Forum: Kultur
Neues Telemediengesetz: Ein Gewinn für alle
DPA

Der Streit zwischen Verlegern und Sendern ist beigelegt. Wer das als Sieg für die einen und als Pleite für die anderen deutet, liegt falsch: Beiden Systemen tut es gut, wenn sie in klarer Abgrenzung konkurrieren.

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franxinatra 14.06.2018, 20:18
1. Hier wird das Unvermögen der Verleger zementiert

ihre Rezipienten bei der Stange zu halten: seit es das Fernsehen gibt jammern sie über die Konkurrenz der ÖR, als die Privatsender kamen und die ÖR überrundeten blieb man kleinlaut, als die Anzeigenblätter kamen war der Jammer erst groß, dann wurden sie aufgekauft, als das Internet kam haben die Verleger es belächelt, bis sie widerwillig einstiegen aber mit so aggressiver Werbung ihre Angebote versehen dass sich die Empfänger wehrten.
Inzwischen sind die Gazetten im Umfang wesentlich dünner geworden, Redaktionen zusammen gelegt bis zur Unkenntlichkeit; die vierte Gewalt übt sich in Polarisierung statt Aufklärung und gebiert populistische Bewegungen...

Aus gutem Grund habe ich meinen Informationsfokus auf die ÖR beschränkt. Dort sehe ich mich objektiver Informiert als bei Einrichtungen, die in Abhängigkeit von Werbeetats ihre eigene Informationspolitik betreiben.

Dass ich in Zukunft statt die Informationen zu lesen Zeit- und Volumenkiller in Form von Videos und Audios schlucken soll erschüttert mich.

Aber scheinbar bin ich ein Fossil...

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Deutscher__Michel 14.06.2018, 20:52
2.

Zitat von jkbremen
denn der muss weiterhin die Zwangsgebühren für den ÖR zahlen. Schlimm, was die sendernahen Politiker da wieder verbrochen haben. Aber warten wir ab bis die AFD größere Mehrheiten hat, dann wird der verfettete ÖR neu geordnet.
Und diese Zwangsgebühren für die Bundeswehr und Strassenbau erst.. schlimm was da verbrochen wird.. man wird regelrecht gezwungen steuern zu zahlen...

Uns stimmt man kann ja auch vernünftige Nachrichten auf Netflix oder Amazon Prime sehen und weiss was im Lande abgeht..

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DerDifferenzierteBlick 14.06.2018, 21:15
3. Das Problem

Es gibt da leider ein Problem: Wenn ich im Internet auf eine Nachrichtenseite gehe, dann möchte ich einen schnellen Überblick - und das geht nur über Text (Stichwort: Querlesen). Wenn ich mir jedes mal ein komplettes Video anhören müsste, dann würde ich ziemlich viel Zeit verschwenden. Wenn die ÖR also wirklich jetzt nur noch überwiegend Videos bringen, dann wäre das für mich ein Ausschlusskriterium.

Jetzt kann man natürlich sagen: Ist doch gut: Die ÖR machen Fernsehen und die Verlage machen Presse und Nachrichten im Internet. Wer allerdings mal ein paar Jahrzehnte in die Zukunft denkt, der wird schnell feststellen: Das lineare Fernsehen wird immer unwichtiger, das Internet hingegen absolut dominierend (ist es ja jetzt schon in einigen Ländern und Schichten). Eine solche Entscheidung wäre also gleichbedeutend mit dem Ende des ÖR-Auftrages bzgl. der Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen in relevanter Reichweite.

Jetzt kann man auch das toll finden, aber dann sollte man sich vielleicht mal überlegen, wohin das führt: Wenn die Menschen sich im Internet über immer mehr und immer unterschiedlichere Seiten informieren, dann führt das leider nicht zu einem objektiveren Weltbild (was ja möglich wäre, wegen der größeren Meinungsvielfalt), sondern dazu, dass die große Mehrheit der Menschen weiterhin nur sehr wenige Nachrichten-Quellen nutzen, die dafür aber immer weiter auseinanderliegen. So nimmt die Polarisierung, die Spaltung der Gesellschaft immer weiter zu, die Ränder werden immer weiter gestärkt.

