Forum: Kultur
Porno-"Tatort" aus München: Fickflix versus Netflix
BR/ Hagen Keller

"Kalli, was ist der Unterschied zwischen Gangbang und Bukake?" Die Ermittler steigen für diesen "Tatort" tief in den entfesselten Pornomarkt hinab. Heiterer, grausamer, empathischer Gesellschaftskrimi.

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Aberlour A ' Bunadh 06.10.2017, 16:39
10. Por No

Wegen der Branche musste man 20 Jahre lang seine Lieblings-Spielfilme in unfassbarer VHS-Qualität anschauen. Der Autor hat recht. Wahnsinn.

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GyrosPita 06.10.2017, 18:14
11.

Zitat von Laienprediger
Ein Münchner Pornoproduzent der sich auf Bukakke spezialisiert hat. Wer könnte das wohl sein ? In München dürfte das wohl fast jeder wissen...
Ich wohn aber in der Nähe von Köln...

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GyrosPita 06.10.2017, 18:16
12.

Hmmm, mal sehen, vielleicht guck ich mir den an. Hätte schlimmer kommen können, z. B. wenn man den Kölner Tatort-Fritzen so eine Story verpaßt hätte. Man stelle sich vor, Tanzbär Freddy tapert mit großen Augen über ein Porno-Set, und der mittlerweile völlig verwelkte Ballauf zergeht sich in Sorge um die zum Mindestlohn ausgebeuteten Sex-Sklaven *schauder*...

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keiler70 06.10.2017, 23:08
13. @GyrosPita

Trösten Sie sich: Ich wohne in München - und weiß es auch nicht. Scheint mir aber auch nicht existenziell zu sein...

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Laienprediger 07.10.2017, 12:48
14.

Zitat von keiler70
Trösten Sie sich: Ich wohne in München - und weiß es auch nicht. Scheint mir aber auch nicht existenziell zu sein...
einfach mal googeln München Porno Bukakke... Da dürften Sie dann fündig werden. Aber seien Sie gewarnt ist nichts für zarte Gemüter...

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Juro vom Koselbruch 08.10.2017, 17:57
15. Interessant, ...

... dass im Tatort das Thema Pornographie aufgenommen. wird.

Tatsache ist, dass die Pornoindustrie für die Sexarbeiter/innen lebensgefährlich ist. Sie haben ein deutliches Risiko, sich mit HIV zu infizieren und an AIDS zu erkranken.

Die AIDS-Tests sind nicht sicher, da sie ein Zeitfenster der Unsicherheit haben. Sie suchen nicht die HIV-Erreger, sondern reagieren auf die Antikörper, die sich nach einer Infektion mit HIV-Erregern bilden.
Diese Antikörper brauchen aber eine gewisse Zeit, um sich zu bilden. So kann ein/e Sexarbeiter/in einen HIV-Test mit dem "Ergebnis" haben, dass er/sie nicht infiziert wäre, obwohl er/sie es doch ist. Es haben sich nur noch keine Antikörper gebildet. Die Darsteller/innen haben dann im der Pornoproduktion ungeschützten Geschlechtsverkehr und können sich oder andere infizieren. Dieses Zeitfenster kann etwa bis zu drei Monaten betragen. Genaue Auskünfte gibt hierüber auch anonym telefonisch die AIDS-Beratung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln. Man kann auch im Internet auf ihrer Homepage Informationen finden.

Der Betrachter der kostenlosen Pornoseiten unterstützt und fördert übrigens die Pornoproduktion. Er selbst zahlt zwar nichts, aber für jede auch wiederholte Einblendung entsprechender zahlreicher Werbeanimationen für den Betrachter auf diesen Seiten und ihrer Unterseiten zahlt der Werbetreibende an den Betreiber der Seite und finanziert so die Pornoproduktion. Es reicht, wenn die Animation nach den Klicks auf die Seiten und ihre Unterseiten eingeblendet wird und gesehen werden kann (Pay per view). Ohne Klick nix los.

