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Phänomen "Manspreading": Untenrum breit
AP / EMT

In Madrid sind Männer neuerdings angehalten, sich auf Bussitzen weniger breit zu machen - muss das sein? Die Debatte um"Manspreading" zeigt, wie unglücklich feministische Themen in der Öffentlichkeit verhandelt werden.

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asimo 13.06.2017, 16:16
1. Worte machen oft den Unterschied

Die Bezeichnung der Regel zum Platzverhalten im ÖPNV mit "one body - one seat" ist doch super, richtet sich an alle und ist eine klare Regel ohne jegliche sexualisierte ode rsexuelle Konotation. Da kann sich niemand von angegangen fühlen.

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marty_gi 13.06.2017, 16:17
2. Sitzriese

Ich bin Sitzriese, mein Koerper entspricht nicht dem Idealmass, wobei Bauchnabel ungefaehr gemaess Goldenem Schnitt sein sollte. Nein, bei mir ist der Unterbau merklich kuerzer als der obere Teil. Und ich bekomme tatsaechliche Probleme, wenn ich die Beine nicht ein wenig auseinander halte beim Sitzen. Dennoch schaffe ich es, in oeffentlichen Verkehrsmitteln ruecksichtsvoll einen Platz zu belegen.

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philemajo 13.06.2017, 16:29
3. Völlig richtig!

Gutes Benehmen und soziales Verhalten ist geschlechterunabhängig wünschenswert! Den ganzen Diskurs vorab über Vor- und Nachteile der breitbeinigen Sitzens ist überflüssig. Wenn ein Platz von einem anderen Fahrgast benötigt wird, sollte dieser freigemacht werden. Das gilt je nach Bedürftigkeit auch für den eigenen Platz. Natürlich ist das ein heikles Thema, da es potentiell eine Sexismus-Debatte auslösen könnte, z.B. wenn ein Mann einer Frau seinen Platz anbietet. Macht es dies nicht nur gegenüber attraktiven Frauen - was von einigen sogar als besonders galant erachtet wird -, verschlimmert er die Situation, da es dann der Beleg dafür ist, dass es alleinig um ihr Geschlecht geht!?! Schwierige Zeiten für social correctness!

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ruhepuls 13.06.2017, 16:33
4. Eben...

Zitat von asimo
Die Bezeichnung der Regel zum Platzverhalten im ÖPNV mit "one body - one seat" ist doch super, richtet sich an alle und ist eine klare Regel ohne jegliche sexualisierte ode rsexuelle Konotation. Da kann sich niemand von angegangen fühlen.
Wenn ich ein bestimmtes Verhalten mit einem Begriff belege, der auf ein bestimmtes Geschlecht hinweist, wird natürlich Widerspruch laut. Ist eben diskriminierend. Man hätte ja auch einfach "bitte nur Ihren Platz belegen" etc. schreiben können. Das gilt für alle, ohne irgendjemand zu unterstellen, es wäre quasi "geschlechtsspezifisch". "She-bagging" ist genauso unnötig. Auch hier würde der HInweis reichen "Belegen Sie keine anderen Sitze mit Taschen oder Koffern". Offensichtlich gibt es immer Leute, die es dem anderen Geschlecht mal wieder zeigen wollen. Hauptsache wieder Öl ins Feuer gegossen.

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chukwumeze 13.06.2017, 16:39
5. Bei mir heißt das ...

Rücksichtnahme und Respekt. Es gibt auch Rucksack-in-die-Fresse-hauende jeglichen Geschlechts, auf-die-Füße-tretende, doof-im-Weg-rumstehende-obwohl-merkend-dass-person-etwas-schweres-und-unhandliches-trägt, und und und. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit ist das bei allen möglichen Geschlechtern zu beobachten, allen Altersgruppen und sozialen Schichten, mit und ohne und unbekannten Migrationshintergrundstatus. Und, ab wann hat man eigentlich keinen Migrationshintergrund mehr? Nach 30, 50, 100, 500 Jahren? Zurück zum Thema: echte Rücksichtnahme. Kann jede/jeder/jedes nicht früh genug lernen.

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metzelkater 13.06.2017, 16:44
6. Manspreading und Rucksackspreading als Selbstschutz

Die Innenarchitekten öffentlicher Verkehrsmittel missachten in der Regel die Bedürfnisse der Fahrgäste auf Privatsphäre. Ich will weder durch jegliche Form von Berührungen belästigt werden, noch möchte ich von Leuten angeglotzt werden.
Im Allgemeinen versuche ich, Fahrten im Nahverkehr so gut es geht zu vermeiden. Wenn das mal nicht geht, dann setze ich mich absichtlich breit hin und belege einen weiteren Platz mit meinem Rucksack. Das ist in einem leeren oder nur halb besetzten Verkehrsmittel mein gutes Recht. Solange es genug freie Plätze gibt, muss mir keiner zu nahe kommen. Erst wenn keine Plätze mehr frei sind, ändere ich meine Taktik. Dann mach ich mich klein und versuche die nervige Situation irgendwie zu überleben, auch wenn ich es hasse.
Fazit: Solange genug Plätze frei sind, mach ich mich breit. Ich bin aber kein Fiesling, der das auch bei vollen Zügen praktiziert.

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christian simons 13.06.2017, 16:46
7.

Man könnte dieses Problem in öffentlichen Verkehrsmitteln ganz bequem in den Griff bekommen, ohne eine Geschlechterdebatte vom Zaun zu brechen.
Man verbietet schlicht und einfach jedem den benachbarten oder gegenüberliegenden Sitz in irgendeiner Form zu blockieren.

Mich als Mann ärgert in diesem Zusammenhang nur, dass mir einerseits die öffentliche Breitbeinigkeit verboten wird, während die nicht minder weitverbreitete Unsitte des She-Legstretching kavalierhaft geduldet wird.
Da stellt sich dann wieder die Frage: Sind wir Kerle wirklich die schlechteren Menschen oder werden nicht minder unerquickliche Spielarten der weiblichen Asozialität charmant übersehen?

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frietz 13.06.2017, 16:46
8.

wer mehr als einen Platz braucht, sollte dann auch mehr als einen Platz bezahlen. Wenn schon der normale Anstand nicht hilft, dann vielleicht der Griff in den Geldbeutel

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renozeross 13.06.2017, 16:46
9. Stört mich als Mann auch

Nicht weil es unappetitlich aussieht, sondern einfach weil nicht genug Platz da ist. Ich will nicht mit dem Bein des anderen bedrängt werden. Oder mich extra klein machen, weil irgendeiner der Meinung ist, dass er sich breit machen muss. Ein Grund warum ich nach vielen Jahren nicht mehr ÖPNV fahre, gleich nach den Rauchern.

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