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Neue intellektuelle "Bewegung": Endlich mal richtig wichtig
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Schwierigkeiten mit Geflüchteten dürften die wenigsten der Künstler und Journalisten haben, die sich so nationalkonservativ gerieren. In der Suppenküche anstehen müssen sie auch eher nicht. Was erzürnt sie so?

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postmaterialist2011 14.04.2018, 16:28
1. Wie wahr, wie wahr !

Danke Sybille Berg. Ich habe manchmal den Eindruck die neuen Rechten haben irgendwie alle von der gleichen Panzerschokolade genascht, oder haben bei der Resthirnabsaugung begeistert "hier" gerufen. Menschen wie Sarrazin, die aus ihrer Verachtung für "normale" Menschen schon früher keinen Hehl gemacht haben (ein beobachteter Klamottenkauf und ein Restaurantbesuch vor seinen Thesen führten damals schon zu Fremdschämen), haben mit den Flüchtlingen und deren vermeintlicher, mangelnde Kultur plötzlich ein Thema gefunden, das ihnen Anerkennung und Jubel ( wenn auch nur von den Abgehängten und Enttäuschten) bringt. Meist kurz vor 60 stellen diese Männer fest, dass sie zwar oftmals viel Geld gemacht haben , aber sie eigentlich komplett irrelevant sind. Kaum Freunde, distanzierte Familie, da läuft man dann halt bei PEGIDA und wütet gegen die Ärmsten der Armen. Schlimm wie weit es nur 73 Jahre nach dem Krieg schon wieder gekommen ist und wie wenig gerade diese älteren Kameraden aus der deutschen Geschichte gelernt haben. Ich bin definitiv kein Merkelfan, aber kein Ausspruch von ihr unterstütze ich überzeugter als ihr "Wir schaffen das" !

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dasfred 14.04.2018, 16:53
2. Hauptsache, Mann wird wahrgenommen

Eine Woche Echo Diskussion, die sich nur noch um zwei Dumpfbacken Provokateure drehte, zeigt doch überdeutlich, womit man im Kulturbetrieb oben schwimmt. Mit allgemeinen Altersweisheiten kommt der weiße Mann nur noch auf einen Preis fürs Lebenswerk, sobald der Sensenmann am Horizont erscheint. Wer zu Lebzeiten noch in die Schlagzeilen will, muss provozieren. Und zwar so dumm und primitiv, dass selbst die Kulturredaktion der Bild-Zeitung einen kleinen Skandal wittern kann. Die weisen Männer sind nur noch weiße Männer, die von der Angst beseelt sind, dass eine neue Wertewelt sie einfach fortspült, um Platz zu machen für die jungen Hippen. Sie sind selbst zu lange im Kulturgeschäft, um nicht zu wissen, wie sie sich wieder ins Gespräch bringen. Leider sind diese Menschen nicht davor geschützt, von ihrem neu entdeckten Nationalgefühl in Altersstarrsinn zu verfallen. Machen wir uns als weniger Gedanken drüber, das sich einige nicht in Stille zurückziehen können, sondern eher, wie man ihnen die letzten Jahre noch ein erfülltes Leben bieten kann, ohne ihnen das Gefühl der Ausgrenzung zu geben.

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desertking 14.04.2018, 16:59
3. Rechts und intellektuell...

Na, ja. Das ist ja schon ein Widerspruch. Wer Menschen auf Grund von Herkunft oder Aussehen bewertet, der hat doch im Leben recht wenig verstanden. Das mit dem Erfolg hingegen dürfte stimmen. Gewisse Katzenkrimi-Schreiber wurden ja auch erst wunderlich, als es mit dem immergleichen Büchern nix mehr wurde. Und so verdient man mit Hass eben Geld. Broder, Herman, Pirinçci - wer hört denen denn noch zu außer Rechtsextremen? Da muss man sich dann eben anpassen und liefern, was der Mob will. Denn das ist einfach und braucht recht wenig Talent oder Kreativität. Irgendwer wird schon Schuld haben - Homosexuelle, Frauen, Ausländer, Muslime usw. Das einfach zusammenschmieren in immer wieder anderer Form und schon hat man ein gesichertes Einkommen.

