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Netflix-Serie "Mindhunter": Serienkiller sind auch nur Menschen
Netflix

Regisseur David Fincher hat mit "House of Cards" Netflix groß gemacht. Jetzt legt er mit einer neuen Serie nach. "Mindhunter" kommt allerdings viel weniger düster daher, als es sich für das Thema gehört.

treime 12.10.2017, 16:24
1. Ach...

...das erinnert mich daran, mein Netflix Abo eine Stufe niedriger einzustellen. Guckt kaum noch einer was in der Familie... Selbst Star Trek ist unter Fans umstritten...

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miram-m 12.10.2017, 19:05
2.

"Fincher überhöht Serienkiller genretypisch durchaus als wahnhafte Genies, aber es gelingt ihm auch immer wieder, die Distanz zwischen Zuschauer und Killer unangenehm schrumpfen zu lassen."
Wie bitte? Und da war noch was über Serienkiller sind auch nur Menschen. Aha, worüber reden wir? Über Realität oder Fiktion? Dexter fand ich total gut - lustig, humorvoll, Leichen entsorgen im Minutentakt))). Im echten Leben wäre das wohl nicht so ganz witzig(((. Kein Verständnis für echte Verbrecher nach dem Anschauen der Serie...

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kulinux 12.10.2017, 22:08
3. Gäääähn …

immer wieder Serienkiller, wahnhaft--normale Charaktere … gibt es in dieser Welt und speziell in den USA keine Verbrechen, die vielleicht sogar (horribile dictu!) ganz ohne Leichen auskommen (na, jedenfalls direkt) wie z.B. in Wirtschaft und Politik, über die man spannende Filme und Serien machen könnte? House of Cards war ja ein guter Anfang, ließ aber selbst in den späteren Staffeln erheblich an Realitätssinn vermissen, so dass selbst die wunderbare Robin Wright und der wie immer hervorragende Kevin Spacey mich nicht mehr zum Anschauen locken konnten. Und nun wieder einmal Mörder wie seit Jahrzehnten in Tausenden anderen TV--Serien, nur mit einem vielleicht etwas "leichteren" Zungenschlag: "Guggma, die sind auch nur Menschen, hahaha …!" Na SOWAS! Dass da jemand drauf gekommen ist, war ja nun gar nicht mehr zu erwarten und gibt dem Ganzen wieder eine interessante Note … oder was? – "Löcherlich!"

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Little_Nemo 13.10.2017, 08:20
4. Übermensch durch psychischen Defekt?

Na, vielleicht kommt die Düsternis ja schleichend mit den weiteren Folgen. Würde angesichts des Themas durchaus Sinn machen und wäre Fincher auch zuzutrauen, der sehr viel Sinn für feine Nuancen und ausgefeilte Spannungsbögen hat.

Diese genretypische Überhöhung der Serienmörder zu einer Art von Übermenschen, wie sie gerade in der Hannibal-Lecter-Reihe geschah, ist in der Tat eine sehr zwiespältige Angelegenheit. Zum einen sind diese "Genies des Bösen" natürlich spannend, gruselig und irgendwie faszinierend. Zum anderen entspricht diese Darstellung aber nicht der Wirklichkeit, denn die bei weitem meisten Serienmörder haben einen eher niedrigen Bildungsstand und werden relativ schnell erwischt, weil sie Fehler machen. Auch sind sie ja zumeist Triebtäter, was ein extrem überlegtes, intelligentes Vorgehen nahezu ausschließt. Und es ist bedenklich zu sehen, dass Figuren wie Hannibal Lecter oder die reale Figur Charles Manson gerade bei manchen jungen Menschen Kultstatus oder gar Vorbildcharakter genießen. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Gedanken auch Fincher umtreiben.

Besonders eindrucksvoll fand ich schon immer die fast beiläufigen subtilen Anspielungen in Finchers Filmen, wie die Szene in Wild Bill's Leathershop in "Seven", wo der Hersteller und Verkäufer von Sado-Maso-Zubehör und hier auch einer extrem grausamen Mordwaffe die Polizisten als "perverse Schweine" bezeichnet, weil sie ein Foto der Waffe mitnehmen. Oder das Verhör mit dem Türsteher des Kellerbordells. Da wird in wenigen Sekunden und wenigen Worten die ganze Bigotterie und Verworfenheit unserer Gesellschaft vor Augen geführt.

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rex_danny 14.10.2017, 18:47
5.

Also, ich finde die Serie recht gut gelungen und schaue sie gerne.
Ebenso Streaming, besonders Netflix. Wir sehen kaum noch TV. Zu unflexibel.

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krach 17.10.2017, 01:11
6. Volltreffer

Habe die Serie gerade fertig gesehen und finde, sie ist ein absolutes Highlight in der deutlich, sehr deutlich nachlassenden Serienlandschaft. Bin sehr angetan von diesem Werk und finde, dass Netflix damit tatsächlich die nächste Seite aufschlägt, wenn es darum geht, eine Story in Serienform zu präsentieren.

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