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Netflix-Serie "Ozark": Wenn Daddy schmutzige Geschäfte macht
Netflix

Jason Bateman und Laura Linney wandeln in der neuen Netflix-Serie "Ozark" mit versteinerten Mienen durch eine mausetote Ehe. Hinter der bürgerlichen Fassade wartet das Drama - "Breaking Bad" am Stausee.

twistie-at 21.07.2017, 13:57
1. Deprimierend für so manchen Angestellten

Die Pistazieneisszene lässt mich deprimiert zurück - es gibt so viele Menschen, die ihre eigene Misere, egal ob selbstverschuldet oder nicht, als Grund dafür nehmen, es an anderen auszulassen und das beginnt auch bei Tobsuchtsanfällen in Supermärkten und Co. So wie in "Falling Down" - egal wie sehr man nachvollziehen kann, wie der Herr austickt und warum, so bleibt doch der Fakt, dass Unschuldige auf der Strecke bleiben.

Wie auch in diversen Serien, wenn dann irgendjemand seinen Rappel bekommt und wildfremde Leute anschreit weil diese vielleicht keinen Burger mehr haben oder der Kaffee gerade aus ist bzw. etwas länger dauert und daraus dann eine Tirade darüber wird, wie schlecht es ihnen geht und wie der Partner sie oder ihn nicht mehr beachtet und sie oder er darunter leidet usw.
Ja, sorry, aber dann redet mit denen, ändert was, auch wenn das viel Arbeit oder ggf. Trennung bedeutet oder beides. Aber in dem "Zweckbündnis" zu bleiben und das an anderen auszulassen ist schon deprimierend.

Mir tun jedenfalls die angeschrieenen Angestellten etc. leid, die nichts dafür können, dass seit vier Monaten kein Sex mehr stattfindet oder der Partner den Hochzeitstag vergessen hat.

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alienata 22.07.2017, 02:06
2. besser als 'breaking bad' und ein neuer hoehepunkt von netflix

Tim Slagman's beitrag ist im besten falle 'duenne luft' zu einer serie,
die hochaktuell zu den themen beziehung, familie, rollen-verteilung,
raubtier-kapitalismus und staatlich institutionelles versagen beitraegt
und miteinander in beziehung setzt.
schauspieler und charaktere zeigen von folge zu folge eine entwicklung und vertiefung, die seinesgleichen sucht;
und dies nicht nur bei den sogenannten haupt-darstellern, sondern bis in die ( bisher kleinen) nebenrollen des behinderten jugendlichen und/oder des aelteren 'mit'bewohners.
ozark ist ein neuer hoehepunkt eines eigenen, ausgesprochen vielversprechenden genre der gestreamten tv-serie, die die allermeisten kino-produktionen alt und altbacken aussehen laesst.

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rekursivesakronym 22.07.2017, 12:38
3. Konstruiert und hölzern

Schade, hätte mir einen kongenialen Nachfolger für Breaking Bad gewünscht. Letztlich war es vorab schon klar, dass es ein Nachfolger schwer haben würde. Aber Ozark habe ich nach zwei Folgen beendet, so viel zu ersten Staffel. Mein Fazit: Konstruiert, hölzern, zeitlich mitunter nicht stringent. Überall merkbar bleibt der Versuch, einen Walter White Nachfolger zu etablieren. Die Schauspieler haben in anderen Produktionen ihre Qualität unter Beweis gestellt, hier leider nicht.
Schade, die Idee hätte sicher viel Potential gehabt.

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daniel.22549 26.07.2017, 23:26
4.

Zitat von rekursivesakronym
Schade, hätte mir einen kongenialen Nachfolger für Breaking Bad gewünscht. Letztlich war es vorab schon klar, dass es ein Nachfolger schwer haben würde. Aber Ozark habe ich nach zwei Folgen beendet, so viel zu ersten Staffel. Mein Fazit: Konstruiert, hölzern, zeitlich mitunter nicht stringent. Überall merkbar bleibt der Versuch, einen Walter White Nachfolger zu etablieren. Die Schauspieler haben in anderen Produktionen ihre Qualität unter Beweis gestellt, hier leider nicht. Schade, die Idee hätte sicher viel Potential gehabt.
Schade das die Serie Sie nicht überzeugen konnte, aber genau die Serie habe ich gesucht und gefunden um den passenden Nachfolger mit dem ähnlich aufgebauten Stil der Breaking Bad Serie gerecht zu werden. Mit intelligenten und ironischen Dialogen, heranwachsenden Spannungen und Überraschungen zu jedem Schluss jeder bis Dato 6. Folge hat Ozark mich sehr gefesselt.
Mit jeder Folge an Spannung wachsend bin ich tief gefesselt.

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divo1969 11.08.2017, 00:05
5. Absolut Genial

Keine Ahnung warum hier eine Verbindung mit Breaking Bad hergestellt wird-nun denn. Ich würde eher Parallelen mit Fargo (der Film-wobei die Serie auch sehr gut ist) oder Bosch (erste Staffel) sehen, ist aber nur meine Meinung. Wie hier mit-den eigenen-Emotionen, Vorurteilen, Wünschen und Gefühlen "gespielt" wird ist beispiellos. Die erste und letzte Folge einer Staffel sind ja immer herausragend, jedoch diesmal ist die letzte Folge extrem. Die Minuten 73 bis 74 haben mich von "auf keinen Fall, so etwas passiert in Serien nicht, über schei... bitte, bitte nein", bis zu-ja-freudigen glücklichen Tränen berührt. Generell waren die letzten 30 Minuten der finalen Folge ein einziger, nicht enden wollender, Cliffhanger. Welcher Spielfilm kann da mithalten? Ich freue mich jetzt schon auf Staffel 2.

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