Forum: Kultur
Preiskampf im Buchhandel: Kulturstaatsministerin kritisiert Amazon scharf
DPA

Im Kampf gegen den Online-Giganten Amazon bekommen die Schriftsteller nun auch Unterstützung aus der Politik. Kulturstaatsministerin Grütters hat den Konzern kritisiert - und auch der Schriftstellerverband PEN droht mit weiteren Schritten.

Seite 1 von 2
Lankoron 20.08.2014, 18:44
1. Also:

Man baut sich was auf, eine Firmenidee, die funktioniert, die sich plötzlich durchsetzt. Und dann gefährdet man "kulturelle Vielfalt"? Seit wann sind denn die hier dargestellten Bücher das einzige Kulturgut? Oder herrscht amazon jetzt auch über: Kino, Theater, Kabarett...Computerspiele, Street-art etc? Und warum schaffen es die Buchverlage seit Jahren nicht, vernünftige eigene Vertriebswege zu erschließen? Aber natürlich ist amazon der Untergang des heiligen Abendlandes.....wie der Kassettenrecorder, der Videorekorder, Filesharing etc.....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jo-achten-van-Haag 20.08.2014, 19:36
2. Boykott

ist das einzige was hilft und hier ist der kaufende Leser gefragt. Meine Familie kauft keine Bücher oder e-reader bei diesem Laden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
iffel1 20.08.2014, 20:57
3. Die Buchpreisbindung ist Kulturgut (historisches !)

Ersteinmal sind Verlage zukünftig überflüssig, ein E-Book kann jeder Autor über eine Plattform vertreiben, wie er eben auch ein Fotobuch bestellen kann - das ist die nahe, teilweise schon eingetretene Zukunft. Papierbücher werden Luxusgut und müssen auch so bezahlt werden. Aber bei einem E-Book sollte die Preisgestaltung beim Autor liegen und bei seinem Verhandlungsgeschick mit der Plattform. Ich habe in der letzten Zeit rd. 50 E-Books bezogen, weil ich zuvor online eine Leseprobe hatte. Das ist zwar wie früher, als ich noch Stammkunde von Buchhandlungen und Büchereien war (Jahrgang 50er Jahre ;o), aber die Zeiten ändern sich. Ganz und garnicht paßt der gleiche Preis bei E-Book und Papierausgabe, alleine schon wegen der Herstellungs-/Vermarktungs-Transportkosten. Aber das wird bald ein Ende haben, wenn wir ein deutschsprachiges E-Book einfach von einem US-Server laden können (tue ich ja jetzt schon). Die Verlage sind am Klammern, aber ihr Geschäftsmodell ist überholt. Das Verlagssterben werde ich noch erleben und mit daran schuld sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Syrus 20.08.2014, 21:38
4. Abnahmezwang?

Eine Frage stelle ich mir bei dieser Debatte immer wieder: Warum sind die Verlage und Autoren der Meinung, dass sie ein Recht darauf haben, dass Amazon ihre Bücher verkauft und in Empfehlungslisten bewirbt?

Gibt es Fälle, in denen die Produzenten einer Ware einen Händler dazu zwingen können, diese Ware einzukaufen und zu bewerben? - Ohne entsprechende Abnahmeverträge?
§ 30 EBewiV ist nicht einschlägig.
Die Einspeisung von Ökostrom in die Netze der Energieversorger ist auch nicht vergleichbar, da es sich dabei um einen streng regulierten Markt handelt.
Im Bereich gewöhnlicher Waren fällt mir kein Präzedenzfall ein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
f-rust 20.08.2014, 21:48
5. zu den foristen 1 und 3:

ich stimme ihnen ganz und gar zu. für mich als "kleinautor" ist amazon/kindle mit dem e-buch-vertrieb ein segen und ich bekomme ca. 65 % tantieme ( bei buchpreisen.von ca. 2-4,50 euro ) . ich verkaufe im jahr ca. 1000-1200 e-books dort ... ein sehr willkommenes zubrot ... und für die leser/innen dennoch ein schnäppchen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
beobachter48 20.08.2014, 22:02
6. Amazon steht scheinbar auf der Abschußliste

Was die Gewerkschaft Verdi bisher mit ihren gefloppten Streiks nicht geschafft hat, soll nun offenbar auf einer anderen Ebene erreicht werden. Schlecker lässt grüßen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mertrager 21.08.2014, 00:15
7. amazon hat Probleme

In gewissen Kreisen ist es keinGeheimnis, dasz amazon wirtschaftlich nicht funktioniert. Das Problem ist, dasz das Getriebe amazon noch einige Zeit so weiter macht und vor dem eigenen Abgang andere Unternehmen in die Pleite treibt. Diese wäre in der Zeit nach amazon durchaus lebensfähig, wenn es sie dann noch gäbe. Der Online- Handel hat sicher Zukunft. Aber nicht mit solchen Geschäftspraktiken wie amazon sie an den Tag legt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tikay 21.08.2014, 09:29
8.

Zitat von f-rust
ich stimme ihnen ganz und gar zu. für mich als "kleinautor" ist amazon/kindle mit dem e-buch-vertrieb ein segen und ich bekomme ca. 65 % tantieme ( bei buchpreisen.von ca. 2-4,50 euro ) . ich verkaufe im jahr ca. 1000-1200 e-books dort ... ein sehr willkommenes zubrot ... und für die leser/innen dennoch ein schnäppchen
Für sie als Kleinautor ist das Geschäftsmodell von Amazon in der Hinsicht toll. Es freut mich, für Sie und Ihre Leser. In diesen Fällen funktioniert der Direktvertrieb von Autor zum Leser.
Aber wenn ich bei Amazon Bücher von "Großautoren" bestellen möchte und diese haben dann lange Lieferzeit, sind nicht verfügbar und teils kaum zu finden sind, nur weil der Autor beim falschen Verlag ist, dann ist dies Gefährdung der kulturellen Vielfalt!

Man sollte bitte auch nicht vergessen, dass die einzige Aufgabe der Verlage ist, die Bücher Ihrer Autoren zu vertreiben. Ohne Lektoren, Redakteure und Korrektoren würde die Qualität daher sinken. Übersetzungen fremdsprachiger Bücher werden auch von Verlagen initiert und nicht von Amazon.

Btw. Bücher kann man auch bei anderen den Amazon online bestellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alenior 21.08.2014, 09:29
9. Verlag vs Amazon

Ich verstehe nicht, warum so häufig verlangt wird, die Verlage sollten eigene Vertriebswege aufbauen - warum? Die Verlage sind Produzenten, Amazon, Hugendubel, Thalia, der kleine Buchladen am Marktplatz etc. sind Händler. Ich kauf meine Butter ja auch nicht in der Molkerei (Produzent) sondern im Supermarkt (Händler).
Jetzt will sich nur einer dieser Händler größere Margen sichern, und kämpft dafür mit harten Bandagen. Da dieser Händler entsprechend Marktanteil am Buchmarkt hat, hat diese "wenn ihr meinen Konditionen nicht bedingungslos zustimmt dann verkauf ich Eure Produkte nicht mehr" Strategie erpresserischen Charakter. Wer allerdings glaubt, dass der Kunde einen niedrigeren Preis bekommt sollte Amazon höhere Rabatte für E-Books bei den Verlagen durchsetzen können, wird sich getäuscht sehen. Amazon bekommt derzeit Druck von seinen Investoren, endlich nennenswert Gewinn zu erzielen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2