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Planlosigkeit : Bis die Geister verschwinden
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Wer hat schon einen Lebensentwurf außer Investmentbankern und Flachpfeifen? Die meisten nehmen, was gerade da ist. Und das ist falsch. Richtig wäre etwas, das glücklich macht.

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gorontalo 26.08.2017, 16:20
1. Früher habe ich ähnlich gedacht.

Heute habe ich Kinder. Seitdem weiß ich, wie ein glückliches, erfülltes Leben aussieht.

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hackmackenreuther 26.08.2017, 16:31
2.

Schöner Text! Den Zustand um 5 sollte man sich 24 Stunden erhalten.

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erzengel7 26.08.2017, 16:48
3. kann man fast so unterschreiben

aber das leben eines millionärs ist ja noch übler die sind für mich um nix inder welt zu beneiden , sonnst würde ich lotto spielen das tu ich aber nicht also wo soll die reise hingehen bratwurst oder kavier jeden tag das ist hier die frage , und ich verspreche ihnen beides ist gleich unsinnig !! ps : liebe meine gedanken um 5 da sind sie reiner und frischer als abends um 8

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Newspeak 26.08.2017, 17:33
4. ...

Ach, Frau Berg, immer so negativ und/oder unausgegoren.

"Wer hat schon einen Lebensentwurf außer Investmentbanker und Flachpfeifen. Die meisten nehmen, was gerade da ist. Und das ist alles falsch. Richtig wäre etwas, das glücklich macht."

Also ich sag jetzt mal, wie ich das erlebe. Ich habe als Teenager keine Ahnung gehabt, was ich mit meinem Leben machen soll. Weil ich in der Schule einen klasse Lehrer hatte, und mir dessen Fach Spass gemacht hat, habe ich das studiert. Da hatte man zumindest ein Fernziel. Das war mein Lebensentwurf. Und es hat auch Spass gemacht, aber irgendwie wurde immer noch nicht klarer, ob es "das" ist. Dann erfolgreich beendet, noch eine Promotion angeschlossen. Das war immer noch spassig, aber doch nicht mehr die ganze Zeit, sehr viel Frustration, sehr viel Gelegenheit zum Zweifeln, ob es "das" ist. Dann erfolgreich beendet, noch einen Postdoc angeschlossen. Das war weniger spassig, noch mehr Zeit zum Zweifeln, ob es "das" ist. Nach dem erfolgreich beendeten Postdoc arbeitslos. Fast kein Spass mehr (gelegentlich schon), noch mehr Zeit zum Zweifeln, ob "es" das ist. Nach der erfolgreich beendeten Arbeitslosigkeit, inzwischen im Ausland. Und immer noch am Gruebeln. Ich vermute mittlerweile, dass dieses Gefuehl nie mehr weggeht. Man ist zu weit vorgedrungen. Man weiss nicht nur, dass man etwas weiss, sondern man weiss inzwischen auch, was man alles nicht weiss. Man hat seine geistigen Grenzen erfahren. Man ist von einer Grunderschoepfung befallen, die nicht mehr weicht. Man hat seine Jugend verschwendet.

Das Entscheidende aber ist. Ich habe auf diesem Weg so viele interessante Dinge erlebt, gesehen, gemacht. So viele interessante, nette, gute, faehige Leute getroffen. So viele interessante Diskussionen gehabt, Orte gesehen. An die ich alle nie gekommen waere, ohne das. Bin ich gluecklich? Ich glaube nicht. Bin ich zufrieden? Ein bisschen. Ist es mein einzigartiges Leben? Ja, definitiv.

Die Menschen erwarten Glueck, tun aber selten etwas dafuer. Sie wollen ein anderes Leben fuehren, machen aber immer die gleichen bekannten Dinge.

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Babaji 26.08.2017, 17:36
5. Human "Race" - aber wohin?

Ja wer findet den Sinn, wahrscheinlich erst im Grabe. Diese Gesellschaft macht leider krank und nicht glücklich. Es lässt sich leider nur noch isoliert in einer Blase leben, abgeschottet, hoffentlich mit guten Freunden und Familie, mit der naiven Hoffnung, dass doch noch alles gut und gerecht werden wird, eines Tages. Schwimmen mit dem Strom, gefühlt eher so qualvoller Stromschlag und das jeden Tag und dann ist auch noch auf Facebook und in den Medien alles so zugemüllt und einseitig fad, scheinbare Rebellion auf Knopfdruck und die Gedanken jedes Einzelnen verblassen letztendlich, denn jeder Kommentar ist immer schon der nächste, es gibt kein zurück, nur jetzt zählt, vielleicht später noch Zeit und vielleicht liest es jemand, kollektive Bewusstseinsveränderung. Wunschtraum. Alle wissen Bescheid und machen das Gegenteil. Ich nehm's mittlerweile mit Humor, mehr Wahnsinn wäre nicht mehr gesund.

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Lykanthrop_ 26.08.2017, 17:40
6.

Morgens um fünf da ist die Welt noch in Ordnung, ja Frau Berg.
Die beiden größten Übel der Menschheit sind Geld und Uhren.
Wir sollten weniger haben und werden wollen und mehr sein.
Sein kostet Wollen, aber Sein ist Glück, vielleicht.

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ds10 26.08.2017, 17:46
7.

Zitat von gorontalo
Heute habe ich Kinder. Seitdem weiß ich, wie ein glückliches, erfülltes Leben aussieht.
Das ist schön für Sie, aber gleichzeitig auch falsch ausgedrückt. Sie können dies ausschließlich für sich selbst (und höchstens noch für die die Ihnen nahe stehen) aussagen, da Sie nicht wissen können, ob das auch für andere Menschen gilt. Ein Anderer ist vielleicht glücklich wenn er 16 Stunden am Tag arbeiten kann, manch Eine ist glücklich Nonne geworden zu sein.

Man sollte nie annehmen, dass das was einen selbst glücklich macht allgemeingültig ist.

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guillermo_emmark 26.08.2017, 17:54
8. 5724

Zitat von hackmackenreuther
Schöner Text! Den Zustand um 5 sollte man sich 24 Stunden erhalten.
Bloss nicht.

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großwolke 26.08.2017, 18:03
9. Sackgasse Bewusstsein

Zitat von gorontalo
Heute habe ich Kinder. Seitdem weiß ich, wie ein glückliches, erfülltes Leben aussieht.
Mit Kindern ist keine Zeit mehr zum Denken, deswegen macht es auch so glücklich, welche großzuziehen. All das Grübeln, das Vergleichen, die vergeistigte Sinnsuche - auf einmal alles reduziert darauf, die Kleinen wachsen zu sehen und nebenbei irgendwie genug Schlaf zu bekommen. Wer keine Kids hat, sollte sich die Zeit mit irgendwas anderem füllen, das einen von zuviel Reflektion abhält. Ganz am Ende ist unsere Bestimmung sowieso der Kompost, da bringt es nix, wenn man ständig mit geschwollenem Denkapparat rumrennt.

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