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"Power 100"-Ranking: Das sind die Mächtigsten der Kunstwelt
DPA

Auf Platz 1 steht ein deutscher Galerist, und mit #MeToo ist erstmals eine gesellschaftliche Bewegung vertreten: Das Magazin "ArtReview" hat sein Ranking der mächtigsten Figuren im Kunstbetrieb veröffentlicht.

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sarapo29 09.11.2018, 06:45
1. Bei aller Toleranz

gegenüber dieser riesigen, letztlich völlig unsinnigen Geldumwälzungsmaschine "Kunsthandel" als Hobby für von sich selbst gelangweilten Millionären und Milliardären: Ich möchte hier doch aus Vernunftsgründen gern das Wort "Mächtig" durch "Wichtigtuer" ersetzen weil: Das sind diese Gestalten letztlich und ausschließlich (Aber nicht weitersagen - geht ja um viel Geld)

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gimme 09.11.2018, 10:21
2.

Mächtig können diese Herrschaften innerhalb der Szene schon sein. So sollte man es eher verstehen.
Ironisch finde ich, dass auf dieser Liste 7 Männer, 3 Frauen und ..... metoo vertreten sind. Mal ganz abgesehen davon, dass metoo genau die hier gefeierten Machtstrukturen einzelner, gerade von Männern (Weinstein etc.), stark kritisiert hat.
But who cares.

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Papazaca 09.11.2018, 10:52
3. Und was ist mit den guten Kommentaren beim SPON?

Das ist doch auch (oft) Kunst. Und ich tauche auch nicht im Ranking auf? Kein "PAPAZACA?"Und für das Ranking sind die Briten von "Art Review" verantwortlich? Ach, Jungs und Mädels, Ihr tut mir leid. Ihr habt wirklich keine Ahnung. Die wahren Juwelen der Kunst schlummern im Verborgenen. Übrigens, Banksy erscheint auch nicht unter den ersten zehn? Seid Ihr so weit vom Schuss?

Ihr habt Euer Ranking wahrscheinlich in den Osterferien geschrieben. Vom Brexit gebeutelt, wie Ihr seid,
nehmen wir Euch auch aber dieses surrealistische Ranking nicht übel. Trotzdem, ein schönes Osterei zu Weihnachten ist immer schön. Grüße an den Osterhasen! Ist das etwa ein Brite?

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gimme 09.11.2018, 11:44
4. Rtl

Die Liste schaue ich mir nicht an. Da warte ich lieber auf die Rankingshow „die Top100 mächtigsten Künstler der Welt“ auf RTL, mit Kommentaren von Mario Barth und dem aktuellen Dschungelkönig.

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vera gehlkiel 09.11.2018, 14:08
5.

@MeToo als Kunst, das gefällt mir, nicht nur als Frau, sondern auch als Verfechterin des erweiterten Kunstbegriffs im Sinne etwa eines seligen Beuys. Ja, das ist Kunst, und mächtige Kunst! Allerdings, und genau hier liegt das bis dato, besonders von Männern, überhaupt nicht ansatzweise verstandene Geheimnis, ohne Machtzentrum. Und gerade enie Aufnahme von @MeToo erweist, paradox, die Fragwürdigkeit des Bestehens dieser Liste als solcher. Kunst ist Antimacht, nicht Macht. Aber was ist Kunst, mit Geld verbunden? Und wann war sie, umgekehrt, jemals ohne Geld möglich, ausser für ein paar reich geborene Aussenseiter vielleicht?. Also im marktradikalen Wortsinn frei? Oder wird sie es vielleicht gerade, indem man sie radikal mit Geld überhäuft, wie Jeff Coons wahrscheinlich genauso annimmt, wie eine zum lebenden Gesamtkunstwerk schrecklich schön stilisierte Flaneurin auf der Kö undsoweiter ...viel Stoff zum Nachdenken und plötzlich eigentlich OK, dass es solche wunderlichen Listen gibt!

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Papazaca 09.11.2018, 15:14
6. Kunstlisten + Beuy's erweiteter Kunstbegriff + überflüssige Künstler