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friedrich_eckard 14.04.2018, 17:01
4.

Der Text enthält ja sicherlich viel Richtiges. Den Verdacht, dass sich da einige für den Fall einer Machterrrgrrreifung durrch die Krrräfte derr nationalen Errrneuerrrung schon einmal vorsorglich auf die richtige Seite schlagen wollen habe ich ja auch schon seit einiger Zeit. Alles schon einmal dagewesen... Man muss aber doch nicht immer und bei jeder Gelegenheit auf "den Männern" herumhacken, mindestens in diesem Sachzusammenhang spielt nämlich mindestens eine Frau eine... herausgehobene und wenig angenehme Rolle.

Die "Erklärung 2018", die Frau Berg sicherlich, ohne sie zu nennen, im Auge gehabt hat, hat nämlich Frau Vera Lengsfeld initiiert. Der ist nun zu Zeiten der DDR unseligen Angedenkens wirklich sehr übel mitgespielt worden, und ich konnte ihr bisher persönlich nie so richtig böse sein, weil ich ihre masslosen antilinken Rundumschläge, an die man sich über die Jahre ja schon gewöhnt hatte, unter "Traumabewältigung" einzuordnen mir angewöhnt hatte. Jetzt ist allerdings Schluss mit Verständnis: den Rutsch in die braune Brühe, den sie in letzter Zeit der Öffentlichkeit vorführt, entschuldigt auch ihre Biographie nicht.

Dies nur als ein Beispiel, es gibt noch mehr. Ergebnis und Siegerehrung: ich denke, sehr geehrte Frau Berg, dass in dieser Auseinandersetzung die Front nun gerade nicht entlang der Linie "Frauen / Männer" verläuft.

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Licht aus ! 14.04.2018, 17:03
5. Danke !

nach Ihrer Einschätzung (Ü 65) zähle ich ja vermutlich zu den komischen Typen, die jetzt allenthalben wieder um die Ecke kommen. Aber weit gefehlt! Schon lange kotzt es mich an, wenn ich - auch aus nächster Nachbarschaft - dieses unsägliche rechtskonservative Geseiere vermeintlich Intellektueller (meistens, leider!) Männer hören muss. Und es stimmt wohl: die Erkenntnis, in jeder Hinsicht bestenfalls Mittelmaß zu sein, ist natürlich betrüblich. Das kompensiert man dann am Stammtisch, sprich: Talkshow oder mit Unterschrift auf Pamphleten, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Spannend wird werden, wie weit sich diese sog. Wertkonservativen noch den offen rechts agierenden Politikern etc. anbiedern werden und womöglich gar Gefolgschaft leisten. Wer Ohren hat, der höre und wir sollten nicht sehenden Auges schon wieder solchen Rattenfängern folgen.

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DrWimmer 14.04.2018, 17:03
6. Das passt alles nicht zusammen....

Der ganze Aufsatz von Frau Berg zieht das Thema von der Sache auf eine rein persönliche Ebene. In jeder guten Debatten- und Diskussionskultur verbietet sich das von selbst und man entlarvt seine Unfähgkeit in der Sache zu argumentieren. Das kann Frau Berg eigentlich. Warum macht sie es dann nicht, sondern verlegt sich auf Schmähungen und Herabsetzungen? Da ist man ganz schnell bei dem Gossen-Niveau, bei dem einer Kritik übenden Frau unterstellt wird, sie müsse nur mal wieder richtig......

