Forum: Kultur Porno-Autorin Sophie Andresky: Sex im Sprengstoffbunker
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Swinger-Clubs, flotte Vierer und viel Situationskomik beim Sex: Sophie Andresky*ist Deutschlands erfolgreichste Pornoautorin. So schamlos ihre Texte sind, so diskret ist die Autorin -*Fotos sind verboten, ihr Name ist ein Pseudonym. Stefan Kuzmany hat sie trotzdem hemmungslos ausgefragt. zum Artikel Antworten
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#51 05.01.2011, 19:21 von keats

Ich denke das ist so.

Zitat von Tamarind
Ich finde es nicht angenehm sondern erschreckend. Erschreckend, dass es im Jahr 2011 überhaupt noch nötig sein sollte, derlei Äußerungen zu machen. Ich hätte geglaubt, dass die Zeiten, als das noch nötig war, schon vor etlichen Jahrzehnten längst überstanden seien. Als Gymnasiast gehörte es in meiner Zeit z.B. zum guten Ton, nicht nur Werke der klassischen Weltliteratur zu lesen sondern auch Werke von Henry Miller und Anaïs Nin - das gehörte dazu und war völlig normal. Dass Menschen prüder werden - das kann ich mir nicht vorstellen. Aber offenbar brauchen die Medien neuen Stoff für skandalöse Meldungen. Sexualität sollte eigentlich nicht mehr dazu gehören, und es ist doch abstrus, dass die Lektüre der Bücher dieser Autorin nun etwas "Verbotenes" sein sollte, wie der Kommentator meint. Es ist mein Gefühl, dass die Sexualität nur deshalb neu skandalisiert werden sollte, um damit mehr Quote/mehr Geld zu machen.

Das mag so sein !
Vermutlich auch nicht allzuweit von der Wahrheit entfernt, trotzdem erlebe ich, in Berlin-Neukölln eher Schritte Rückwärts in die bornierte "Pflege" div. dummer Vorurteile und in das Verklemmtsein , genau wie in div. Internet-Foren.


Was Sie in der Schule gelesen haben finde ich erstaunlich.
Wir kamen uns damals, zu Beginn der 70er Jahre auf dem Gymnasium (in Westberlin) als wunder wie "Fortschrittlich" vor, weil wir im Unterricht über Comics und Donald Duck & Mickey Mouse sprachen, im Deutschunterricht wohlgemerkt!

(Ganz nebenbei fehlten uns auch die letzten "Tausend Jahre" Deutscher Geschichte, die gab es einfach nicht!)



Die Aufklärung in der Grundschule ca 5.Klasse, schweigen wir lieber drüber.
Bzw. ich seh heute noch meine Klassenlehrerin, wie sie wie vom Donner gerührt hochrot anlief bis in alle Haarspitzen hinein und fast in den Boden versank als ich, dazu vor versammelter Klasse fragte: "ja und wie funktioniert das denn nun mit dem Bayby machen ?"

Was glauben Sie wie ich mich erst fühlte, so mit ansehen zu müssen wie ich meine damals noch verehrte "geliebte" Lehrerin so in Bedrängnis gebracht zu haben.
Sie gab die Frage weiter ob, da wir ja darüber gesprochen haben (hatten wir?) mir das erklären könnte.
Ein Mädchen bot mir daraufhin ihr Aufklärungsbuch, mit div. Strichzeichnungen an, welches im vorherigen Elternabend den Eltern für ihre Kinder (wohl als "Vorabinfo", um eben solche Fragen zu vermeiden) nahegelegt wurde, meine kauften so etwas nat. nicht warum auch.


Und Sie lesen, dazu im Unterricht (klar nicht in der Grundschule), so ein "Schweinkram", O-Ton noch aus den 80er-Jahren.

Sicher ändern sich die Zeiten !
Sicher ändern sich die Menschen nicht !
Ich denke das ist so.

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#52 05.01.2011, 19:51 von brain_in_a_tank

Miller - ein wenig OT

Zitat von Nachtschwester Ingeborg
Das ist es keineswegs, es ist sogar eines seiner besten Bücher und es ist zweifelsfrei von Henry Miller.
Auch wenn posthum 'bestaetigt' wurde, dass es anscheinend tatsaechlich geschrieben wurde, so handelt es sich quasi um eine reine Auftragsarbeit zum Geldverdienen, aber nicht um das Produkt seines kuenstlerischen Schaffens. Dazu gibt es ein paar gute Informationen in einem alten Spiegel-Artikel. Ich denke, dass es erst posthum publiziert wurde, drueckt aus, wie Miller dazu stand. Aus diesem Grund kann ich sehr wohl behaupten, dass dieses Buch ein schlechtes Beispiel fuer Miller literarisches Werk ist.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508071.html
Zitat von
Tatsächlich läßt das "Opus Pistorum", so eindeutig pornographisch es ist, deutlich erkennen, daß der Autor sich mit ihm auch einen Jux gemacht hat
.
Zitat von
dann nimmt der Auftragspornograph Miller unübersehbar die Pornographie, ihre Kunden wie sich selbst auf den Arm.
Und wie ich in den vorigen Posts beschrieben habe, hat der Text Millers unterschiedliche Ebenen, aber seine Buecher einfach mit erotischer oder gar pornographischer Literatur gleichzusetzen, kuerzt die wesentliche Bedeutung aus seiner Arbeit raus.
Zitat von brain_in_a_tank
Miller schreibt keine Pornos [...], vlt nicht einmal unbedingt erotische Literatur, obwohl seine Texte durchaus pornographische Elemente enthalten. Aber es ist Mittel zum Zweck
Zitat von brain_in_a_tank
Wer Miller des Sex wegen liest, tut ihm Unrecht, wer ihn und Anais Nin zum Vergleich von pornographischen Literatur heranzieht, beleidigt ihr Werk.
Zitat von Nachtschwester Ingeborg
Dann sollten Sie diese wirklich mal lesen.
meine Leseempfehlung kam als Retour zu dieser Bemerkung. Ich denke, dass ich durchaus gezeigt habe, dass ich mehr Arbeiten von ihm kenne, als nur den klimatisierten Albtraum. Aber dazu muss man meinen Text eben auch richtig lesen, um es erkennen zu koennen.