Zitat von vera gehlkiel
@MeToo als Kunst, das gefällt mir, nicht nur als Frau, sondern auch als Verfechterin des erweiterten Kunstbegriffs im Sinne etwa eines seligen Beuys. Ja, das ist Kunst, und mächtige Kunst! Allerdings, und genau hier liegt das bis dato, besonders von Männern, überhaupt nicht ansatzweise verstandene Geheimnis, ohne Machtzentrum. Und gerade enie Aufnahme von @MeToo erweist, paradox, die Fragwürdigkeit des Bestehens dieser Liste als solcher. Kunst ist Antimacht, nicht Macht. Aber was ist Kunst, mit Geld verbunden? Und wann war sie, umgekehrt, jemals ohne Geld möglich, ausser für ein paar reich geborene Aussenseiter vielleicht?. Also im marktradikalen Wortsinn frei? Oder wird sie es vielleicht gerade, indem man sie radikal mit Geld überhäuft, wie Jeff Coons wahrscheinlich genauso annimmt, wie eine zum lebenden Gesamtkunstwerk schrecklich schön stilisierte Flaneurin auf der Kö undsoweiter ...viel Stoff zum Nachdenken und plötzlich eigentlich OK, dass es solche wunderlichen Listen gibt!
Ich sehe gerade auf zwei Werke von Beuys: Ein alter 10 Mark-Schein bemalt mit dem Spruch: Kunst= Kapital und ein Fragebogen des ND-Gaststättenwettbewerbs der DDR mit der Frage, Haben sie sich bei uns wohlgefühlt? Unser Joseph antwortet daraufhin: WOHLBEFINDEN JOSEPH BEUYS Und auf den Vermerk: Ihre Vorschläge: MEHR DENKEN!
War schon witzig, unser Beuys.

Klar, heute, aber auch schon damals, ging es bei der Kunst um viel mehr Geld. Und mit Jeff Koons und Damien Hirst um superteuren Edelkitsch. interessant ist diese Liste auch deshalb, weil bis auf wenige wie Wei Wei keine Künstler enthalten sind, sondern wichtige Persönlichkeiten der Kunst. Will heißen: Die Vermarkter. Künstler stören da nur. Ganz klar, diese Liste ist in erster Linie für die gemacht, die drauf stehen, das sind die Macher. Die Künstler kommen erst an zweiter Stelle. Selten war eine Liste so aufschlussreich. Wahrscheinlich sind nach den Gesetzen des Geldes auch die Sammler und Käufer von Kunst noch wichtiger. Man sieht, eigentlich sind die Künstler überflüssig und stören nur ....

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vera gehlkiel 09.11.2018, 21:31
7. @Papazaca

Zitat von Papazaca
Ich sehe gerade auf zwei Werke von Beuys: Ein alter 10 Mark-Schein bemalt mit dem Spruch: Kunst= Kapital und ein Fragebogen des ND-Gaststättenwettbewerbs der DDR mit der Frage, Haben sie sich bei uns wohlgefühlt? Unser Joseph antwortet daraufhin: WOHLBEFINDEN JOSEPH BEUYS Und auf den Vermerk: Ihre Vorschläge: MEHR DENKEN! War schon witzig, unser Beuys. Klar, heute, aber auch schon damals, ging es bei der Kunst um viel mehr Geld. Und mit Jeff Koons und Damien Hirst um superteuren Edelkitsch. interessant ist diese Liste auch deshalb, weil bis auf wenige wie Wei Wei keine Künstler enthalten sind, sondern wichtige Persönlichkeiten der Kunst. Will heißen: Die Vermarkter. Künstler stören da nur. Ganz klar, diese Liste ist in erster Linie für die gemacht, die drauf stehen, das sind die Macher. Die Künstler kommen erst an zweiter Stelle. Selten war eine Liste so aufschlussreich. Wahrscheinlich sind nach den Gesetzen des Geldes auch die Sammler und Käufer von Kunst noch wichtiger. Man sieht, eigentlich sind die Künstler überflüssig und stören nur ....
Die Bezugnahme auf's Geldverdienen genügt aber nicht, um Hirst oder Koons, oder Beuys oder Warhol, zu charakterisieren. Wäre es derartig einfach, könnte man ja Preisschildchen an die Bilder in den Museen machen, und ab Betrag XY würde es automatisch aufhören, Kunst zu sein. Also weg mit Picasso und Konsorten, aber natürlich auch weg mit Lukas Cranach, Rembrandt, da Vinci und Michelangelo. Glück für van Gogh, dass er, relativ nah dran am Beginn seines bald ewigen Ruhmes, schon gestorben war, was im übrigen in der Musik natürlich auch für W.A.Mozart gilt. Und Pech für Beethoven, dass die Reichen schon bei ihm antichambrierten, als er die Neunte auf den übersättigten Sinfoniemarkt warf, und damit eine neue Zeitrechnung in der Musik eröffnete. Nämlich diejenige des von den Gönnern nicht abhängenden eigenständigen Universalgenies, das seine Werke den Bildungsbürgern fast schon verächtlich vor die Füsse wirft, und deren Hang zu kostspieligen Devotionalien damit nachgerade verhöhnt. Den Stil von Beuys gewissermassen vorwegnehmend, aber die Horizonte auch eröffnend für einen Duchamp, oder Manzonis "Merda d'artista" respektive "Artist's Shit", diese Reihe kleiner, mit eigenen Fäkalien (weiss nicht, ob es jemals überprüft worden ist) abgefüllten Dosen. Kunst als Ware führt natürlich auch direkt zu Marx, der im "Kapital" beschreibt, wie das "geistig Erbauliche", in dem Fall eine Bibel, ganz zwanglos Teil des Warenflusses wird, wie etwa Leinwand, Rock oder Schnaps. Insofern ist diese Liste dort vielleicht selbst ein Kunstwerk, jedenfalls beschreibt sie einen durchaus bedenkenswerten "State of the Art" in Sachen Generierung von Aufmerksamkeit jenseits aller gut gemeinten Preisbindung. Die generelle Frage "Wie sehr brauchen wir modernen Menschen eigentlich die Bezifferbarkeit?", womöglich als internalisiertes Agens aufgrund unserer langen Lebensgeschichte im Kapitalismus, ist auf jeden Fall brandaktuell. Und sie verweist im Falle von konkret @MeToo auch auf die brandneue Währung "Klickzahlen"