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peter_rot 08.10.2017, 22:14
16. Für mich ein sehr schwacher Tatort - 9 Punkte, für mich nicht.

Da wurde ein Aspekt, wie die Pornoindustrie, pathetisch mit großem Gesang vorgeführt. Batic tat so, als ob er das Wort Porno zum ersten Mal gehört hat. Und die Pornoproduzenten wurden als seltsame Menschen dargestellt. Mir blieb bis zum Schluß unklar ob der Tatort nun humorvoll sein sollte - viele Dialoge und auch der Kollege im Büro implizieren das. Also eine Groteske? Oder sollte der Zuschauer über die böse Pornoindustrie aufgeklärt werden? Für mich ein Grund die Tatortreihe zu meiden. Das Team aus München war eigentlich immer ein guter Tip. Aber das jetzt. Und die Beurteilung 9 von 10 Punkten kann ich nicht nachvollziehen.

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liria 08.10.2017, 22:37
17. Zum Weinen, nein, zum Sterben unerträglich

Ich habe nach diesem Film geweint, geweint, geweint.
Was für eine Welt.
Immer mehr Traumatisierte und Retraumatisierte, mit immer längeren Wartezeiten für Therapie ...
Ich hoffe nur, dass durch den Film zumindest der eine oder andere "P.-Konsument" ins Nachdenken kommt und sich wirklich bewusst macht, dass ihre "Objekte" MENSCHEN sind ... die ihrer WÜRDE beraubt werden (so wie sich die Konsumenten und Produzenten freiwillig ihrer Würde berauben) ... oder zumindest dass sie Eltern haben können, die eventuell zutiefst, bitter verletzt sind ...
Die sich für diese Einstellung auch noch anklagen lassen müssen, sie seien altmodisch oder Schlimmeres ...
Ist denn das Ziel der menschlichen Evolution das restlose Ausmerzen jeglichen Schamgefühls?
HILFE !!!!!!!!!!!!

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keiler70 08.10.2017, 23:41
18. @peter_rot

Ich fand die neun Punkte schon verdient, zumal mal wieder der Fall und nicht die Ermittler im Vordergrund standen. Ich folge Ihnen allerdings insofern, als diese Empörung über die Pornoindustrie bei zumindest einem Mordkommissionsermittler, der wahrscheinlich in seinem Berufsleben häufig Schlimmeres sehen muß als vollgesabberte Frauenkörper- und gesichter schon sehr naiv und weltfremd rüberkam.

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Aberlour A ' Bunadh 09.10.2017, 10:49
19. Zwiespältig

Der Tatort hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Im sichtlichen Bemühen zu einer realistischen Charakterisierung der untersten Ebene der Branche zu kommen, war die Handlung stellenweise zu konfus und mit zu viel Slapstick versehen. Heiterster Moment: als die Ermittler bemerken, dass das angebliche Land der "Dichter und Denker" der absatzstärkste Pornomarkt ist. Aufschlussreichste Szene: als der Pornoproduzent seine Filmcrew anweist, dass das teuerste und schutzwürdigste Kapital hier am Set - die Filmkameras - bei der ganzen Sudelei bitte schön auf keinen Fall irgendetwas abkriegen dürfen. Traurigster Moment: als einer der Ermittler sagte, dass heute 10-jährige einen Mausklick entfernt von einer Eskalation der Herabwürdigung von Frauen sind, die selbst in der Erwachsenen-Branche vor 30 Jahren so nicht praktiziert wurden. "ATM, das ist doch heute Standard", sagte der Pornoproduzent zur abgeneigten Darstellerin. "Das sind Bilder, die kriegt man nie mehr aus dem Kopf", sagte einer der Ermittler zum (wahrscheinlichen) Pornokonsum Minderjähriger heute. 7 von 10 Punkten.

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