Zitat von Nachtschwester Ingeborg
Bevor Sie also jemandem empfehlen Miller zu lesen, sollten Sie das vielleicht erst mal selbst tun.
Ich hatte nicht empfohlen, Miller zu lesen, sondern sich intensiver mit ihm zu beschaeftigen. Dann eroeffnen sich evtl doch noch die anderen Ebenen seines Werkes.
Zitat von brain_in_a_tank
sich doch noch mal intensiver mit Miller zu beschaeftigen. Denn ich habe ihn gelesen, aber nicht, weil ich Sex lesen wollte.
Wie schon geschrieben, hoffe ich, dass sie die Buecher mit mehr sorgfalt lesen als meine Post. Ansonsten denke ich, dass wir hier aneinander vorbeischreiben. Denn Ich habe an keiner Stelle abgestritten, dass Millers Arbeit Erotik und Pornographie enthaelt, im Gegenteil.

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#53 05.01.2011, 19:56 von keats

So notwendig wie die Menschenrechte !

Zitat von Tamarind
Ich finde es nicht angenehm sondern erschreckend. Erschreckend, dass es im Jahr 2011 überhaupt noch nötig sein sollte, derlei Äußerungen zu machen.

Glauben Sie mir solche Äusserungen

>>Erwachsene dürfen mit Erwachsenen alles tun, worauf beide Lust haben.<<
und es gibt:
>>keine "gute" und keine "dreckige" Sexualität, es gibt nur Individuen mit ganz unterschiedlichen Vorlieben.<<

sind absolut notwendig und ich finde bestimmte Bezirke müssten damit Plakatiert werden.

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#54 05.01.2011, 20:41 von Nachtschwester Ingeborg

So, so

Zitat von brain_in_a_tank
Auch wenn posthum 'bestaetigt' wurde, dass es anscheinend tatsaechlich geschrieben wurde, so handelt es sich quasi um eine reine Auftragsarbeit zum Geldverdienen, aber nicht um das Produkt seines kuenstlerischen Schaffens.
Das entscheiden weder Sie noch der Spiegel. Meine Haltung zu dem Buch dürfen Sie getrost mir überlassen.

Zitat von brain_in_a_tank
Wie schon geschrieben, hoffe ich, dass sie die Buecher mit mehr sorgfalt lesen als meine Post.
Ich habe auch Ihre Beiträge mit Sorgfalt gelesen.

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#55 05.01.2011, 21:07 von Nachtschwester Ingeborg

So, so

Zitat von brain_in_a_tank
Auch wenn posthum 'bestaetigt' wurde, dass es anscheinend tatsaechlich geschrieben wurde, so handelt es sich quasi um eine reine Auftragsarbeit zum Geldverdienen, aber nicht um das Produkt seines kuenstlerischen Schaffens.
Das entscheiden weder Sie noch der Spiegel. Meine Haltung zu dem Buch dürfen Sie getrost mir überlassen.

Zitat von brain_in_a_tank
Wie schon geschrieben, hoffe ich, dass sie die Buecher mit mehr sorgfalt lesen als meine Post.
Ich habe auch Ihre Beiträge mit Sorgfalt gelesen, daher meine Stellungnahmen dazu.

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#56 06.01.2011, 02:41 von jovan

jovan haut

Was anonym in Foren oder Chats oder auch in vergleichbaren Printwerken verkündet, behauptet und herumtrompetet wird, hat mit realer Sexualität nichts zu tun. Sex ist das Un-Anonyme, Un-Verfügbare und Un-Allgemeine schlechthin. Terra Incognita. In aller Regel glänzt das eigene Sexualleben infolgedessen durch Inexistenz. Das ist das Normale. Ebenso wie Leugnen bzw. die ständige Markierung des Gegenteils. Gehört alles zum Spiel. Dass Achtjährige heute das einschlägige Vokabular aus Nachmittagssendungen automatenhaft nachplappern oder entsprechende Bildchen zu Hunderten mittels Handy gedankenlos austauschen, ändert an den real-intimen Gegebenheiten der Gesellschaft kein Jota. Sex war immer und wird immer tabu sein. Die Behauptung einer steigenden Prüderie ist als werbewirksame Provokation allerdings legitim. Ich persönlich würde vielleicht dagegenhalten: sie wird es nicht – weil mehr Prüdheit kaum möglich ist. Eine sexlosere Welt als die unsere könnte ich persönlich mir nicht vorstellen. Über Sex wird hauptsächlich gequasselt. Und geskribbelt. Auch ich. Was Sie soeben gelesen haben, war Werbung dafür.

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