Und jetzt kann man natürlich sagen, das ist doch alles reine Spekalation. Allerdings habe ich diese These vor zwei Jahren aufgestellt. Und ich bin damals auf genau zwei westliche Länder gestoßen, wo diese Zerfaserung der Medienlandschaft schon sehr weit fortgeschritten war, da es kein allgemein anerkannten TV-Anstalten (mehr) gab. In diesen Ländern hat jeweils die Mehrheit der Bevölkerung gesagt, dass sie sich am ehesten über das Internet informieren. Diese Länder sind USA und Italien...

Wenn kein relevantes öffentlich-rechtliches Medium mehr große Teile der Bevölkerung erreicht und gleichzeitig politisch einseitig ausgerichtete Superreiche Medien kaufen/kontrollieren und so Wahlverhalten manipulieren können, dann kann man ja sehen, wo das hinführt (Beispiele: Rupert Murdoch->Fox News, Robert Mercer->Breitbart, die Koch-Brüder, Berlusconi, Blocher, bei uns: Springer, Bertelsmann, Burda..). Da kann auch der SPIEGEL (der mehrheitlich den eigenen Mitarbeitern gehört) nicht mehr alleine die Welt retten (s. Verkaufszahlen, Klicks)...

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cabotine 14.06.2018, 21:23
4. Größere Mehrheiten

"Aber warten wir ab bis die AFD größere Mehrheiten hat, dann wird der verfettete ÖR neu geordnet."

Auch wenn jede/r einzelne zuviel ist, von Mehrheiten (das sind über 50%) geschweige denn von größeren Mehrheiten ist die AFD zum Glück weit entfernt.

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maphry 14.06.2018, 21:31
5. Verlierer sind Bürger und Demokratie

Unabhängiger Textjournalismus wie er durch die öffentlich-rechtlichen Medien geliefert wird ist essentiell für die Demokratie. Es erlaubt denjenigen die auf Texten angewiesen sind (sei es durch Behinderung oder langsamen Bandbreiten) ein breites Spektrum von Nachrichten zu verfolgen. Mit dieser Entscheidung wird den privaten Meiden ein Monopol eingeräumt, was demokratiegefährdend und zum Schaden aller ist.

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thomasrath 14.06.2018, 21:55
6.

Zitat von Deutscher__Michel
Und diese Zwangsgebühren für die Bundeswehr und Strassenbau erst.. schlimm was da verbrochen wird.. man wird regelrecht gezwungen steuern zu zahlen... Uns stimmt man kann ja auch vernünftige Nachrichten auf Netflix oder Amazon Prime sehen und weiss was im Lande abgeht..
Mit Verlaub, Sie machen ihrem Namen alle Ehre.
Sie kennen den Unterschied von Gebühren und Beiträgen nicht und verwechseln das ganze noch mit Steuern..Aber ..Sie schauen ja öffentlich - rechtlichen Rundfunk..Sie wissen was im Land abgeht...

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gluonball 14.06.2018, 22:10
7. Neutralität

Fakt ist, dass die Öffentlichen nicht neutral sind. Das ist leider Regierungssprech. Als Groko-Kritiker musste man sich da schon als "Kleingeist" beschimpfen lassen. Und wem das nicht reicht, einfach mal Tilo Jung-Podcast schauen. Da bleibt kein Auge trocken.
Schon traurig was da veranstaltet wird. Öffentlich Rechtliche JA aber nicht so tut mir leid. Und ich weiß nicht ob ein Moderator wie Claus Kleber 600.000€ verdienen muss. Aber gut....

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7eggert 14.06.2018, 22:35
8.

Zitat von thomasrath
Mit Verlaub, Sie machen ihrem Namen alle Ehre. Sie kennen den Unterschied von Gebühren und Beiträgen nicht und verwechseln das ganze noch mit Steuern..Aber ..Sie schauen ja öffentlich - rechtlichen Rundfunk..Sie wissen was im Land abgeht...
Steuern ist, wenn man kein Anrecht auf eine definierte Gegenleistung hat, aber zahlen soll.
Beitrag ist, wenn man nicht als Einziger Geld geben muß.
Abgabe ist, wenn man für das Geld auch was bekommt.

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urmedanwalt 14.06.2018, 22:48
9. Von der Konvergenz der Medien

haben weder die hier üblichen (rechten) Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks noch diejenigen eine Ahnung, die den vermeintlichen Kompromiss-Telemedien-Staatsvertrag zusammengeschustert haben. So einen Retromist können nur Leute machen, für die das Internet Neuland ist. Döpfner und Kollegen wird dieser Pyrrhussieg noch auf die Füße fallen.

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