch noch.

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spmc-12355639674612 05.05.2018, 18:00
4. Bayern und das Römische Reich

Schon die Römer haben Leute aus vielen Teilen des römischen Reiches (und Syrien war ja auch Teil dieses Weltreiches) nach Deutschland geholt, was man wenigstens bis zum Limes auch noch deutlich sieht. Z. B. befand sich am Starnberger See ein kleines Landgut eines Veterans der römischen Armee. Auf dem Grabstein, den seine Frau hat für ihn meißeln lassen, steht, dass er aus Portugal stammte. Der Grabstein wurde später in der Wand einer nahen Kirche gefunden. Seine Nachfahren leben vielleicht noch in der Nähe.
Bayern war in der Tat schon immer Schmelztiegel verschiedener Menschen und Kulturen. Die wahre Kunst ist, sich aus jeder Kultur die besten Dinge anzueignen. Ausgrenzung hat langfristig schon immer zum Rückschritt geführt. Manche wissen das schon, andere werden es lernen müssen.

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m.w.r. 05.05.2018, 18:00
5. Kelten, etc

Kelten, Böhmen , Römer, Langobarden, ein bisschen was Allemannischs dann noch die Stämme dazu, die dem fränkischem zuzuordnen sind, eine gesunde Mixtur Und nicht zu vergessen schon seit langem der Austausch und oft die paarweise Verschmelzung mit dem entfernten Verwandten jenseits des Brenners und der Jugoslawen gerade um die Münchner Hauptbahnhofgegend . Eine recht g´sunde Mischung

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ichliebeeuchdochalle 05.05.2018, 18:01
6.

Hihihihihi, ich lache mich schlapp ... wobei das all die bereits seit mehr als 10 Jahren wissen, die regelmäßig zdf-info gucken oder seit letztem Jahr auf zdf_neo die Dokus in der Verwertungsschleife einschalten. Und zumindest in den 1970er Jahren wurde das in NRW im Schulunterricht an Gymnasien ausführlich besprochen.

Bitte? Nein, im bayerischen Fernsehen wird das verschwiegen. Da sind die Bayern ... nun sagen wir mal sehr "englisch". Auf der Insel verleugnen sie ja auch ihren germanischen Teil. Und der beträgt ja immerhin rund 50 Prozent, wie britische Forscher (!!!) schon vor Jahren herausgefunden haben.

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stefan.p1 05.05.2018, 18:03
7. Deutschland hat kein Rassismus Problem!

Wer sich noch an die Diskussionen vor der Hartz4 Einführung erinnern kann,weiss wie die so genannten Sozialschmarotzer damals durch die Talkshows geschleust und niedergemacht wurden! Ähnlich sehe ich das Problem mit den Migranten zur Zeit.
Wer sich hier integriert, arbeitet und seinen Beitrag zum sozialen Leben leistet wird keine Probleme haben. Gegen Migranten,die der Meinung sind das sie hier eine parallel Gesellschaft mit deutscher Sozialhilfe aufbauen können,soll der deutsche Staat mit aller Kraft vorgehen. Das hat aber überhaubt nichts mit Rassismus zu tun.

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Phil2302 05.05.2018, 18:07
8. Ich hoffe, Bayern bleibt so wie es ist!

Ich war früher immer extrem gegen Bayern. Dass sie traditionell sind empfand ich als rückwärtsgewandt, und ich tue mich heute noch mit ihrer Nähe zur Religion schwer. Aber: Bei einem längeren Aufenthalt in Bayern habe ich das Land lieben gelernt - und insbesondere angefangen zu verstehen, warum die Bayern auf gar keinen Fall wie z.B. mein Heimatland NRW werden wollen. Ich habe diese Nähe der Menschen untereinander sofort zu schätzen gewusst und die traditionellen Dorffeste lieben gelernt. Seitdem beneide ich die Bayern um ihr Land und wünsche mir, dass es hier in NRW ähnlich sein würde. Also ich verstehe den Söder. Und alle, die ihn wählen, um die Heimat so zu erhalten wie sie ist.

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finchen0598 05.05.2018, 18:07
9. hihi

cooler Beitrag ...ich erzähle auch immer gerne den Rechtskonservativen bei uns, dass in der Wetterau (Hessen) ein Heer syrischer Bogenschützen während des römischen Reichs stationiert war UND geblieben ist....und das die syrischen Flüchtlinge bestimmt entfernte Verwandte von jenen sind die jetzt auf diese Menschen schimpfen.....

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