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Politischer Diskurs nach Chemnitz: Die Lüge von der Grenzöffnungskanzlerin
AFP

Dass links wie rechts in etwa das Gleiche sind, auf dieser falschen Geometrie beruht eine gefährliche Form des politischen Denkens in Deutschland. Um sie aufrechtzuhalten, kommen Lügen und Fake News in Spiel.

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observer0815 02.09.2018, 16:26
1. Sehr gut!

Diez, Sie sind ein verdammtes Genie!

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quark2@mailinator.com 02.09.2018, 16:33
2.

Wieso sollten links und rechts i.e. das Gleiche sein ? Mal ganz abgesehen davon, daß die politischen Überzeugungen eines Menschen deutlich mehr als eine Dimension haben und somit diese Schubladen eh irreführend sind. MMn. wollen links und rechts generell das Gleiche wie auch die Leute der Mitte - nämlich ein gutes Leben für möglichst viele Menschen. Nur das eben rechte Positionen erst per Wettbewerb eine möglichst erfolgreiche Wirtschaft wollen, um dann aus diesem Reichtum zu schöpfen, wohingegen linke Positionen meinen, daß die maximale Effizienz der Wirtschaft hinter dem menschlichen Glück zurückstehen sollte. Jetzt mal stark verkürzt ausgedrückt. Aber all das hat nichts mit Nazismus bzw. Faschismus zu tun, denn bei diesen extremistischen und menschenverachtenden Einstellungen werden in krimineller Weise Grenzen überschritten, indem man bestimmte Menschen außer Schutz stellt. Das ist weder rechts noch links, sondern eben kriminell. Genauso wie eben mMn. auch Stalins Mörderregime weder links noch rechts zuzuordnen wäre. Das sind extreme Deformationen.

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bigroyaleddi 02.09.2018, 16:34
3. ... einfach war es nie

... und wird es auch nie sein. Es gibt m.E. auch keine allgemeingültigen Lösungen. Wir wissen allerdings eines, eine rechtsnationale Politik bringts nicht, die verschärft nur die gegensätze, läd ein zur Selbstjustiz und will an gar nichts schuld sein.

Was brauchen wir? Mittel, um hier vor Ort eine gewisse Polizeipräsenz zu haben. Die wurde in den letzten Jahrzehnten ja in Grund und Boden gespart. Und wir brauchen Mittelcund guten know how, um aus den Hderkunftsländern der Migranten solide und "gute" Staaten zu machen.

Wir könnten mit dem, was wir haben, vieles Positive in die Wege leiten. Man muss es aber auch wollen. Wer immer nur das Militär mit irgendwelchen Prozentprodukten des BSP aufrüsten will, könnte diese Mittel besser in die Verbesserungen von Infrastrukturen der Entwicklungsländer investieren. Das klingt alles wie Allgemeinheiten, aber leider sind sie wahr.

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diorder 02.09.2018, 16:41
4. Danke für die Differenzierungen

Wer in so komplexen Zusammenhängen und rasant sich ändernden Weltlagen monokausale Erklärungen erfindet, ist nur an Massenverdummung zur eigenen Machtübernahme interessiert. Dies geschieht im Augenblick "rechts" von Trump bis Seehofer.

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Aquifex 02.09.2018, 16:41
5.

"Sie hat ja schon vor 2015 den Multikulturalismus für gescheitert erklärt. Sie hat ja schon nach 2015 Deals mit der Türkei und Griechenland ausgehandelt, die die Geflüchteten zwingen, immer gefährlichere Wege zu nehmen. Sie ist also schon lange nicht mehr die, zu der sie ihre Gegner machen, und auch nicht die, zu der sie ihre Unterstützer machen. Sie hat sich schon weiter auf ihre Kritiker zubewegt, als die es wahrhaben wollen - weil es ihnen nützt, den Popanz der Grenzöffnungskanzlerin aufrechtzuerhalten, um mit verdrehten Wahrheiten Politik zu machen."

