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Politik in Deutschland: Mutlos und müde
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Große Leere bei den Linken: Emanzipatorischen Antworten, Visionen, Konzepte auf die Verrohung der Welt fehlen, oder sie werden nicht laut formuliert. Vor 40 Jahren haben noch die Grünen die Politik verändert. Heute macht das die AfD.

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kv21061929 11.02.2018, 15:18
1. die SPD als links oder als sozialdemokrtisch

zu bezeichnen ist schon ein Denkfehler, denn es war die SPD die mit der Agenda 2010 die ureigenste Sozialdemokratie abgeschafft und sich neoliberalen globalisierten Kapitalinteressen untergeordnet hat. Die Folgen sind heute überall in Europa zu betrachten. Obendrein hat nun auch der letzte Wähler bemerkt das die eigen persönlichen Interessen der Politiker immer mit schwingen und nicht mehr zu verbergen sind. Und das ist auch gut so.

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kv21061929 11.02.2018, 15:19
2. die SPD als links oder als sozialdemokrtisch

zu bezeichnen ist schon ein Denkfehler, denn es war die SPD die mit der Agenda 2010 die ureigenste Sozialdemokratie abgeschafft und sich neoliberalen globalisierten Kapitalinteressen untergeordnet hat. Die Folgen sind heute überall in Europa zu betrachten. Obendrein hat nun auch der letzte Wähler bemerkt das die eigen persönlichen Interessen der Politiker immer mit schwingen und nicht mehr zu verbergen sind. Und das ist auch gut so.

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d.b.licht 11.02.2018, 15:23
3. Visionen

Richtig! Das Feld liegt frei für eine Partei, die Utopien sucht. Bewahren, das ist das Feld der CDU. Das Heimatministerium die CSU. Die Menschen sind aber begierig nach Antworten auf die Fragen unserer Zeit. Eine Bewegung, eine Partei, irgend jemand, der dieses Bedürfnis befriedigt, der die Richtung weist würde -Macron hat es bewiesen- die nächsten Wahlen haushoch gewinnen. Wo findet man Antworten, Utopien, Wege? Die SPD sollte sich, wenn sie diese Intelligenz nicht selbst besitzt, mit denen verbinden, die sich von Berufs wegen damit beschäftigen: den Künstlern. Wie in der Vergangenheit.

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cerberus66 11.02.2018, 15:28
4.

Zitat A. Lincoln: „Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt.
Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die ihn bezahlen.
Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr den Klassenhaß schürt.
Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen ausmerzt.
Ihr werdet mit Sicherheit in Schwierigkeiten kommen, wenn ihr mehr ausgebt, als ihr verdient.
Ihr werdet kein Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten und keinen Enthusiasmus wecken, wenn ihr dem
einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt.“
Wenn linke Politik sich dieser uralten Wahrheiten annehmen kann, dann kann sie die Menschen überzeugen. Denn Rechte oder Liberale schaffen das nicht. Wenn linke allerdings diese Wahrheiten weitet in den Wind schlagen, dann werden sie (hoffentlich) bald obsolet.

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auweia 11.02.2018, 15:29
5. Ach Herr Diez,

Sie haben sehr schön beschrieben wie sich die Gesellschaft immer weiter auseinanderdifferenziert. Diese Entwicklung macht mir auch Sorge. Allerdings glaube ich nicht, das die gemeinhin mit Fortschritt gleichgesetzten Versprechungen der Linken (mehr Demokratie, mehr Gerechtigkeit, mehr internationale Solidarität, mehr Geld für alle...) hier die Lösung sein sollen - sie befördern vielmehr die Atomisierung.
Der einzige Weg, den ich sehe, ist - so leid es mir tut die Demokratie wieder etwas zurückzuschrauben . Das hört sich zunächst schrecklich an, wäre aber, wenn man etwa die überbordenden Öffentlichkeitsbeteiligungen bei Bauprojekten, Nachträgliche Mitgliederbefragungen zu Koalitionsverträgen oder die Existenz von mehr als drei Parteien im Bundestag bedenkt deutlich effizienter. Und da haben wir das Schlüsselwort - Die Demokratie - so wie wir sie in unserem Land haben - ist ineffizient. In unserem Bemühen es allen Recht zu machen (sowohl in D, als auch in der EU, als auch in der Welt) verstolpern wir uns. Bevor wir also neue Ideen diskutieren, sollten wir einige alte über Bord werfen.

