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Pop und Politik: Was Europa vom ESC lernen kann
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Ist der Schlager der geheime Kitt, der Europa zusammenhält? Beim Eurovision Song Contest werden wieder Millionen Fans die europäische Idee feiern. Ihre Begeisterung ist auch politisch.

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RalfHenrichs 07.05.2017, 12:15
1. Seit 1975

habe ich bis auf zwei jeden ESC gesehen. Dabei war ich auch immer von der europäischen Idee, die hierdurch zum Ausdrück kommt, und weniger von der Musik fasziniert. Aber einen solchen Beitrag zu schreiben, ohne auf den Skandal einzugehen, dass die Ukraine die russische Sängerin nicht singen lassen will. Hierdurch wird der ESC-Gedanke diskreditiert und natürlich würde ich mir eine Solidarität mit Julia Samoilova wünschen. Ist aber in der heutigen Zeit nicht möglich. Schade.

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sojetztja 07.05.2017, 12:33
2.

Zwei Einwürfe dazu:
1. Die Zahl derer, die den ESC bescheuert, überflüssig und affig finden, ist wohl höher als die Zahl derer, die ihn gut finden.
2. Der ESC ist ein Spielplatz des Nationalismus' und hat mit der Europäischen Idee etwa so viel zu tun wie Le Pen, Ukip etc. pp. Das zeigt Jahr für Jahr das Abstimmungsverhalten der ESC-Fans. Da geht Nationalität vor Gefallen und es werden jedes Jahr politische oder historische Grabenkämpfe ausgefochten. Von wegen "Friede, Freude, Eierkuchen" und "Piep, Piep, Piep, wir hamm uns alle lieb". Wer das so sieht, ist offenbar ein naiver Schlagefan, wie er im Klischeebuch steht.

Also: Weg mit dem Blödsinn.

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stefan taschkent 07.05.2017, 12:44
3. Was Sie nicht sagen

Millionen werden die europäische Idee beim ESC feiern? Habe ich da was verpasst? Ich kenne nun wirklich viele Leute, auch in verschiedenen europäischen Ländern. Mir ist bisher keiner begegnet, der dem Ganzen eine politische Konotation gibt.

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oelfinger 07.05.2017, 12:46
4. Das man

den Bürger ruhig mehr zutrauen kann? Das liegt nicht im Interesse der Helikopter-Regierungen. Heutzutage ist doch Bevormundung "zu eurem eigenen Besten" in jedwedem Bereich das Motto.

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j.e.r. 07.05.2017, 12:48
5. Eurovision - oder nur noch ESC ?

Danke für die Begeisterung - ich habe zwar seit 20 Jahren auf eine Fernsehanschluss verzichtet, finde persönlich ESC eher doof, freue mich aber über die Art von Begeisterung. Und bin eben aus Kyiv zurückgekehrt - es tut sich wieder einiges auf den Strassen, man hört vermehrt Besucher die andere Sprachen nutzen - bei zusätzlich teilweise schon sommerlichen Temperaturen. Ich hoffe, das Ereignis wird ein voller Erfolg. Trotzdem: Eurovision war viel mehr als ESC. Es waren die vielen Sendungen mit dem "Te dem" von Charpentier - einige lächerlich (Spiel ohne Grenzen beispielsweise), viele gut als Landes- und Sprachgrenzen überschreitender Medienkanal. Eurovision scheint sich heute leider neben technischem Dienstleistungen (mit Sendeaustausch und Rechtevermarktung) auf ESC und Neujahrskonzert zu beschränken - und wirklich aktiv scheint nur noch ein auf zwei Sprachen und beschränkten Themen abgemagerter Kanal unter dem Namen Arte. Es wäre angebracht, mehr aus "Eurovision" zu machen als nur ESC.

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mikaiser 07.05.2017, 13:17
6. @ 2, sojetztja

Danke, Sie sprechen hier 100% für mich. Schon die Abkürzung "ESC" sagt alles. Die Taste auf dem Keybord, nichts wird damit gestartet, aber vieles beendet.

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ttvtt 07.05.2017, 13:47
7. Wenn aus allen europäischen Ländern

Wenn aus allen europäischen Ländern und Israel (und Australien) die Punktvergaben eintreffen, ist das ein Moment einer europäischen Idee. Man muss die Musik nicht mögen, man kann den Kommerz des ESC verurteilen aber dieser Abend, der im europäischen Geist steht, sollte nicht unterbewertet werden. Und es ist richtig die russische Sängerin auf Grund ihres Krimauftritts nicht einreisen zu lassen. Die Russen hätten ja jemanden anderen schicken können und die Ukraine hätte sich dem nicht verstellt. Aber es bleibt nun mal so, dass Russland in der Ukraine Krieg führt und ukrainisches Gebiet (Krim) besetzt hält.

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larry_lustig 07.05.2017, 14:26
8. Zwangsfinanzerung aus Deutschland

Sowohl die EU (per Steuern) als auch der ESC (per GEZ-Gebühren) sind direkt vom Geld aus Deutschland abhängig, worüber der Deutsche Zahler (=Bürger) selber nicht entscheiden darf.

Eine Paradebeispiel für Demokratie ist keins von beidem, aber auch darin sind sie sich ähnlch.

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atbach 07.05.2017, 14:29
9. Anachronistischer Wettbewerb

Da wir im postnationalistischem Zeitalter leben empfinde ich diesen Wettbewerb mit Künstlern aus den verschiedenen Regionen Europas als total anachronistisch. Statt dessen solllten sich die europäischen Institutionen lieber auf einen (europäischen) Kandidaten einigen, der dann sein Lied vor dem Europa Parlament vorträgt (In Straßburg und Brüssel!!!). Die Parlamentarier erklären nun den Künstler zum Euro-Singer des Jahres und lassen dann diese Wahl von den einzelnen Länderparlamenten ratifizieren.

DAS würde den europäischen Gedanken bei den Bürgern stärken, nicht dieser Ersatzbürgerkrieg namens ESC.

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