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Netflix-Serie "The Get Down": Fernsehen in Flammen
The Get Down

In der Netflix-Serie "The Get Down" erzählt Bombast-Regisseur Baz Luhrmann vom New York der Siebziger und den Anfängen des Hip-Hop. Die Show selbst könnte das Ende einer Ära im Fernsehen markieren.

steppenrocker 20.08.2016, 14:38
1. Empfehlung

Wer einen guten Überblick über das New York dieser Zeit haben möchte - sowohl musikalisch als auch politisch - dem empfehle ich Will Hermes' "Love goes to Buildings on Fire". Es geht um New York zwischen 1973 und 78, ein sehr detaillierter Blick wird auf Disco und aufkommenden HipHop geworfen, auf die Loft Szene (freier Jazz) und die Punkszene um das CBGBs. Aber auch eher unterrepräsentierte Genres wie Salsa und die neue klassische Musik um Steve Reich und Philip Glass werden gewürdigt. Interessant ist dabei, wie diese Genre miteinander verknüpft sind. Leider (noch) nur auf Englisch, aber nicht sonderlich schwierig zu lesen.

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Jott 20.08.2016, 15:43
2. Eher als...

... den damals schon sehr verkommerzialisierten Film "Beat Street" sollte man sich -quasi als Ergänzung u D Vorbereitung- Charlie Ahearns Rap-Klassiker "Wild Style" ansehen...
"The Get Down" ist ein fantastisches, farbenfrohes und überwältigendes Stück Fernsehen geworden. Wer mit Luhrmanns Filmen etwas anfangen kann, wird nicht enttäuscht sein. Und wer, wie ich, ein wenig von der damaligen Zeit in NY mitbekommen hat, kann nur begeistert sein...

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blitzunddonner 20.08.2016, 16:30
3. gleichzeitig aber entwickeln einige serienformate, die die qualität von kinofilmen übertreffen.

gleichzeitig aber entwickeln einige serienformate, die die qualität von kinofilmen übertreffen. "the bridge" istfür mich so ein beispiel. eine miniserie an der grenze zwischen usa und mexico.

andere miniserien auf ähnlichem level kommen aus island, norwegen und dänemark. während die kinohits zu produktionsschlachten bei effekten und werbeetats verkommen, internationalisiert sich die regiequalität - auf kosten von hollywood.

einen zwispalt zwischen tv- und internetausstrahlung anzunehmen, halte ich für unzulässig. das sind nur transport- und zahlungsmodalitäten, die sich da unterscheiden. der zuschauer behält dabei seine serienaffinität. bleibt dem treu, was ihm gefällt. schaut, wo er identifikationsmuster vorfinden kann, damit sich ein wiedereinschalten lohnt und vorfreude verspürt.

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monocultur 24.08.2016, 10:54
4. Gern mehr davon...

...so bunt wie Hip Hop gerade in der Anfangszeit war, so empfinde ich diese Serie.
Ich war vom ersten Moment an ge"flash"t!
Mehr davon!

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MartinS. 24.08.2016, 11:02
5. ...

Zitat von blitzunddonner
gleichzeitig aber entwickeln einige serienformate, die die qualität von kinofilmen übertreffen. "the bridge" istfür mich so ein beispiel. eine miniserie an der grenze zwischen usa und mexico. andere miniserien auf ähnlichem level kommen aus island, norwegen und dänemark. während die.....
Aber es ist durchaus absehbar, dass auch bei dem immensen Anstieg des Serienformats ein Umbruch bevorsteht.
Es werden viel zu viele Serien produziert, als dass tatsächlich alle auch eine ausreichende Anzahl von konstanten Zuschauern bekommen könnten.
Noch dazu wird viel zu viel Geld investiert.... der Niedergang wird schlagartig kommen und sich drastisch auswirken. Wenn mehrere solcher Großprojekte floppen (zu wenig Zuschauer bedeutet, dass man generell weniger Geld für die Ausstrahlungsrechte bezahlen wird, oder bei Eigenproduktionen eben dass man durch Abonnenten oder Werbeslots zu wenig einnimmt), dann wird es einen schmerzhaften Einbruch auf das ganze Format der großen Serienproduktionen geben.

Für 400 (!) groß angelegte und teure Serienproduktionen ist schlichtweg der Markt nicht groß genug. Vieles wird austauschbar und verliert an Reiz... was funktioniert, wird geritten, bis der Gaul wortwörtlich tot umfällt... irgendwann ist halt jeder Charakter ausgelutscht und jede Story erzählt. Und dann muss man realisieren, dass man eigentlich schon seit zwei Jahren nur noch einen (mittlerweile) langweiligen Dauerläufer am Leben gehalten hat.
Meiner Meinung nach lassen sich vielleicht 50-80 Serien ganz gut platzieren... alles andere ist Überangebot und schadet eher dem Gesamtmarkt, als dass man noch eine reelle Chance hat, sich damit ein Stück vom Kuchen abzuschneiden.

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IB_31 24.08.2016, 11:22
6.

Zitat von MartinS.
en. Für 400 (!) groß angelegte und teure Serienproduktionen ist schlichtweg der Markt nicht groß genug. Vieles wird austauschbar und verliert an Reiz... was funktioniert, wird geritten, bis der Gaul wortwörtlich tot umfällt.......
Das glaub ich nicht:
Ist so ähnlich wie beim Umfang von Textverarbeitungsprogrammen:
Jeder braucht vielleicht nur 15-20 % davon,aber jeder was anderes....

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MartinS. 24.08.2016, 19:04
7. ...

Zitat von IB_31
Das glaub ich nicht: Ist so ähnlich wie beim Umfang von Textverarbeitungsprogrammen: Jeder braucht vielleicht nur 15-20 % davon,aber jeder was anderes....
Nur dass es sich halt irgendwann nicht mehr lohnt, wenn man für ein Millionenpublikum produziert, aber dann blöderweise nur 300.000 Zuschauer erreichen kann....
Wenn da einige Male ein großes Budget versenkt wurde, dann wird das im Anschluss einen kolossalen Rückgang verursachen und wenns blöde läuft, ist man im Anschluss eben extrem vorsichtig mit der Finanzierung neuer Formate

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