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Nordkorea-Doku: "Denken Sie, dass die Zuschauer so blöd sind?"
Kundschafter Filmproduktion GmbH

Bilder abseits des Klischees will Regisseurin Sung-Hyung Cho in ihrer Nordkorea-Doku zeigen - und lässt auch Propaganda-Phrasen für sich stehen. Ein Gespräch über Grenzen für Filmemacher in dem abgeschotteten Land.

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caty24 01.08.2017, 17:46
1. Ich fand die Dukumentation sehr gut gemacht

Man wurde von vorhinein darauf hingewiesen,dass Alles nur mit Genehmigung zustande kam.Und wenn man es weiss,kann man Alles richtig einschätzen.

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OlafKoeln 01.08.2017, 18:00
2.

Es waren schon andere Bilder - aber da hat die Regisseurin recht - wer das nicht gruselig fand hat nichts verstanden. Die KiTa, die Oma, die stolz wäre, wenn der Enkel sich für Führer, Volk und Vaterland opfern würde etc.

Eine Frage beschäftigt mich besonders - die Eltern des Ingenieurs. Beide tot und es wird nicht darüber geredet. Ich würde mich nicht wundern, wenn diese in Ungnade gefallen sind und exekutiert wurden oder sogar noch in einem Arbeitslager "leben". Und die Enkel selbst haben nur überlebt bzw. sind bei der Oma, weil die Oma die Tochter eines "Nationalhelden" ist.

Letzteres dürfe auch der Grund für die gute Wohnung und das Studium des Enkels sein. In einer anderen Doku "lebte" eine Vorführfamilie auch in einer guten Wohnung. Man merkte aber an verschiedenen Dingen, dass sie dort nur "Gäste" waren.

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asdf01 01.08.2017, 18:06
3.

Es sollte auch erwähnt werden, dass sie ihre südkoreanische Staatsbürgerschaft abgeben und die deutsche annehmen musste, um den Film machen zu können.
http://www.dw.com/de/bei-brüdern-und-schwestern-in-nordkorea/a-19415958

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moby dick 01.08.2017, 18:11
4. Eine hervorragender preisverdächtiger Dokumentarfilm!

...völlig wertneutral. Eine Dokumentation wie man sie kaum heute zu sehen bekommt.
Auch bewundernswert, dass die Regisseurin dem Zuschauer eine eigene Meinungsbildung
zutraut und ihn in dem Film nicht mit den gängigen Klischees konfrontiert.

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Beccaria 01.08.2017, 18:13
5. Interessanter Film

Der Film vermittelt einen Eindruck unter welchem Druck die Bevölkerung steht. Auffallend , dass viele der gezeigten Nordkoreaner das Abzeichen mit den beiden toten Kims trugen, dass nur an vertrauenswürdige Parteimitglieder vergeben wird

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Knossos 01.08.2017, 18:21
6. Effizientes Walten durch Schalten

Im damals kommunistischen Albanien, das ich ansonsten mit der Anstalt Nordkorea nicht vergleichen möchte, war die Verehrung Enver Hoxhas echt. Aber dort wurde den Menschen die Würde nicht nur gelassen, sondern sie auch gegen eventuelle Vorteilnahme leitenden Personals in Schutz genommen. Kleine Leute hatten die Möglichkeit zur Beschwerde und Aussicht auf Nachverfolgung ihres Anliegens.

Was mich hinsichtlich Nordkoreas interessiert, ist wie man den Menschen Kommunismus oder Sozialismus weismacht, während sie in einer Dynastie leben. Schließlich sollten auch sie wissen, daß so bezeichnete Gesellschaftsform demokratisch sein will, und somit unmöglich hintereinander weg drei Vögel aus selbem Nest auf den Thron sollten. Und mit derzeitigem Kim leben sie gleich auch noch unter dem bisherigen Gipfel verzärtelt-narzißtischer Eitelkeit und Tyrannei. Mit Kommune hat die Veranstaltung nichts mehr gemein.

Das Land ist lediglich augenfälligstes Beispiel dafür, daß das Hirn unwillkürlich auf konstante Wiederholung jedweder Art eingeht, respektive, wie wirksam die Herrschaft der Medien ist. Je gleichgeschalteter sie sind, desto sicherer die Gewalt über Mensch und Weltbild.

Deshalb, lieber SPON, braucht Deutschland dringend den alten SPIEGEL zurück.

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OlafKoeln 01.08.2017, 18:26
7.

Zitat von asdf01
Es sollte auch erwähnt werden, dass sie ihre südkoreanische Staatsbürgerschaft abgeben und die deutsche annehmen musste, um den Film machen zu können. http://www.dw.com/de/bei-brüdern-und-schwestern-in-nordkorea/a-19415958
Ich würde aber schon denken, dass sie ein nicht unerhebliches persönliches Risiko eingegangen ist (noch mehr als JEDER Nord-Korea Reisender). Wenn Nord Korea sie festgesetzt hätte, würde auch die deutsche Staatsbürgerschaft nicht viel helfen. Im Zweifel würde sie einfach als Agentin Süd-Koreas bezeichnet werden, deutsche Papiere hin oder her.

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remixbeb 01.08.2017, 18:27
8. gute Doku

Ich fand die Doku sehr gut, auch wenn - oder vielleicht auch genau weil - sie manche Bilder und Szenen für sich hat sprechen lassen. So bekam ich den Eindruck, dass ein halbwegs ausgeglichenes Bild vom Land dargestellt wurde. Und nicht das Übliche, was man ohnehin überall schon gelesen, gehört oder gesehen hat. Insbesondere im Vergleich zur Doku "Inside Nordkorea" konnte ich diesem Film mehr abgewinnen. Schön gemacht

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jaspertk 01.08.2017, 18:35
9.

Zitat von asdf01
Es sollte auch erwähnt werden, dass sie ihre südkoreanische Staatsbürgerschaft abgeben und die deutsche annehmen musste, um den Film machen zu können. http://www.dw.com/de/bei-brüdern-und-schwestern-in-nordkorea/a-19415958
Dieses Land ist fazinierend und abstoßend gleichzeitig. Der Personenkult ist unglaublich - die Jutsche - die Staatsdoktrin - ist Religion und wird im Gegensatz zu der früheren kommunistischen Staatsphilosohie im Ostblock geglaubt. Auch da kaum Information von außen hereindringt (kein TV [NK hat SECAM - und die TV Geräte sind nur für dieses System eingestellt - und Kaum Radio - Internet ist nur wenigen und da zensiert zugänglich.

Ich war auf Einladung der NK Regierung Ostern 2001 zur Geburtstagsfeier der "großen Führers" - er war schon tot - eingeladen. Zwei tage vor Einreise, mussten wir uns noch ganz rasch neue Visitenkarten drucken lassen, da KEINE Adresse in Süd-Korea erlaubt war.

Aber eines muss sicher gestellt sein: Dieses System hat nichts zu verlieren! Lieber Tod als frei....

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