Auch wenn es hier nicht explizit gesagt wird (genauso wie niemand explizit benannt wird), geht es auch hier jawohl um die "Gemeinsame Erklärung 2018". Genau genommen geht es um Formulierungen die einfordern geltendes Recht einzuhalten. Ist das jetzt das Merkmal von "neu-rechts"? Ich dachte, Gesetze einzuhalten wäre in einem Rechtsstaat von jedem Bürger zu erwarten. Das Leute wie Broder nun der "neuen Rechten" zugeschlagen werden, ist auch ein wenig sonderbar. Kann man als Jude rechts sein, nur weil man manchmal Standpunkte vertritt, die ein Linker als Rechts definiert? Wie weit geht die Deutungshoheit von Links? Glaubt man wirklich - so ja oft der Vorwurf - die Wahrheit allein für sich gepachtet zu haben? Ist das dann noch Demokratie, die von Meinungspluralismus lebt? Man muss schon miteinander reden können, wenn man an Demokratie und Frieden interessiert ist. Anderen Stempel aufzudrücken und sie persönlich herabzusetzen führt zu nichts gutem.

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starsnake 14.04.2018, 17:14
7. Spiegel Titel

Direkt neben diesem Eingabefeld prangt der neue Spiegel mit genau der Frage, die die Gescholtenen und Analysierten aufwerfen. Also kann die Frage so abseitig nicht sein. Frau Berg, Ihre Beschreibung dieses Landes trifft schon zu. Angesichts der kulturellen Umwälzungen, die sich aus der derzeitigen Immigration ergeben werden, darf man jedoch annehmen, dass es hier nicht mehr lange so wunderbar bunt und neoliberal zugehen wird, wie wir alle das so gewohnt.sind. Hier einzuhaken und nachzufragen ist mehr als legitim. Dazu muss man sich auch nicht zwingend als Beschützer der jüdischen Mitbürger oder Verteidiger von Frauenrechten hervorgetan haben. Dazu bestand bis vor 2-3 Jahren auch noch gar kein besonderer Anlass. Mein Eindruck ist eher der, dass alle, die jede Verwerfung durch archaische Weltanschauungen und Religionen klein reden, irgendein Problem mit ihrem Leben haben, das sie jetzt durch diese teilweise naive Hilfsbereitschaft lösen oder kaschieren wollen. Die Debatte über kultrurelle Transformation und notwendige Umverteilung ist jedenfalls mehr als notwendig. Diejenigen, die besonders betroffen sind, haben ja kaum Möglichkeiten, sich zu äußern. Da ist es gut, wenn das auch mal andere tun, selbst wenn diese nicht in der Suppenküche anstehen müssen.

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canUCme 14.04.2018, 17:29
8. Ok, ok, noch .....

... schreiben Sie über die neue Rechte, diffamieren pauschal, ziehen alles ins Lächerliche. In wenigen Jahren spricht da kein Mensch mehr darüber. Deutschland wird zwangsläufig wieder etwas konservativer und selbstbestimmter werden. Die Begriffe 'links' und 'rechts' werden zunehmend unschärfer, ungenauer für diese Art von Veränderung. Es gibt Gefühle die sich, mit unterschiedlichen Reflexionsgraden, durch alle Bevölkerungsschichten durchziehen, vom Wutbürger bis zum Uni-Professor. Eine Demokratie lässt es zu, dass sich solche Strömungen über Wahlen auf die Zusammensetzung der Parlamente durchpausen. Und das wird auch geschehen. Nichts Extremes, kein Umsturz, keine Abkehr von der Demokratie. Denen, die sich heute als 'Linke' bezeichnen, wird es dennoch ein Dorn im Auge sein ....

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dieter-ploetze 14.04.2018, 17:33
9. wems gut geht, der soll schweigen?

will frau Berg darauf hinaus? scheint so. muss man denn von allem direkt betroffen sein um mitreden zu koennen? das waere fatal, dann muesste die regierung sofort ihre politik einstellen, weill sie doch meist nicht davon direkt betroffen ist. die neuen rechten gewinnen gerade bei intellektuellen zulauf. das ist kontraer zu frueheren zeiten, als intellektuell gleich links war. heute ist es nicht mehr so, es ist gerade dabei sich grundlegend zu wandeln. die intellektuellen neigen sich den gedanken der neuen rechten zu. irgendwie verstaendlich da die linke sich in alten parolen erschoepft, die nicht mehr in die zeit passen.

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