Forum: Kultur
Plädoyer für schlechte Laune: "Wer sich freut, denkt nicht"
DPA

Neue Miesepeter braucht das Land: Die Journalistin Andrea Gerk hat ein "Lob der schlechten Laune" geschrieben - und plädiert für einen Imagewandel. Gerade schlechte Stimmung mache produktiv, sagt sie.

Seite 1 von 3
jimbofeider 20.09.2017, 16:21
2. Lachen

Wer sich freut, denkt nicht. Da ist wohl etwas wahres dran. Ein altes Sprichwort sagt: Am lachen,erkennt man den Narren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rooo 20.09.2017, 16:23
3. Andersherum?

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, dann waren die hellsten Leuchten selten die Glücklichsten. Wahrscheinlich führt ein mehr an Wissen und Grübeln über die kleinen und großen Probleme des Lebens und all seine Zusammenhänge automatisch zu schlechter Laune.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jor_El 20.09.2017, 16:23
4. Grossartig

Diese superoptimistischen, irgendwie unheimlich offenen Dauergrinser machen mich aggressiv, also produktiv. Ja, ich erkenne da ein Muster.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oledoledoffe 20.09.2017, 16:35
5. ich vermisse auch Politiker wie Wehner und Strauss...

...aber nicht wegen ihres Gemüts (und gespielt war die Cholerik bei beiden sicher nicht nur), aber die hatten ordentlich was auf dem Kasten, ganz gleich, ob ich nun zu des einen oder andere Partei tendiere.
Es wird Zeit, dass wieder kluge und visionäre Köpfe das Land regieren und nicht Aussitzer und Geradebieger. Die Produktivität entsteht, wenn man seinen Kopf anwendet, wenn man ihn fordert - der eine mag kreativ sein, wenn er depressiv ist, der andere wenn er manisch ist... hinderlich an wahrer schöpferischer Kraft ist vor allem die Zumüllung des Verstandes, die leider aktuell zunimmt...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Olaf Köhler 20.09.2017, 16:37
6. Zu überdreht ist auch nicht gut

Ich habe es versucht: Früh auf dem Weg zur Arbeit im Auto Radio zu hören. Bei manchen Sendern haben mir die Moderatorinnen und - ren ;-) schlichtweg zu gute Laune - was nehmen die? Das will ich auch!
Dieses ständige "Wir sind doll, die Welt ist schön und alles ist so super!"" ist nicht zum aushalten. Genau so verdächtig sind mir Menschen, die sofort nach dem Aufstehen gute Laune haben - das geht doch gar nicht;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
upalatus 20.09.2017, 16:43
7.

Seit gut drei Stunden freue ich mich. Sehr sogar, mal wieder. Über Gebühr wohl, gar stillvergnügt grinsen tu ich. Korb voller Schwammerl, ein riesen Kohldampf, zwei Freudenberger Dunkel im Kühlschrank, mir/Anhang tut nix weh, kein Zeck am Sack, Sonne. Beim Geniebäcker um die Ecken göttlich Bienenstich und Kirschirgendwas erstanden, was es dann gegen Abend plus dicken dampfenden Kaffee wohl geben wird. Yes, we freu us! Und ich denke, morgen freu ich mich dreist wieder, über was anderes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
B!ld 20.09.2017, 16:44
8. Ganz im Sinne vom Demotivationstrainer Nico Semsrott

Zitat von Semsrott: "Freude ist nur ein Mangel an Informationen". Nach meiner Erfahrung kommen einem bei guter Laune die besseren Ideen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cavete 20.09.2017, 17:23
9. Regulativ

‎"Gerk: Vielleicht weil wir in dieser Wellness-Wohlfühl-Ära leben und wir uns nicht mehr trauen, jene Elemente im Alltag auszuleben. Wenn uns nun Stellvertreter dieses Verdrängte vorführen, hat das einen kathartischen Effekt."

Bstaetige: Jetzt schon laesst sich mit Sicherheid sargen, dass in einer Woche, am naechsten Mittwoch, a l l e s g u t sein wird.

Es reicht eben nicht mehr, dass dann etwas Bestimmtes gut sein wird, es soll a l l e s sein. Heiper, Heiper, alles wird gurt. Unpassendes bitte ausblenden, nicht drueber nachdenken oder gar drueber sprechen. Da belibt kein Platzt mehr fuer Anderes.

Und nicht sellden wird dieses "Alles gut" auch vrobeugend vewendet, wenn es gilt, einem Gegenueber schon, quasi in vorauseilender Sorge, jedwede Besorgnis zu nehmen, dass deeze Person irgenetwas aus ihrer "well-nest-Oase" reissen und in sie ihrem vermeintlichen Wohlgefuehl beeintraechtigt werden koennte. Etwa, wenn die - vielleicht nur vage - Moeglichkeit besteht, dass etwas nit so laufen koennte, wie es er wartet wird.

Bei schlechter Laune oder Mieserpetrigkeit muss es sich nicht zwangslaufich um ebendiese urspruenglichen Gefuehlsregungen handlen. Man kann es in dem einen or andren Fall ja auch als Unbehagen an einer mehr und mehr um sich geifernden Manie der Gesundbeterei intrepetieren, die sprachlicher Ausdruck einer einseidigen, irrigen Weltsicht ist.

Irrig deshalb, weil eben nicht immer a l l e s g u t ist und machmal, nicht immer, "schlachte Laune" dann nickts weiter als ein not wendiges, emotionales Regulativ darstellt, dass diesen erforderlichen Ausgleich herstellen moechte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3