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flitzpane 11.02.2018, 15:36
6. Sommer 2015???

Dass der Sommer 2015 ein idealer Zeitpunkt für eine Neugründung der Demokratie war, halte ich für eine krasse Fehleinschätzung. Die "Kräfte der Angst" nahmen deshalb Überhand, weil die Regierung sichtbar überfordert war und den Kontrollverlust wahlweise als alterlativlosen Humanismus oder Basis fürs künftige Wirtschaftswunder verkauft hat. Deshalb haben die Groko-Parteien ja auch entsprechende Wahlergebnisse bekommen (https://pingumania.wordpress.com/2018/02/10/gemetzel-auf-offener-buehne-die-spd-der-schulzzug-und-die-groko-im-endstadium/). Die Suche nach großen Antworten ist zweifelsohne nötig – ob man sie mit dem Rücken zur Wand (und dort stehen unsere politisch Verantwortlichen) zu suchen bereit ist, darf bezweifel werden...

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biesi61 11.02.2018, 15:37
7. "Deutschland ist ein Angstland."

Quatsch! Wir haben in Deutschland seit einiger Zeit sehr, sehr laute, demagogische und mit der Wahrheit notorisch auf Kriegsfuß stehende Angstprediger und einige Bürger fallen auf diese bösartigen Provokateure rein. Soweit stimme ich zu. Aber die übergroße Mehrheit ist dagegen ressistent! Sicherlich gibt es in unserer erheblich überalterten Bevölkerung gewisse Verharrungswünsche. Es gibt aber auch kraftvolle Zentren des Fortschritts. Nach wie vor gehören wir zu den kreativsten und innovationsfreudigsten Nationen der Welt, spielen viele unserer Unternehmen, unserer Forschungsinstitute und unserer Hochschulen in der Weltspitze aktiv mit. Nur unsere Politik wird derzeit (noch) durch Altbackenheit und Stillstand bestimmt. Inzwischen haben aber so viele davon die Nase voll, dass sich auch das sehr bald ändern wird!

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miriam_rosenstern 11.02.2018, 15:40
8. Verbraucht

Herrn Westerwelles sel. Worte von der spätrömischen Dekadenz waren schon zu der Zeit, als sie ausgesprochen wurden, eine Selbstbeschreibung der politischen Eliten, die allerdings in selten offener Gnadenlosigkeit gegen die Verlierer der neoliberalen Umgestaltung gerichtet waren. Nun, am zunehmenden Ende aller Verdrehungen bleibt im bekannten Alten nur noch Leere, die vom bekannten Neuen fleißig mit Uraltem befüllt wird. Es fehlen Mut und Entschlossenheit für das unbekannt Neue. Das Bekannte ist das Verbrauchte. Es wird nicht helfen, daran festzuhalten. Alle Hoffnung in die Jugend!

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paryth 11.02.2018, 15:40
9. Demokratische Hoffnung

Ich bin vergleichweise selten einer Meinung mit Herrn Diez, aber in diesem Fall muss ich ihm vollumfänglich zustimmen. Als politisch links orientierter Mensch sehe ich zwar ein, dass mit dem Sommer 2015 die beste Gelegenheit zur progressiven Neuausrichtung der Demokratie verpasst wurde, es aber noch nicht zu spät ist. Die Bedingungen habe sich lediglich verschlechtert.

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