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regula2 10.11.2018, 08:17
8. "Geldumwälzungsmaschine" Kunsthandel

Die Geldumwälzungsmaschine Kunsthandel ist nicht zuletzt eine Geldwaschanlage. Zudem nützt sie der Steuerumgehung und dient der Förderung der Selbstdarstellung der Beteiligten. Gesellschaftlichen Nutzen hat sie kaum.
Kurz: Sie ist ziemlich dekadent

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Papazaca 10.11.2018, 09:29
9.

Zitat von vera gehlkiel
Die Bezugnahme auf's Geldverdienen genügt aber nicht, um Hirst oder Koons, oder Beuys oder Warhol, zu charakterisieren. Wäre es derartig einfach, könnte man ja Preisschildchen an die Bilder in den Museen machen, und ab Betrag XY würde es automatisch aufhören, Kunst zu sein. Also weg mit Picasso und Konsorten, aber natürlich auch weg mit Lukas Cranach, Rembrandt, da Vinci und Michelangelo. Glück für van Gogh, dass er, relativ nah dran am Beginn seines bald ewigen Ruhmes, schon gestorben war, was im übrigen in der Musik natürlich auch für W.A.Mozart gilt. Und Pech für Beethoven, dass die Reichen schon bei ihm antichambrierten, als er die Neunte auf den übersättigten Sinfoniemarkt warf, und damit eine neue Zeitrechnung in der Musik eröffnete. Nämlich diejenige des von den Gönnern nicht abhängenden eigenständigen Universalgenies, das seine Werke den Bildungsbürgern fast schon verächtlich vor die Füsse wirft, und deren Hang zu kostspieligen Devotionalien damit nachgerade verhöhnt. Den Stil von Beuys gewissermassen vorwegnehmend, aber die Horizonte auch eröffnend für einen Duchamp, oder Manzonis "Merda d'artista" respektive "Artist's Shit", diese Reihe kleiner, mit eigenen Fäkalien (weiss nicht, ob es jemals überprüft worden ist) abgefüllten Dosen. Kunst als Ware führt natürlich auch direkt zu Marx, der im "Kapital" beschreibt, wie das "geistig Erbauliche", in dem Fall eine Bibel, ganz zwanglos Teil des Warenflusses wird, wie etwa Leinwand, Rock oder Schnaps. Insofern ist diese Liste dort vielleicht selbst ein Kunstwerk, jedenfalls beschreibt sie einen durchaus bedenkenswerten "State of the Art" in Sachen Generierung von Aufmerksamkeit jenseits aller gut gemeinten Preisbindung. Die generelle Frage "Wie sehr brauchen wir modernen Menschen eigentlich die Bezifferbarkeit?", womöglich als internalisiertes Agens aufgrund unserer langen Lebensgeschichte im Kapitalismus, ist auf jeden Fall brandaktuell. Und sie verweist im Falle von konkret @MeToo auch auf die brandneue Währung "Klickzahlen"
Allerwerteste, haben Sie mich bewußt mißverstanden? Mich haben Hirst und Koons künstlerisch nie überzeugt. Der Hype und die hohen Preise kamen dazu. Aber Sie wissen ja, wie das mit dem Geschmack ist. Man kann sich nicht streiten.

Aber ich vermute mal, Sie wollten das nur als konstruierten Aufhänger benutzen, um als quasi Renaissance-Frau 3.0 einen besonders schönen Artikel zu schreiben, mit viel klassischer Musik.

Wie Sie dann den Schlenker zu Marx und Duchamp schaffen, zeigt,
das es nur eine Vera Gehlkiel gibt.

Freuen wir uns, das es keine Klickzahlen beim SPON gibt, sonst würden Sie vielleicht kompatiblere Kommentare schreiben und ich vielleicht keine mehr, weil mir klar würde, das das internet Selbstüberschätzung fördert. Die Gefahr gibt es doch, oder? Da hilft nur Humor. Also, schmunzeln Sie mal jetzt, ganz ungeplant ...

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