Lieber Herr Diez, schauen Sie doch bitte nochmal genau nach, wann die mehr als 1 Mio Flüchtlinge unkontrolliert nach Deutschland eingewandert sind - oder waren es doch 2 Mio? Wer weiß das schon so genau... - und wann die Deals mit Türkei und Griechenland gemacht worden sind. Vielleicht fällt Ihnen dann auf, daß das zweite nach dem ersten passiert. Frau Merkel und ihr Beraterstab haben plötzlich gemerkt, daß da am Anfang des Jahres etwas ziemlich schief gelaufen ist, wogegen schnellstens etwas getan werden mußte. Das Kind war aber schon in den Brunnen gefallen. Abgesehen von diesen Deals passierte dann auch nichts. Anstatt daß man die Polizei in die Lage versetzt, mit Hunderttausenden von Migranten und Hunderttausenden von aufgebrachten Einheimischen klar zu kommen, ließ man die Länder und Kommunen vor sich hin schmoren und tat nichts. Und genau das rächt sich jetzt. Soviel Realismus darf schon sein. Das soll nicht heißen, daß die aktuell beobachteten rechten "Meinungsäußerungen" zu tolerieren seien, aber so zu tun, als kämen sie aus den Köpfen ein paar Bekloppter und man hätte nichts dagegen machen können ist schon arg blauäugig.

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charlybird 02.09.2018, 16:54
6. Wieder eine gute Kolumne

von Diez und dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass diese doch so einfache Wahrheit dort nie Gehör finden, bzw. aufmerksam gelesen werden wird, wo sie notwendig ist.

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mkummer 02.09.2018, 16:54
7. Exzellent -

dieser Beitrag! Hoffentlich lesen ihn viele vor allem der „Merkel muss weg!“ - Schreier und versuchen ihn auch zu verstehen. Da habe ich zwar wenig Hoffnung, aber selbige stirbt ja - wie bekannt - zuletzt.

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liberaleroekonom 02.09.2018, 16:54
8. Das Problem 2015 war nicht Merkel sondern die (fehlende) Opposition

Dass die Grenzen nach EU-Recht de facto schon immer offen waren ist allgemein bekannt. Der Vorwurf an die Bundeskanzlerin geht doch vielmehr in die Richtung, dass sie 2015 quasi im Alleingang entschieden hätte so viele Flüchtlinge ins Land zu lassen und, dass es notwendig gewesen wäre, diese Entscheidung im Bundestag zu treffen.

Und hierzu bin ich der Meinung, dass es selbstverständlich 2015 sinnvoll gewesen wäre die Grenzöffnung parlamentarisch legitimieren zu lassen. Aber warum sollte die Bundesregierung (also Merkel) diesen aus ihrer Sicht rechtlich nicht zwingend vorgesehenen Schritt tun, wenn das Parlament dies nicht einfordert. Es wäre die Aufgabe der Oppositionsparteien (also Grüne und Linke) gewesen die Beteiligung des Parlaments einzufordern. Dumm nur, dass ausgerechnet das wichtigste Kontrollorgan am lautesten Hurra geschrien hat und Frau Merkel geradezu zur sogenannten Grenzöffnung im Alleingang animierte.
Frau Merkel jetzt allein für die Folgen ihrer damaligen humanitären Geste verantwortlich zu machen ist deshalb schlichtweg unseriös.

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browserhead 02.09.2018, 16:56
9. same, same, but very different

Mein Herz schlägt seit Jahrzehnten links und, auch wenn man ja bekanntlich keinen Verstand mehr hat, wenn man im Alter immer noch links ist, das soziale Gewissen war immer mein persönlicher Kompass.
Wenn man die beiden "gleichen" Ideologien aber vergleich, gibt es einen ganz groben Unterschied.
Was die sozialistischen Diktaturen nach 1917 aus der Utopie des Sozialismus gemacht haben, war vielleicht eine unvermeidbare Entgleisung, aber nie das Ziel selbst.
Ganz anders ist es mit dem Faschismus und Hitler-Nationalsozialismus, der verfolgt lediglich die uneingeschränkte Macht und Gewalt über Andersdenkende und -seiende. Die Utopie von der harmonischen Volksgemeinschaft war auch theoretisch nie geplant sondern lediglich propagandistische Mär.
Und selbst wenn mich linksradikale Krawallinskis und gewalttätige Autonome ärgern, es gibt einen ganz wesentlichen Unterschied zu Nazis: Es hat noch nie ein Linker einen Brandsatz in ein Zimmer mit schlafenden Menschen geworfen. Es hat noch nie ein Linker eine Nagelbombe in einer Geschäftsstraße gezündet, weil da Menschen verkehren, die nicht links sind. Und es haben noch nie Linke zur Hatz auf Menschen geblasen, die so aussehen als wären sie nicht links. Das macht den Unterschied zwischen Schwarzem Block und Chemnitz, zwischen RAF und NSU und Hamburg und Hoyerswerda.

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